Rotkreuz-Teststation zieht um

VN / 26.10.2020 • 19:00 Uhr
Rotkreuz-Teststation zieht um
Das Testteam des Roten Kreuzes braucht mehr Platz und mehr Leute. VN/PAULITSCH

Messegelände als neuer Standort und Mitarbeiter gesucht.

Dornbirn Das Rote Kreuz benötigt wieder Personal, um die steigenden Coronatests bewältigen zu können. Mindestens 20 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden derzeit per Ausschreibung gesucht. Zudem soll die im Frühjahr in Röthis eingerichtete zentrale Teststation in eine Messehalle nach Dornbirn verlegt werden. „Im Winter wird es in Röthis ungemütlich“, merkt Coronakoordinator Rolanz Gozzi am Rande an. Vorrangig geht es bei der Umsiedlung jedoch darum, die vorhandene Testzeit durch einen Schichtbetrieb noch besser zu nutzen. Das ist unter anderem deshalb notwendig, weil mit der von Bayern eingeführten Testpflicht für Berufspendler aus Risikogebieten, zu denen bekanntermaßen aus deutscher Sicht auch Vorarlberg zählt, zusätzliche Arbeit auf das Rotkreuz-Team zukommt. Gozzi hofft, spätestens Mitte November mit der neuen Infrastruktur starten zu können. Seit Beginn der Coronakrise wurden fast 123.000 Tests durchgeführt.

Anstellung bis ins Frühjahr

Derzeit umfasst das Testteam über 50 Personen. 30 von ihnen arbeiten in Röthis, 10 bilden die mobilen Testteams, und zwischen 10 und 15 RK-Beschäftigte führen die Testungen in Tourismusregionen durch. Nun wird weiter aufgestockt. Die Anforderungen an die neuen Kollegen sind klar umrissen. Nach einer Einschulung sollen sie das Fachpersonal bei der Administration sowie der Vorbereitung und Durchführung von PCR- und Antigentests unterstützen. Angeboten werden Voll- und Teilzeitbeschäftigungen (mindestens 50 Prozent) und eine Anstellung zumindest bis ins kommende Frühjahr. Mehr kann Roland Gozzi derzeit nicht versprechen, er hofft jedoch, dass die zeitliche Einschränkung keinen Hinderungsgrund für eine Bewerbung darstellt. Den E-Mails nach zu urteilen, die er bislang auf die aktuelle Stellenausschreibung erhalten hat, scheint das nicht der Fall zu sein. „Es sind Interessenten darunter, die sich gerade in einer beruflichen Umorientierung befinden und die Zeit dazwischen mit einem Einsatz beim Roten Kreuz überbrücken möchten“, erzählt der langjährige RK-Geschäftsführer.

Kapazitätsnöte

Das immer stärker werdende Aufflammen der Coronainfektionen bringt das Rote Kreuz aber noch an einer anderen Front in arge Kapazitätsnöte. Auch der Rettungsdienst ist deutlich aufwendiger geworden, weil laut Roland Gozzi wieder mehr Infizierte zu transportieren sind. Die Abwicklung solcher Einsatzfahrten erfordere entsprechend viel Zeit. So sollen nach Möglichkeit nur noch Einzeltransporte durchgeführt werden, und anschließend ist jeweils eine intensive und gründliche Reinigung bzw. Desinfektion der benutzten Fahrzeuge fällig.

Für das neue Testzentrum sollen die Weichen schon in den kommenden Tagen gestellt werden. Damit entwickelt sich das Messegelände immer mehr zu einem Coronazentrum. Wie berichtet, ist dort seit einigen Wochen bereits das Infektionsteam mit 100 Arbeitsplätzen untergebracht. Im Frühjahr wurde in einer Messehalle außerdem ein 200 Betten umfassendes Notversorgungszentrum eingerichtet, dann aber glücklicherweise nicht benötigt. Nun sieht die Situation wieder anders aus. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen könnte das Notversorgungszentrum bald gebraucht werden.