So geht es mit dem Postareal in Thüringerberg weiter

VN / 15.02.2024 • 11:45 Uhr
So geht es mit dem Postareal in Thüringerberg weiter
Bis das Postareal weiterentwickelt und umgesetzt werden kann, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein.

Die Gemeinde Thüringerberg muss für das Postareal (mit Lebensmittelladen, Bücherei und Wohnungen) drei Voraussetzungen erfüllen, bevor es umgesetzt werden kann.

Thüringerberg Die Gemeinde Thüringerberg will wie berichtet das Postareal entwickeln. Neben Wohnungen und einer Bücherei soll auch ein Lebensmittelgeschäft angesiedelt werden. Doch alle großen Lebensmittelhändler haben kein Interesse gezeigt, da die Verkaufsfläche zu klein ist. „Wir haben nur 100 Quadratmeter“, sagt Bürgermeister Willi Müller. Die absolut unterste Grenze liegt bei vielen Lebensmittelhändlern bei 200 Quadratmetern. Doch einen größeren Laden wäre für die Gemeinde unvernünftig, da sie ihn selbst betreiben muss. Kostendeckend sei so ein Laden nicht zu führen. Daher bekommen kleine Dorfläden vonseiten des Landes und der Gemeinde eine finanzielle Unterstützung.

Hier auf dem Postareal soll eine neue Wohnbebauung entstehen.
Hier auf dem Postareal soll eine neue Wohnbebauung entstehen.

Mit der Sennereigenossenschaft Thüringerberg, die bereits Läden in Blons und Thüringerberg betreibt, hat Willi Müller mehrere Verhandlungsgespräche geführt. „Wir wollen zuerst eine Leistungsvereinbarung, bevor wir mit dem Architektenwettbewerb starten“, fordert Willi Müller. In der Leistungsvereinbarung werden die Rahmenbedingungen definiert, zum Beispiel, was die Sennereigenossenschaft überhaupt will und was sich die Gemeinde wünscht. Nach Unterzeichnung der Leistungsvereinbarung könne das Raumprogramm finalisiert werden.

Besserer Standort für Sennereiladen

Jetzt hat der Sennereiladen seinen Standort direkt schräg hinter der Kirche. Beim neuen Postareal rückt der Sennereiladen somit näher ins Dorfzentrum und ist zudem direkt an der Straße gelegen. Hier befinden sich alle Einrichtungen, wie das Kinderhaus und die Volksschule, die viel Frequenz mit sich bringen. Die Sennereigenossenschaft müsste der Gemeinde eine handelsübliche Miete zahlen. „Es ist eine optimale Größe für den Sennereiladen, doppelt so groß wie der jetzige. Die Anlieferung ist besser und die Mitarbeiter bekommen ein eigenes Büro“, sagt Willi Müller. Auch sei der Standort beim Postareal von den Parkmöglichkeiten her besser. Wichtig sei, dass der Laden ein Grundsortiment anbietet, sonst gibt es keine Förderung.

Für die neue Zufahrt zu den untenliegenden Häusern muss die Gemeinde Grund ankaufen.
Für die neue Zufahrt zu den untenliegenden Häusern muss die Gemeinde Grund ankaufen.

Neben der Leistungsvereinbarung ist eine zweite Voraussetzung, dass die Gemeinde vom Nachbarn den Grund abkauft, damit die Zufahrt zu den Häusern, die darunter liegen, gewährleistet ist. Dazu hat sich die Gemeinden im südlichen Bereich des Areals ein Grundstück gesichert.

Wohnungen wie hier links sind in der Gemeinde Mangelware.
Wohnungen wie hier links sind in der Gemeinde Mangelware.

Finanzierbarkeit schwierig

Sind diese zwei Voraussetzungen erfüllt, bleibt eine dritte Voraussetzung – die Finanzierbarkeit. In den letzten Jahren hat die Gemeinde zwar gespart, aber auch rund vier Millionen Euro in die Wasserversorgung investiert sowie in kleinere Infrastrukturprojekte wie der Gehsteig an der L193. Das Kanalkataster ist fast abgeschlossen und auch drei Buswartehäuschen wurden errichtet. Das Projekt Postareal „fordert uns heraus, weil wir schon viel investiert haben“, sagt Willi Müller. Die Gesamtsituation für ländliche Gemeinden sei sehr schwierig. „Ich habe mir noch nie so schwer mit einem Budget getan wie das für 2024“, so der Bürgermeister. Die Gemeinde hat kaum Rücklagen und sechs Millionen Euro Schulden. „Wir müssen uns die finanzielle Entwicklung genau anschauen“, so Willi Müller. „Wir haben relativ viele Schulden für eine kleine Gemeinde.“

Drei Buswartehäuschen hat die Gemeinde neu errichtet.
Drei Buswartehäuschen hat die Gemeinde neu errichtet.

„Wir haben heuer ein Planungsjahr“, informiert der Langzeitbürgermeister, denn nicht nur das Postareal wird für 25.000 Euro weiter geplant, sondern auch die Dünsergründe. „Da machen wir dieses Jahr eine Quartiersentwicklung.“ Die Dünsergründe befinden sich zwischen Tankstelle und Gemeindeamt auf der rechten Seite (Richtung Hoher Fraßen blickend) auf halber Strecke.

Auf den Dünsergründen sollen im besten Fall auch Wohnungen entwickelt werden.
Auf den Dünsergründen sollen im besten Fall auch Wohnungen entwickelt werden.

Wohnungsnot

Mit dem Postareal (und später dann auch mit den Dünsergründen) will die Gemeinde der Wohnungsnot entgegensteuern. „Die Infrastruktur passt: neues Feuerwehrhaus, neuer Kindergarten, ein Gemeindeamt, eine sanierte Volksschule, ein Veranstaltungssaal. Das Einzige, was uns fehlt, sind Wohnungen.“ Wenn Wohnungen auf den Markt kommen, seien sie auch schnell wieder weg. Zwölf Wohnungen in verschiedenen Größen (kleinere und mittlere sowie zwei große Wohnungen) wird es im neuen Postareal geben. Das Erdgeschoss des „attraktiven Wohngebäudes“ übernimmt die Gemeinde. Dieses Jahr sollen die Planungen insoweit abgeschlossen und alles vorbereitet sein, dass die Gemeinde einen Architektenwettbewerb starten kann. „Leistungsvereinbarung abschließen, Grundstück kaufen, Finanzierung sichern: Danach können wir das Projekt auf Schiene bringen“, fasst Willi Müller den Fahrplan zusammen.

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