Sauerstoff statt Beatmungsgeräte

Land sucht zusätzliche Bettenstandorte nach diesem Kriterium aus.
bregenz Es gibt eine kleine mutmachende Botschaft von der Corona-Front. Etwa 10 bis 12 der Infizierten in Vorarlberg sind wieder genesen. Das gab Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher bekannt. Von den aktuell 417 Erkrankten befinden sich 29 im Spital, immer noch zehn müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Eine junge Frau befindet sich nach wie vor in kritischem Zustand. Die schwere Ausprägung der Infektion gibt auch Experten Rätsel auf.
Sauerstoffversorgung
Im Land wird von Berechnungen ausgegangen, denen zufolge 900 Corona-Infizierte eine Spitalsbehandlung benötigen und etwa 100 von ihnen beatmet werden müssen. Bei der Bereitstellung von Betten außerhalb der Krankenhäuser will sich das Land nun auf Standorte und Einrichtungen konzentrieren, in denen die Möglichkeit einer Sauerstoffversorgung gegeben ist. Erfahrungen aus anderen Ländern hätten gezeigt, dass die Sauerstoffversorgung eine wichtige Voraussetzung für die Behandlung von Covid-19-Patienten darstellt. “Wir sehen, dass Patienten kein Beatmungsgerät brauchen, wenn sie schon vorher Sauerstoff bekommen”, erklärte Rüscher. „Sind die technischen Voraussetzungen geklärt, wird auch entschieden, welche Gebäude für zusätzliche Betten infrage kommen“, sagte Landeshauptmann Markus Wallner. Die Spitze an Spitalspatienten wird in zwei bis drei Wochen erwartet. Der Prognose folgend könnten in Vorarlberg 12.000 Menschen am Coronavirus erkranken. Die Planungen würden sich aber täglich ändern.
Keine Tests in Quarantäne
Jedenfalls wird nicht nur Personal gebraucht, sondern auch Testmaterial. Vor allem Reagenzien, das sind Stoffe, die beim Kontakt mit bestimmten anderen Stoffen eine spezifische Reaktion zeigen, werden knapp. Rüscher: “Wir haben mehrere Lieferungen in der Pipeline, aber im Moment suchen alle Staaten in Europa danach.” Vorarlberg sei eines jener Bundesländer, die noch am längsten auskommen. Trotzdem gelte es, sparsam zu sein. In den Quarantänegebieten wird weiterhin nicht getestet (die VN berichteten), weil, wie Martina Rüscher ausführte, das nichts an der Quarantäne ändern würde. Erst Ende März erfolgt eine Testung der Erkrankten. Je nach Ergebnis wird entschieden, ob die Sperren aufgehoben oder verlängert werden.