Die Alpe Spora wurde sommerfit gemacht

VN / 22.05.2023 • 17:30 Uhr
Alexander Stemer mit den Söhnen David und Marco und Alp-FreundinLara sind mit Pickeln, Eimern und mit der Motorsäge unterwegs. <span class="copyright">est</span>
Alexander Stemer mit den Söhnen David und Marco und Alp-FreundinLara sind mit Pickeln, Eimern und mit der Motorsäge unterwegs. est

40 Helfer packten beim Frühjahrsputz auf der Alpe Spora mit an.

tschagguns Kaum hat sich der Winter in den unteren Lagen zurückgezogen, heißt es auf der Alpe Spora klar Schiff machen, denn bald schon wird die Alpe wieder bewohnt sein und Kühe und Rinder in den Genuss von saftigen Alpenkräutern kommen.
Alpmeister Markus Netzer aus Schruns lud wie alle Jahre zuvor zum gemeinsamen „Gemeindewerk“ auf der Alpe ein. Dieses Jahr ging die Ausrupf-Pickel-Aktion „Auf den Böden“ auf 1239 Metern Seehöhe und bei idealen Wetterbedingungen über die Bühne. Neben den Landwirten und Freunden griffen alle Helfer tatkräftig zu Pickeln und Hacken.

Die Alpe Spora
Die Alpe Spora
Matthias Beitel (l.) und Michael Mauritz sind  aus Wien angereist und schon Stammgäste bei der Aktion.
Matthias Beitel (l.) und Michael Mauritz sind aus Wien angereist und schon Stammgäste bei der Aktion.

Der Bösewicht

Überall sprießen die Frühlingsblumen wie Sumpfdotterblumen, Soldanellen, Himmelschlüssel und andere Pflanzen aus dem Boden. Der Bösewicht, dem es an den Kragen und an die Wurzeln ging, ist der Weiße Germer. Die krautige, eigentlich sehr schöne Pflanze, ist von Kopf bis zur Wurzel giftig. Sie enthält Alkaloide, die bei Verzehr bei Mensch und Tier zu Vergiftungserscheinungen führen und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden können. Zudem rauben sie dem kargen Alp-Boden wichtige Nährstoffe. Daher ist es wichtig, die Pflanzen, bevor sie zur vollen Blüte kommen und sich tausendfach vermehren, zu eliminieren. Markus Netzer erwähnte, dass es keine Sisyphos-Arbeit sei, sondern durch die alljährliche Aktion deutliche Erfolge erzielt wurden.

Weißer Germer, der Bösewicht.
Weißer Germer, der Bösewicht.

Wasserlauf korrigieren

Neben dem Ausreißen von den Pflanzen hieß es auch, die Alpe von losen Steinen zu befreien und kleinere Gewässer in ihrem Lauf zu korrigieren. Alexander Stemer, der selbst Landwirt ist, war mit der Motorsäge unterwegs, um kleinere Tannen und unnützes Holz zu entfernen. Seine Söhne, David und Marco, ebenso auch Lara als Fan der Alpe, halfen beim Auspickeln. Aus Wien reisten Matthias Beitl und Michael Mauritz an, um an der nicht alltäglichen Alp-Aktion teilzunehmen. „Wir kommen jedes Jahr hierher, wir sind schon Stammgäste hier und sind wie Gastarbeiter“, schmunzelten sie.

Landwirt Alexander Stemer mit Sohn David.
Landwirt Alexander Stemer mit Sohn David.
Alp-Chef Markus Netzer serviert seinen Gästen Gegrilltes.
Alp-Chef Markus Netzer serviert seinen Gästen Gegrilltes.
Marco Stemer war mit dem Pickel unterwegs.
Marco Stemer war mit dem Pickel unterwegs.

Ab dem 10. Juni geht‘s los

Ab 13 Uhr trudelten alle zum Mittagessen mit Grillmeister Helmut Peter ein. Der Alp-Chef Markus Netzer ließ es sich allerdings nicht nehmen, das Essen selber seinen Leuten zu servieren. Dabei bedankte er sich herzlich bei allen tapferen Helfern für die ganz wichtige Arbeit. Er informierte auch gleich, dass ab dem 10. Juni die Mutterkühe, Rinder und auch die Melkkühe in die wohlverdiente Sommerfrische starten werden.
Peter Bahl, der für das Kaufmännische auf der Alpe zuständig und auch ein Sponsor ist, überreichte allen fleißigen ehrenamtlichen Helfern seine Hausmarke – einen Karton mit Liebe gefertigten Holzspreißeln – und sagte: „Bis zum nächsten Jahr.“ EST

Die Brüder Otto und Peter Bahl genießen das Essen.
Die Brüder Otto und Peter Bahl genießen das Essen.
Hund Max schaute, dass alles mit rechten Dingen zugeht.
Hund Max schaute, dass alles mit rechten Dingen zugeht.