Hunderte Naturgefahren entlang der S 16

VN / 03.04.2023 • 18:25 Uhr
Christoph Wanker auf einer der beiden Betonmauern, die jeweils mit einem zentimeterdicken Panzerblech bestückt sind. <span class="copyright">vn/ger</span>
Christoph Wanker auf einer der beiden Betonmauern, die jeweils mit einem zentimeterdicken Panzerblech bestückt sind. vn/ger

Asfinag hat seit 2018 7,5 Millionen Euro in Maßnahmen investiert.

St. Jakob a. A., Bludenz Nicht alle Arbeiten, die die Asfinag umsetzt, finden auf der Straße statt. Ein Beispiel dafür sind Schutzmaßnahmen gegen Naturgefahren. „Wir haben das Thema Naturgefahren seit 2014 sehr prominent auf der Agenda“, erläutert Asfinag-Netzplaner Klaus Gspan und verweist dabei auf die Naturgefahrenmanagement-Strategie, die seit 2014 vorliegt.

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Vier Jahre später folgte die Fertigstellung der Naturgefahrenkarten für Vorarlberg und Tirol. Das Ergebnis: Entlang der knapp 65 Kilometer langen Arlbergschnellstraße (S 16) wurden Hunderte Naturgefahrenstellen ausgemacht, bei 41 davon (19 in Vorarlberg, 22 in Tirol) bestand laut Christoph Wanker, Projektleiter beim Asfinag-Baumanagement, lang-, mittel- oder kurzfristig Handlungsbedarf.

Der Spannerbach fließt unter der S 16 durch.
Der Spannerbach fließt unter der S 16 durch.

“Durch große Ereignisse wie das Hochwasser im Stanzertal und den Lawinenabgang in Galtür wurden die Bewertung und die Vorgaben im Normenwesen komplett überarbeitet. Das hat dazu geführt, dass in sehr vielen Bereichen, wo es früher keine roten und gelben Zonen gab, rote und gelbe Zonen aufgetaucht sind”, schildert er.

Klaus Gspan ist für die Netzplanung im Westen Österreichs zuständig.
Klaus Gspan ist für die Netzplanung im Westen Österreichs zuständig.

Panzerblech

Während auf Tiroler Seite ein Großteil der Gefahren von Muren und Steinschlag ausgeht, sind es in Vorarlberg die Alfenz oder Zuflüsse der Alfenz. Eines der größten Projekte befindet sich am Spannerbach, einem Zufluss der Alfenz.

Der Spannerbach ist ein Wildbach. Derzeit führt er nur wenig Wasser.
Der Spannerbach ist ein Wildbach. Derzeit führt er nur wenig Wasser.

“Das Objekt, das wir schützen müssen, ist die Brücke. In dem Wildbach kommt nicht nur Wasser, es kommen auch große Steine, die die Pfeiler beschädigen können”, sagt Christoph Wanker, während er auf die beiden mit einem zentimeterdicken Panzerblech bestückten Betonmauern zeigt, die um die vier Pfeiler herumgebaut sind. “Sie halten den Abfluss für den Bach frei”, ergänzt der Projektleiter.

Die Schutzbauten an der Spannerbachbrücke.
Die Schutzbauten an der Spannerbachbrücke.

In den letzten fünf Jahren sind in die Schutzbauten entlang der S 16 rund 7,5 Millionen Euro geflossen. Die Maßnahmen wurden über Simulationen auf Basis eines 100-jährigen Ereignisses und Untersuchungen ermittelt. Im Frühjahr/Sommer 2023 finden laut Asfinag die finalen Arbeiten statt.

Einige Projekte in Voralrberg

Glongtobelbrücke Schutz eines Widerlagers mittels Steinsatz

Brücke über die Alfenz Sanierung der desolaten Steinsätze zum Schutz der Pfeilerfundamente und Widerlagermauer sowie der aufgelöseten Sohlberollung auf rund 130 Meter Länge

Alfenz Ufersicherung durch Sanierung der Buhnen und Buhnenköpfe mit trockenen Steinsätzen

Brunnentobel Verlängerug des bestehenden Schutzdammes parallel zur S 16 und Errichtung eines Versickerungsbeckens inkl. Anpassung des Forststraßenverlaufes.

Spannerbachbrücke Schutz der Brückenpfeiler mit Ablenkmauern in Stahlbeton und Stahlbepanzerung