Mit falschen Covid-Impfzertifikaten Schulden bezahlt

Ex-Unternehmer erlebte bitteren Abstieg und wurde kriminell.
Feldkirch Der 45-jährige, am Landesgericht Feldkirch angeklagte Mann hat seine berufliche Ausbildung mit der Meisterprüfung abgeschlossen, war 13 Jahre selbstständig und sieben Jahre lang Sachverständiger. Er lebte mit seiner Ehefrau gut und offenbar auf zu großem Fuß, wie sich später herausstellte.
„Vor allem haben wir viel zu teuer gebaut“, räumt der Mann vor Gericht ein, dazu kamen kostspielige Urlaube und dergleichen. Durch die Villa mit Pool verschuldete sich der Mann immens, eine halbe Million Euro Schulden sind offen. Die Ehe ging in die Brüche, er griff zu Kokain, Heroin, Alkohol, schlitterte ins Burnout und kämpfte gegen ADHS. Zudem diagnostizierte man einen Tumor im Kopf und man prophezeite ihm, er würde nicht mehr lange leben. Der Tumor wurde zum Glück kleiner, der Mann hat wieder einen Job und verdient nicht schlecht. Doch die kriminellen Touren, die er vor rund zwei Jahren abzog, werden ihm nun zum Verhängnis.
20.000 Euro Falschgeld bestellt
Der einstige Unternehmer bestellte sich 20.000 Euro Falschgeld im Internet. Er bezahlte den Preis von 2700 Euro in Bitcoin, doch das Falschgeld kam nie an. Die Schulden vom Hausbau, beispielsweise bei seinem Bauleiter, versuchte er auf andere Weise zu begleichen. Vor allem Impfgegner waren äußerst interessiert an von ihm gefälschten COVID-19 Testungen und Impfzertifikaten. Aufgeflogen ist der Schwindel, weil ein Käufer zum angeblichen Impftermin auf einer Bergführerschulung war und somit keineswegs bei der Impfstelle gewesen sein konnte. Eine Reihe weiterer Impf-Betrügereien flog auf. 400 Euro kostete ein gefälschtes Dokument.
Teilbedingte Haftstrafe
Zwei Kunden versprach der Selbstständige die Lieferung von Überwachungskameras und Sicherheitssystemen. Geliefert und montiert wurden die Dinge nie. Das Geld versickerte im Kauf von Falschgeld. Weiters veruntreute der Mann einen Leasing-Fünfer-BMW. Alles in allem wird er zu 15 Monaten Haftstrafe, fünf davon unbedingt, verurteilt. An Schadenersatz muss der Mann knapp 10.000 Euro bezahlen. Das Gericht erkannte, dass der Angeklagte damals in einer Notlage und dermaßen verschuldet war, dass er nicht mehr wusste, wie er aus dieser Schuldenfalle wieder herauskommen sollte. Der Strafrahmen für das Verhalten des Beschuldigten reicht bis zu zehn Jahren Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.