Beziehungsstreit endet vor Gericht – Angeklagter weist alle Vorwürfe zurück

VN / 10.08.2023 • 14:55 Uhr
Dem Mann werden mehrere Taten vorgeworfen. <span class="copyright">VN/Plesch</span>
Dem Mann werden mehrere Taten vorgeworfen. VN/Plesch

Eskalation im Rheintal hatte Ende April zu einem Polizeieinsatz geführt.

Feldkirch Was ist die Wahrheit? Diese Frage stellte sich am Donnerstag den Schöffen vor dem Landesgericht in Feldkirch. Im April war im Rheintal ein Beziehungsstreit eskaliert. Seitdem sitzt ein 34-Jähriger in Untersuchungshaft. Vor Gericht gingen die Schilderungen von ihm und die Anschuldigungen seiner ehemaligen Lebensgefährtin allerdings weit auseinander.

Der Angeklagte soll seine Ex-Freundin, die Mutter einer gemeinsamen Tochter, bedroht, lebensgefährlich verletzt, gegen ihren Willen festgehalten und mit ihr geschlafen haben. Daher stand er vor Gericht. Zu einem Urteil kam es am Donnerstag aber nicht. Ein wichtiger Zeuge fehlte.

Angeklagter bereits vorbestraft

Von 2018 bis Anfang 2022 waren die beiden ein Paar, ihr Kind kam zur Welt. Doch die Beziehung war geprägt von Misstrauen, Eifersucht und Gewalt. Wegen gefährlicher Bedrohung war der Beschuldigte, ein portugiesischer Staatsbürger, in Österreich und der Schweiz daher schon vorbestraft. Zudem gab es eine einstweilige Verfügung. Von einem regelrechten Kontrollzwang des Angeklagten sprach der Staatsanwalt in seiner Anklage. Das Paar ging fortan getrennte Wege. Durch die gemeinsame Tochter bestand natürlich weiterhin Kontakt.

Im März 2023 wurde der wieder intensiver. Von der Versicherung hatte es eine Rückzahlung auf das Konto des mutmaßlichen Opfers gegeben. Die Frau meldete sich daraufhin beim 34-Jährigen, da ihm ebenfalls Geld zustand. Die beiden kamen sich wieder näher.

Sie wirft ihm nun allerdings vor, er habe sie nur kontrollieren wollen. Er beschuldigt sie, ein falsches Spiel gespielt zu haben, um sein Leben zu zerstören. Am 21. April eskalierte die Situation, als sie die Beziehung offenbar ein für alle Mal beenden wollte. Seiner Meinung nach ein weiterer Teil ihres perfiden Plans.

Die junge Frau war mit Arbeitskollegen auf einer Messe in St. Gallen (Schweiz). Er schäumte vor Wut und beschimpfte sie, alkoholisiert, in Nachrichten aufs Übelste. Dann eine Stimmungsänderung. Die Lage beruhigte sich kurzzeitig und beide trafen sich in der Nacht auf den 22. April in seiner Wohnung im Rheintal. Sie kamen sich körperlich näher. Doch als die Frau realisierte, dass der Beschuldigte immer noch Kontakt zu einer neuen Freundin habe, drehte sie durch. So schildert er es. Sie soll ein Messer genommen haben, um sich selbst zu verletzen, das er ihr aus der Hand schlug.

Hämatome am ganzen Körper

Sie wiederum behauptet, er habe sie geschlagen und in der Wohnung eingesperrt. Ein Kollege, der den beiden Wein und Zigaretten vorbeigebracht hatte, bekam einen ähnlichen Eindruck. Unter Todesängsten alarmierte sie schließlich die Polizei. Der 34-Jährige kam in Untersuchungshaft. Für die Frau ging es am nächsten Tag ins Krankenhaus. Hämatome verteilten sich über ihren gesamten Körper.

Beziehungsstreit endet vor Gericht – Angeklagter weist alle Vorwürfe zurück

Die Vorwürfe bestreitet der Beschuldigte vehement, auch wenn er ein temperamentvoller und eifersüchtiger Mensch sei. „Ich bin nicht für die Verletzungen verantwortlich. Ich habe mein ganzes Leben verloren und sie hat unser Kind als Druckmittel benutzt.“ Ihm sei es nämlich hauptsächlich darum gegangen, weiterhin Kontakt zu seiner Tochter zu haben.

Der genannte Kollege erschien als Zeuge nicht vor Gericht. Die Verhandlung wird daher am Montag, 9. Oktober, fortgesetzt.