Die Filme für das ALPINALE Kurzfilmfestival stehen fest

62 Kurzfilme wurden nominiert, die von 8. bis 12. August in der Remise Bludenz und auf dem Vorplatz ausgestrahlt werden. Mit dabei sind auch 14 regionale v-shorts (Vorarlberger Kurzfilme).
Bludenz Das ALPINALE Kurzfilmfestival feiert in zwei Monaten wieder die Vielfalt und Kreativität des Kurzfilms und lockt Filmschaffende aus der ganzen Welt nach Bludenz. Über 1.100 Einreichungen mit einer Gesamtdauer von
265 Stunden wurden gesichtet und nun 62 Kurzfilme ausgewählt, die vor und in der Remise in Bludenz präsentiert werden. Die kürzeste Filmdauer beträgt
45 Sekunden, während der längste Film 30 Minuten dauert.
Von 8. bis 12. August findet in Bludenz das 38. ALPINALE Kurzfilmfestival, das in enger Zusammenarbeit mit der Kulturabteilung der Stadt Bludenz organisiert wird, statt. Bei der Preisverleihung am letzten Abend wird das begehrte „Goldene Einhorn“ vergeben. Zwei Jurys aus Filmschaffenden werden die Kurzfilme bewerten. In der Jury für den Wettbewerb International sind David Wagner, Hamed Soleimanzadeh und Hanna Mathis vertreten und küren die Gewinnerinnen und Gewinner in den Kategorien Kurzspielfilm und Animation. Eine weitere Jury, bestehend aus Laura Bilgeri, Oskar Lehemaa und Fabiana Serpa, wird die besten Filme in den Kategorien v-shorts, Horror und VR-shorts auswählen.

Am Dienstag
Das ALPINALE Kurzfilmfestival eröffnet am Dienstag, 8. August mit der französischen Animation „Home of the Heart“ zum Thema Immigration und Identität, dargestellt von einem Einwanderer und seinem metaphorischen Herz. Darauf folgt das intensive Drama „Voices“, welches die Grenzen der Verantwortung hinterfragt. Die Animation „The Record“ führt uns durch eine Reise in die Vergangenheit, während „Istina“ die harten Realitäten des Journalismus in einem feindseligen Umfeld beleuchtet. „Crab“ erforscht die schicksalhafte Dynamik zwischen Menschen und Tieren, während „Die Schule brennt und wir wissen warum“ und „Ein Mord frei“ provokante Einblicke in Machtspiele und gesellschaftliche Normen bieten.
Am Mittwoch
Die bittersüße Animation „One Last Wish“ über die Macht von Wünschen eröffnet den Mittwoch. Darauf folgt „Mitläufer“, ein packendes Drama über Loyalität und Verdacht. „Radio Silence“ und „Lockpickers“ betrachten beide die Folgen von Beziehungsenden und häuslicher Gewalt, während „Scale“ in die dunkle Welt der Drogenabhängigkeit eintaucht. Mit „Ciela“ erleben wir die Magie und die Konsequenzen der kindlichen Fantasie. „Kolaj“ beschäftigt sich mit dem Erwachsenwerden und der komplexen Wahrnehmung von Menschen, während „Mach’s Licht aus!“ den allzu menschlichen Wunsch nach Privatsphäre thematisiert.
Am Donnerstag
Der Donnerstag beginnt dagegen mit der „Würdenbewahrerin“, einer Pflegekraft, die mit Zeitdruck und harten Entscheidungen konfrontiert ist. Im Kontrast dazu steht der eskalierende Konflikt im israelischen „Friendly Fire“, der durch ein scheinbar harmloses Fußballspiel ausgelöst wird. Diese Thematik der Konfrontation zieht sich durch das Abendprogramm und manifestiert sich in der Begegnung mit Rassendiskriminierung in „Black Soldier“ und der Ignoranz der Mitfahrer in „Busline 35A“. „Die allerlangweiligste Oma auf der ganzen Welt“ beschäftigt sich mit der Konfrontation mit dem Tod. Der Tag endet mit „Nackte Männer im Wald“, einer turbulenten Beziehungsgeschichte mit einer ungewöhnlichen Wendung.
Am Freitag
„The Bridge“ führt die Zuschauerinnen und Zuschauer am Freitag durch die Erlebnisse eines zehnjährigen Waisenjungen während des Krieges, während „Erlkönigin“ das ideologische Dilemma einer Mutter gegenüber ihrer kranken Tochter darstellt. „Demon Box“ gibt einen Einblick in die harte Realität des Filmemachens, während „White Lie“ und „Das andere Ende der Straße“ die Zuschauer mit der bitteren Wahrheit der Ungleichheit und des Mobbings konfrontieren. Und schließlich sorgen „Franky“ und „For Pete’s Sake“ mit ihren unerwarteten Wendungen für eine humorvolle Auflockerung am Ende.

Die diesjährigen v-shorts
Die regionalen v-Shorts laufen am Mittwoch und Donnerstag (ab 17.30 Uhr) in der Remise und bieten eine breite Palette an Themen, von Freundschaft, Liebe über Geschlechterzuschreibungen und Vorurteile bis hin zu Depression und moralische Prüfungen. Der Fokus liegt auf Themen, die mit dem menschlichen Zustand verbunden sind, wie innerer Konflikt, persönliches Leid, Scheitern und Überwindung. Die Filme schärfen das Bewusstsein für diese Themen und regen die Zuschauer zum Nachdenken und zur Reflexion an. Der beste Vorarlberger Kurzfilm erhält neben einer Trophäe ein Preisgeld von 500 Euro.
„HARRI DU SANDLER“ entführt uns in die Welt von Harri, der seine Tage damit verbringt, Tauben auf einer Parkbank zu beobachten. Doch eines Tages erscheint eine mystische Figur und führt ihn in einen magischen Wald, wo ihm ein Geschenk angeboten wird, das seine Moral herausfordert. Der Film stellt Fragen nach Ethik und Moral und entführt das Publikum in eine fantastische Welt. Die Idee für den Film entstand bei einem Spaziergang am Gebhardsberg in Bregenz. Die Regisseure Felix Strele und Felix Beck wollten die Frage, ob man sich auf Kosten anderer bereichern darf, in einem märchenhaften Wald bearbeiten. Ein interessanter Fun-Fact ist, dass eine der Schauspielerinnen tatsächlich eine echte Prinzessin ist.
„I’M SORRY IT DIDN’T WORK OUT“ von Christoph Matt ist ein eindringliches Kunstwerk, das sich mit der menschlichen Beziehung zum Meer im Angesicht des Anthropozäns auseinandersetzt. Ein Entschuldigungsbrief richtet sich an den Planeten Erde und bittet um Vergebung für die Handlungen der Menschheit. Der Film regt zum Nachdenken über den Zustand unserer Welt und die Verantwortung jedes Einzelnen an. Der Kurzfilm entstand aus einer aktiven Zusammenarbeit von Kunst und Wissenschaft in Reykjavik. Der gesamte faktenbasierte Sprachtext des Films basiert auf den Interviewaufzeichnungen mit dem lokalen Biologen, Professor und Doktor Skúli Skúlason.
„ONE CONTROLLED“ von Claudia Nappi ist ein von Jugendlichen für Jugendliche entwickelter Kurzfilm, der Themen wie Fremdbestimmung, Zusammenhalt und Empowerment erkundet. Der Film ermutigt junge Menschen, sich gegenseitig zu stärken und gemeinsam für ihre Ziele einzustehen. Er stellt die Frage nach persönlicher Bestimmung und zeigt die Bedeutung von Zusammenarbeit und Unterstützung. Die Idee für den Film entstand aus der intensiven Arbeit mit Jugendlichen, die oft den Wunsch haben, berühmt zu werden. Regisseurin Claudia Nappi wollte ihnen eine Plattform bieten, um die Gefahren des Showbusiness zu erkennen und ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen.
„PRESERVE“ von Manuel Baus erzählt eine dystopische Geschichte über den Kampf um alternative Energiequellen in einer Welt am Rande des Zusammenbruchs. Die Forscherin Ayla sucht verzweifelt nach Lösungen, als plötzlich ein Energieausfall die Situation noch komplizierter macht. Der Film wirft Fragen nach Nachhaltigkeit und den Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt auf. Manuel Baus und Julian Dünser, beide Science-Fiction-Fans, entwickelten die Idee für den Film während ihres Studiums an der FH Vorarlberg. Das Projekt stellte eine Herausforderung dar, da es sich um ein Science-Fiction-Projekt handelte und es schwierig war, die richtigen Ansprechpartner und Locations in Vorarlberg zu finden.
In „DER ALTEN ZEITEN WEGEN“ von Otmar Rützzler und Alfred Fechter treffen sich die Freundinnen Beate und Renate nach langer Zeit am Bahnhof. Sie feiern ihr Wiedersehen und stoßen auf alte Erinnerungen und neue Momente an. Der Film porträtiert auf charmante Weise die Freundschaft zweier Frauen und die Bedeutung von Verbindung und Erinnerung. Die Idee des Films stammt aus alten Gedichten von Manfred Strolz. Der Film wurde in Innsbruck gedreht.
„DER BLONSER ENGEL“ von Wolfgang Tschallener erzählt die wahre Geschichte von Albert Dünser, der während der Lawine in Blons im Jahr 1954 trotz persönlicher Tragödie Leben gerettet hat. Der animierte Film fängt auf eindrucksvolle Weise die Heldentat und den Mut von Albert Dünser ein. Eine besondere Herausforderung bestand darin, die dramatischen Ereignisse der Katastrophe in Einzelbildanimation darzustellen. Der Film wurde komplett animiert, und das Team setzte alles daran, diese Geschichte auf berührende Weise zum Leben zu erwecken.
„DROWNING IN THE SEA“ von Eve Roth thematisiert die Herausforderungen einer Beziehung im Angesicht von Depressionen. Der Film erforscht das Gefühl des Verlierens gegen die eigenen Gedanken und zeigt die Kraft des Durchhaltens und der Hoffnung. Die Idee für das Video entstand, als die Sängerin der Regisseurin die Demo-Version des Songs zeigte. Die Dreharbeiten fanden in Wien statt und stellten einige Herausforderungen dar, darunter das Drehen im kalten Aprilwetter und das Organisieren ausreichend vieler roter Rosen.
„HER*HAIR – Eine Performance zur Erforschung der weiblichen* Körperbehaarung“ von Tabea Hampel thematisiert die Geschlechterzuschreibungen und untersucht die weibliche Körperbehaarung. Der Film stellt Fragen nach Identität und Rollenbildern und regt zum Nachdenken über gesellschaftliche Normen an. Die Herausforderung bestand darin, das Thema der weiblichen Körperbehaarung in einem Kurzfilm zu erforschen. Die Produktion wurde als One-Take umgesetzt. Die Regisseurin Tabea Hampel führte Regie und setzte die Performance im Badezimmer um.
In „PARA SIEMPRE“ von Tania Maria Rodrigues-Peters erleben wir eine berührende Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen, die von Vorurteilen, Angst und Scham getrennt sind. Nach vielen Jahren treffen sie sich wieder, und ihre Liebe bleibt stark, während sie sich gegen Vorurteile und Hindernisse behaupten. Die Geschichte spielt in einer Zeit, in der die Liebe zwischen zwei Menschen des gleichen Geschlechts noch nicht akzeptiert wurde.
„HERZFLIMMERN“ von Sandra Aberer ist ein feinsinniger Kurzfilm, der einen inneren Konflikt der Protagonistin Ella erforscht. Durch dialogähnliche Gedanken im Kopf gerät ihre Gefühlswelt in Aufruhr, während sie mit ihrer Situation und den Auswirkungen ihrer Herzensentscheidung umgeht. Die Idee zum Film entstand aus einer persönlichen Lebensaufgabe und Herausforderung.
„GO FOR IT“ von Jennifer Dünser ist ein inspirierender 45-sekündiger Animationsfilm, der das Gefühl des Scheiterns einfängt und zur Weiterentwicklung ermutigt. Der Clip ermutigt dazu, trotz Rückschlägen den Mut nicht zu verlieren und weiterzumachen. Die Regisseurin fand in einer schwierigen Zeit Inspiration für den Film. Eine der Herausforderungen bestand darin, trotz Niederlagen weiterzumachen und emotional stark zu bleiben.
„NELLY’S STORY“ von Jonas Steinacker erzählt die Geschichte von Nelly, die an ihrem neunten Geburtstag ihre Mutter aussperrt und Videos von ihr ins Internet stellt. Als die Situation eskaliert, müssen Rettungskräfte eingreifen. Der Film beleuchtet die Dynamik zwischen Mutter und Tochter und thematisiert die Macht der sozialen Medien.
Mayas Depression, der „HOUND“, wird bei einem gesellschaftlichen Treffen unkontrollierbar stark und zeigt die unsichtbaren Herausforderungen von Betroffenen. Die Idee entstand aus persönlicher Erfahrung mit Depression. Die Produktion des Films stellte ein großes Problem dar, da das Skript mehrmals überarbeitet und die Animation unter Zeitdruck erstellt werden musste. Jeder Frame wurde von Hand gezeichnet, und die Regisseurin Lara Smith investierte viel Zeit und Mühe, um ihre Vision zum Leben zu erwecken.
Zahlen und Fakten zum Programm:
62 internationale und regionale Kurzfilme werden während des Festivals gezeigt.
Das ehrenamtliche Team der ALPINALE hat für das Festival 2023 über 1.100 Einreichungen mit einer Gesamtdauer von 265 Stunden gesichtet.
Kategorien und Filmanzahl: Kurzspielfilm: 18 Filme (Durchschnitt: 18 Minuten), Animation: 11 Filme (Durchschnitt: 11 Minuten), v-shorts: 14 Filme (Durchschnitt: 11 Minuten), Kinderkurzfilm: 7 Filme (Durchschnitt: 11 Minuten), Horror: 6 Filme (Durchschnitt: 11 Minuten) und VR-shorts: 6 Filme (Durchschnitt: 10 Minuten)
Kürzeste Filmdauer: 45 Sekunden
Längste Filmdauer: 30 Minuten
Das ALPINALE Kurzfilmfestival präsentiert die Filme open-air in Originalfassung mit deutschen oder englischen Untertiteln.
Der beste Vorarlberger Kurzfilm erhält neben einer Trophäe ein Preisgeld von 500 Euro.
Die Hälfte der 62 Filme im Programm sind aus Deutschland bzw. Österreich (darunter 14 v-Shorts). Insgesamt werden Filme aus 17 Ländern gezeigt, darunter Taiwan, Neuseeland, Mexiko, Island, Kanada, Israel, USA, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Portugal, Dänemark, Schweiz, Belgien und Polen