Wie Patrick Wiedls Opa zu Kurt Fischers bestem Freund wurde

Den aktuellen Lustenauer Bürgermeister und seinen designierten Nachfolger verbinden ganz besondere Umstände.
Lustenau Die Schmiedgasse in Lustenau scheint eine Schmiede für Bürgermeister zu sein. In der kleinen Schmiedgasse nahe des Ortszentrums wuchs einst Kurt Fischer, das aktuelle Gemeindeoberhaupt, auf. In der Schmiedgasse liegt auch die Urheimat seines designierten Nachfolgers Patrick Wiedl. Als Vis-a-vis-Nachbarin zu Hedi und Kurt Fischer senior, den Eltern des Bürgermeisters, verbrachte dort Wiedls Mama Rosmarie ihre Kindheit und Jugend.
Alte Nachbarn
Wiedls Großvater, der letzte Schmied von Lustenau, war für den kleinen Buben Kurt der beste Freund. “Ich durfte mit Hermann und seinem Ross samt Wagen immer mit ins Ried. Ich wollte als kleiner Bub gar nicht in die Schule. Sondern nur zu Hermann mit seinem Wagen und dem Ross.”

Als Kurt Fischer (60) diese Kindheitsepisode anlässlich der Bekanntgabe des Rücktritts mit Ende der Legislaturperiode erzählt, wandert sein Blick zu jenem Mann, der ihm nicht nur als neuer Lustenauer ÖVP-Chef, sondern auch als Bürgermeister nachfolgen soll: Patrick Wiedl (40).
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Wie die Vorarlberger Nachrichten exklusiv berichteten, soll der studierte Betriebswirt, Landtagsabgeordnete und ÖVP-Verkehrssprecher im Landtag den Langzeit-Bürgermeister beerben.

“Die zehn Jahre sind vorbei”
Bei der Pressekonferenz mit Fischer und Wiedl im Haus der Ender-Werbung in der Schillerstraße, warf der scheidende Bürgermeister noch einmal einen Blick auf seine ereignisreiche politische Vergangenheit als Gemeindepolitiker. Diese begann vor 25 Jahren. 2010 wurde er mit 41 Jahren Bürgermeister. “Als ich dann mit 50 schwer erkrankte, nahm ich mir vor, noch zehn Jahre dieses Amt auszuüben – so ich wieder gesund werde. Ich hatte Glück. Jetzt sind diese zehn Jahre jedoch vorbei. Sie vergingen wie im Flug.”
Warum Fischer seinem Nachfolger Wiedl nicht den Amtsbonus des Bürgermeisters für die kommende Gemeindewahl gönnt? “Ich hatte einen Wählerauftrag für fünf Jahre. Ich denke, es ist einfach ehrlich, wenn Patrick sich von den Bürgern wählen lässt. Ich werde ihn dabei unterstützen. Ich halte nichts von anderen Strategien.” Er selber werde politisch bleiben. “Dazu brauche ich aber keine politische Funktion.” Er wolle sich privat für eine offene, liberale Gesellschaft einsetzen und beschäftige sich mit einem Buchprojekt. “Ich werde bis zur nächsten Wahl aber weiterhin mit voller Kraft mein Amt ausüben.”

Logischer Nachfolger
Wie Fischer betont auch Patrick Wiedl seine starke emotionale Bindung zu Lustenau. “Ich bin hier geboren, aufgewachsen, in Vereinen verankert. Ich bin Lustenauer durch und durch. Ich habe mich nach Rücksprache mit meiner Familie bereit erklärt, mich für das Amt des Bürgermeisters zu bewerben.” Wiedl ist der logische Fischer-Nachfolger. Vizebürgermeister Daniel Steinhofer wollte das nicht sein. “Ich bin beruflich fest verankert und möchte meinen Job nicht aufgeben.”
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Wiedl bringt trotz seines jungen Alters bereits viel politische Erfahrung mit: als langjähriger Gemeindevertreter und Wirtschaftsgemeinderat, später als Landtagsabgeordneter und ÖVP-Verkehrssprecher. Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, möchte sich Patrick Wiedl speziell den Themen Zentrum, Sport-und Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, verbesserte Rahmenbedingungen für Senioren sowie der Verkehrsproblematik widmen. Pikant. In Sachen S 18 hatten er und Kurt Fischer unterschiedliche Standpunkte. “Als Demokrat respektiere ich aber selbstverständlich das Votum der Volksbefragung und werde mich daran orientieren. Gegenüber dem Bund werde ich jedoch eine härtere Gangart einlegen. Lustenau als Verkehrshotspot – das ist für mich nicht akzeptabel.”