Denkwürdiger Abend mit Lauterachs Musik

Das begeisterte Publikum quittierte ein anspruchsvolles Konzert mit Standing Ovations.
Lauterach “Erfolg verpflichtet”, war das Motto für das Cäcilienkonzert der Lauteracher Musik, die sich nach dem Sieg beim Blasmusikwettbewerb im Mai 2025 in Lingenau – dort gewannen die Lauteracher in der höchsten Leistungsstufe – ein anspruchsvolles und forderndes Programm zurechtgelegt hatte.

25 Minuten Gänsehaut & Freude
Herzstück des Konzerts: “Hamburg – Das Tor zur Welt” – eine sinfonische Dichtung, in der Komponist Guido Rennert musikalisch Marksteine aus der Geschichte dieser faszinierenden Stadt erzählt. 2016 wurde das Werk, das Rennert für das Musikkorps der Bundeswehr komponierte, uraufgeführt. Rund 25 Minuten wechseln 13 tragische und fröhliche Bilder ab – Hamburg von oben, die Hansezeit mit der Hinrichtung Störtebekers, der König von Dänemark, die große Auswanderung im 19. Jahrhundert.

Vor großen Bildern “erzählt” der ehemalige Bizauer Bürgermeister Norbert Greussing, ein guter Freund von Kapellmeister Peter Gmeiner, mit seinem Akkordeon auch von der Bombardierung der Stadt im Jahre 1943. Zwölf Glockenschläge vom Michel erinnern an Zehntausende Tote. Dem Aufbruch und Neuanfang nach 1945 folgte 1962 die große Sturmflut. Der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt machte sich mit seinem Katastrophenmanagement unsterblich und Rennert verneigt sich musikalisch vor dem Hamburger Ehrenbürger, ehe das Werk fröhlich ausklingt.

Wenn der Komponist dann beim Thema St. Pauli noch eine Anleihe bei “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins” nimmt, könnte man fast Hans Albers irgendwo im 80-köpfigen Ensemble der Bürgermusik vermuten. Nach einer knappen halben Stunde beschloss Kapellmeister Peter Gmeiner mit seinem Orchester die musikalische Reise mit dem Titel des Stücks: Hamburg – das Tor zur Welt.

Auftakt mit der Jugend
Eingeleitet wurde das Cäcilienkonzert traditionell mit zwei Stücken (St. Petersburg Marsch und Beetlejuice) der Jugendkapelle, die damit auch Werbung für ihr Dreikönigskonzert machte. 50 Jugendliche – 32 Mädchen und 18 Burschen – spielen aktuell in der Jugendkapelle, weitere 16 sind im “EntenEcho” aktiv. Martin Schelling – von 1992 bis 2009 auch Kapellmeister der “Großen” Musikkapelle – leitet seit 1994 gemeinsam mit Thomas Jäger, der seit 1993 Vizekapellmeister und seit 1998 Leiter der Bauernkapelle ist, diese Jugendkapelle. Hunderte Jugendliche wurden in diesen mehr als drei Jahrzehnten von den beiden Musikern, die zudem auch in der Musikschule unterrichten, ausgebildet.

Aktuell sind Johannes Hinteregger und Julia Fink als Jugendreferenten der Bürgermusik für die Musikjugend verantwortlich und schlagen die Brücke zwischen der Jugend und der “großen Musik”.

Let’s groove
Zwischen der Jugendkapelle und der “Hommage an Hamburg” spielten sich die 80 Musikerinnen und Musiker mit der “Montana Fanfare” und “Lake of the Moon” ein und stellten den zweiten Teil unter das Motto Let’s Groove.

Thomas Winzek, der den Konzertabend moderierte, führte die zahlreichen Besucher im ausverkauften Hofsteigsaal auf eine teilweise mystische Weltreise von New Orleans über den Orient und Südamerika, ehe Peter Gmeiner und das Orchester unter Beweis stellten, dass sie auch klassische Marschmusik beherrschen und das Publikum, das zwischendurch mit Standing Ovations Begeisterung kundtat, mit dem Deutschmeister-Regimentsmarsch verabschiedeten. Wobei “verabschiedet” wenig zutreffend ist, denn “so viele Besucher sind nach dem Konzert noch nie so lange geblieben”, stellte Bürgermeister Elmar Rhomberg verblüfft fest.STP











