Denkwürdiger Abend mit Lauterachs Musik

VN / 16.12.2025 • 12:10 Uhr
Mit eindrucksvollen Bildern begleitet spielte die Bürgermusik die sinfonische Dichtung „Hamburg Das Tor zur Welt“ von Guido Rennert.
Mit eindrucksvollen Bildern begleitet, spielte die Bürgermusik die sinfonische Dichtung “Hamburg – Das Tor zur Welt” von Guido Rennert.peter strauss

Das begeisterte Publikum quittierte ein anspruchsvolles Konzert mit Standing Ovations.

Lauterach “Erfolg verpflichtet”, war das Motto für das Cäcilienkonzert der Lauteracher Musik, die sich nach dem Sieg beim Blasmusikwettbewerb im Mai 2025 in Lingenau – dort gewannen die Lauteracher in der höchsten Leistungsstufe – ein anspruchsvolles und forderndes Programm zurechtgelegt hatte.

Stellvertretend für die 50-köpfige Jugendkapelle machten Elias Sinz, Bartholomäus Fink, Mia Nussbaumer und Lisa Hinteregger mit den Jugendreferenten Johannes Hinteregger und Julia Fink Werbung für ihr Konzert am Dreikönigstag 2026. PETER STRAUSS
Stellvertretend für die 50-köpfige Jugendkapelle machten Elias Sinz, Bartholomäus Fink, Mia Nussbaumer und Lisa Hinteregger mit den Jugendreferenten Johannes Hinteregger und Julia Fink Werbung für ihr Konzert am Dreikönigstag 2026.

25 Minuten Gänsehaut & Freude

Herzstück des Konzerts: “Hamburg – Das Tor zur Welt” – eine sinfonische Dichtung, in der Komponist Guido Rennert musikalisch Marksteine aus der Geschichte dieser faszinierenden Stadt erzählt. 2016 wurde das Werk, das Rennert für das Musikkorps der Bundeswehr komponierte, uraufgeführt. Rund 25 Minuten wechseln 13 tragische und fröhliche Bilder ab – Hamburg von oben, die Hansezeit mit der Hinrichtung Störtebekers, der König von Dänemark, die große Auswanderung im 19. Jahrhundert.

Bürgermeister Elmar Rhombergs „heißer Draht“ vom Rathaus zur Musik: Vizebürgermeisterin Sabine Kassegger spielte bei ihrem 44. Cäcilienkonzert mit.
Bürgermeister Elmar Rhombergs “heißer Draht” vom Rathaus zur Musik: Vizebürgermeisterin Sabine Kassegger spielte bei ihrem 44. Cäcilienkonzert mit.

Vor großen Bildern “erzählt” der ehemalige Bizauer Bürgermeister Norbert Greussing, ein guter Freund von Kapellmeister Peter Gmeiner, mit seinem Akkordeon auch von der Bombardierung der Stadt im Jahre 1943. Zwölf Glockenschläge vom Michel erinnern an Zehntausende Tote. Dem Aufbruch und Neuanfang nach 1945 folgte 1962 die große Sturmflut. Der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt machte sich mit seinem Katastrophenmanagement unsterblich und Rennert verneigt sich musikalisch vor dem Hamburger Ehrenbürger, ehe das Werk fröhlich ausklingt.

Obmann Jan Kühne bedankte sich bei Thomas Jäger (li.) und Martin Schelling mit einem vorgezogenen „Christkindle“.
Obmann Jan Kühne bedankte sich bei Thomas Jäger (li.) und Martin Schelling mit einem vorgezogenen “Christkindle”.

Wenn der Komponist dann beim Thema St. Pauli noch eine Anleihe bei “Auf der Reeperbahn nachts um halb eins” nimmt, könnte man fast Hans Albers irgendwo im 80-köpfigen Ensemble der Bürgermusik vermuten. Nach einer knappen halben Stunde beschloss Kapellmeister Peter Gmeiner mit seinem Orchester die musikalische Reise mit dem Titel des Stücks: Hamburg – das Tor zur Welt.

Martin Gallez am E-Piano und Andrea Gamper (Harfe) ergänzten das Orchester der Bürgermusik.   
Martin Gallez am E-Piano und Andrea Gamper (Harfe) ergänzten das Orchester der Bürgermusik.

Auftakt mit der Jugend

Eingeleitet wurde das Cäcilienkonzert traditionell mit zwei Stücken (St. Petersburg Marsch und Beetlejuice) der Jugendkapelle, die damit auch Werbung für ihr Dreikönigskonzert machte. 50 Jugendliche – 32 Mädchen und 18 Burschen – spielen aktuell in der Jugendkapelle, weitere 16 sind im “EntenEcho” aktiv. Martin Schelling – von 1992 bis 2009 auch Kapellmeister der “Großen” Musikkapelle – leitet seit 1994 gemeinsam mit Thomas Jäger, der seit 1993 Vizekapellmeister und seit 1998 Leiter der Bauernkapelle ist, diese Jugendkapelle. Hunderte Jugendliche wurden in diesen mehr als drei Jahrzehnten von den beiden Musikern, die zudem auch in der Musikschule unterrichten, ausgebildet.

Bürgermeister Elmar Rhomberg beim Small Talk mit seinem früheren Amtskollegen Norbert Greussing und Martin Schelling.
Bürgermeister Elmar Rhomberg beim Small Talk mit seinem früheren Amtskollegen Norbert Greussing und Martin Schelling.

Aktuell sind Johannes Hinteregger und Julia Fink als Jugendreferenten der Bürgermusik für die Musikjugend verantwortlich und schlagen die Brücke zwischen der Jugend und der “großen Musik”.

Originelle Idee für „Hamburg – das Tor zur Welt“: Bizaus früherer Bürgermeister Norbert Greussing (links), ein guter Freund von Kapellmeister Peter Gmeiner, übernahm mit seinem Akkordeon die Rolle des Erzählers.
Originelle Idee für “Hamburg – das Tor zur Welt”: Bizaus früherer Bürgermeister Norbert Greussing (links), ein guter Freund von Kapellmeister Peter Gmeiner, übernahm mit seinem Akkordeon die Rolle des Erzählers.

Let’s groove

Zwischen der Jugendkapelle und der “Hommage an Hamburg” spielten sich die 80 Musikerinnen und Musiker mit der “Montana Fanfare” und “Lake of the Moon” ein und stellten den zweiten Teil unter das Motto Let’s Groove.

Livin Wittwer, Bartholomäus Fink und Julian Kaan wollten sich nichts entgehen lassen und nicht nur in der ersten Reihe sondern gleich am Aufgang zur Bühne Platz.
Livin Wittwer, Bartholomäus Fink und Julian Kaan wollten sich nichts entgehen lassen und nicht nur in der ersten Reihe, sondern gleich am Aufgang zur Bühne Platz nehmen.

Thomas Winzek, der den Konzertabend moderierte, führte die zahlreichen Besucher im ausverkauften Hofsteigsaal auf eine teilweise mystische Weltreise von New Orleans über den Orient und Südamerika, ehe Peter Gmeiner und das Orchester unter Beweis stellten, dass sie auch klassische Marschmusik beherrschen und das Publikum, das zwischendurch mit Standing Ovations Begeisterung kundtat, mit dem Deutschmeister-Regimentsmarsch verabschiedeten. Wobei “verabschiedet” wenig zutreffend ist, denn “so viele Besucher sind nach dem Konzert noch nie so lange geblieben”, stellte Bürgermeister Elmar Rhomberg verblüfft fest.STP

Zur Einstimmung dirigierten Martin Schelling (Bild) und Thomas Jäger die Jugendmusik.
Zur Einstimmung dirigierten Martin Schelling (Bild) und Thomas Jäger die Jugendmusik.
„let’s groove“ gab Kapellmeister Peter Gmeiner die Devise für den zweiten Teil aus. Der Langenegger hat 1995 sein Studium (Trompete) in Feldkirch abgeschlossen und kam als Kapellmeister nach Stationen in Heerbrugg, Bizau, Schwarzenberg, Hittisau und Egg 2024 nach Lauterach.
“let’s groove” gab Kapellmeister Peter Gmeiner die Devise für den zweiten Teil aus. Der Langenegger hat 1995 sein Studium (Trompete) in Feldkirch abgeschlossen und kam als Kapellmeister nach Stationen in Heerbrugg, Bizau, Schwarzenberg, Hittisau und Egg 2024 nach Lauterach.
Auch für den Moderator Thomas Winzek hatte Obmann Jan Kühne ein Präsent vorbereitet.   
Auch für den Moderator Thomas Winzek hatte Obmann Jan Kühne ein Präsent vorbereitet.
Jan Kühne zu Peter Gmeiner: „Mir hond o für di a Kleinigkeit b‘sorgat, dia zoaga söll, dass mir dine Zit und dina Isatz unglaublich schätzend.“
Jan Kühne zu Peter Gmeiner: “Mir hond o für di a Kleinigkeit b’sorgat, dia zoaga söll, dass mir dine Zit und dina Isatz unglaublich schätzend.”
Es gab Stücke, da waren Daniel Hansmann, Lukas Jäger und Lienne Gamper am Schlagwerk deutlich unterbeschäftigt. Sie vertrieben sich die Zeit kurzerhand – mit Grillen . . .
Es gab Stücke, da waren Daniel Hansmann, Lukas Jäger und Lienne Gamper am Schlagwerk deutlich unterbeschäftigt. Sie vertrieben sich die Zeit kurzerhand – mit Grillen…
Martin Schelling glänzte auch als Klarinetten-Solist beim Balkan Dance.   
Martin Schelling glänzte auch als Klarinetten-Solist beim Balkan Dance.
Bei der Zugabe zeigten Kapellmeister Peter Gmeiner und das Orchester: „Wir können auch Marschmusik“ und leiteten mit dem Deutschmeister Regimentsmarsch zum gemütlichen Ausklang über.
Bei der Zugabe zeigten Kapellmeister Peter Gmeiner und das Orchester: “Wir können auch Marschmusik” und leiteten mit dem Deutschmeister-Regimentsmarsch zum gemütlichen Ausklang über.
Bernd Konzett und Solistin Lienne Gmeiner.
Bernd Konzett und Solistin Lienne Gmeiner.
Nach der Grill-Einlage haute Lienne Gmeiner wieder auf die Pauke.
Nach der Grill-Einlage haute Lienne Gmeiner wieder auf die Pauke.
„Unglaublich“, staunte Bürgermeister Elmar Rhomberg, „so viele Besucher wie heute sind noch nie so lange geblieben – scheint ihnen gefallen zu haben.“
“Unglaublich”, staunte Bürgermeister Elmar Rhomberg, “so viele Besucher wie heute sind noch nie so lange geblieben – scheint ihnen gefallen zu haben.”
Hot-Dogs und ein Bierchen trugen zur Riesenstimmung bei der Party nach dem Konzert bei.
Hotdogs und ein Bierchen trugen zur Riesenstimmung bei der Party nach dem Konzert bei.
Die Bühne des Hofsteigsaals ist längst zu klein geworden, für einen großen Teil der Musikerinnen und Musiker musste deshalb eine vorgelagerte Zusatzbühne installiert werden.   
Die Bühne des Hofsteigsaals ist längst zu klein geworden, für einen großen Teil der Musikerinnen und Musiker musste deshalb eine vorgelagerte Zusatzbühne installiert werden.