Das Streben nach dem perfekten Abschluss

Altachs Linda Natter ist keine Spielerin der großen Worte, vielmehr lässt sie Taten sprechen.
Altach, St. Pölten Ein besonderes Fußballjahr neigt sich für Linda Natter dem Ende zu – und doch hält es für die 18-Jährige noch zwei außergewöhnliche Ereignisse bereit. So steigt am Sonntag mit dem Spiel in St. Pölten gegen die Champions-League-Mannschaft aus Niederösterreich das ultimative Duell um die Herbstkrone.
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Nur eine Woche später bietet sich für die 18-jährige Mellauerin die große Chance, sich mit dem U-19-Nationalteam für U-20-WM im Sommer 2020 in Kolumbien zu qualifizieren. Liga-Torschützenkönigin 2022/23, Unter-19-EM-Endrunde – 2023 also ein Jahr der Superlative? „Das Coolste war dennoch die EM-Teilnahme“, sagt die Stürmerin in ihrer bescheidenen Art. „Dies im Kreise der Mannschaft zu erleben, war super“, so Natter, die sich selbst als „Mannschaftstyp“ bezeichnet.

Dabei waren die ersten Monate nach ihrem schulischen Umzug von der Mehrerau in die Akademie St. Pölten ein wenig holprig. „Für mich war es eine große Umstellung“, gibt sie zu. Allein ihr Wille und ein wenig familiäre Unterstützung („Mama war hin und wieder da“) haben doch recht schnell für Eingewöhnung gesorgt. Heute sagt die Schülerin, die im Sommer 2024 maturieren wird, mit voller Überzeugung: „Ich bin froh, dass ich es durchgezogen habe.“ Allein die vielen Zugfahrten zwischen Altach und St. Pölten, so gibt sie zu, können zuweilen ein wenig nerven. „Weil es mit meinem Vorsatz zu lernen nicht immer klappt“, schmunzelt sie. Musik hören sei dann oft die „bessere Wahl“. Zumal am Ende jeder Zugfahrt das Wiedersehen mit „meiner Mannschaft“ steht, und das löse, so Natter, stets das Gefühl des „Heimkommens“ aus.
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„Wir sind eine super Truppe“, streut sie ihren Mitspielerinnen Rosen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie mit ihren Leistungen auch die Erwartungshaltung erhöht haben. Ein Druck, den Natter gar nicht erst an sich heranlässt. „Wir können nur unser Bestes geben“, sagt sie und wirkt dabei trotz ihrer jugendlichen Unbefangenheit doch sehr reif. Deshalb wundert auch nicht ihre Antwort, wenn sie auf ihre Ziele für die bevorstehenden Spiele angesprochen wird: „Ein Sieg gegen St. Pölten und ein Sieg gegen Island.“ Ein Satz, der Selbstvertrauen ausstrahlt, ohne dabei in Träumerei zu verfallen. Linda Natter ist eine junge Fußballerin, die genau weiß, was sie will. Worte allein genügen ihr nicht, sie verfolgt ihre Ziele konsequent.

Auch ein bisschen Spaß darf sein. gepa
Noch gilt sie als Rohdiamant im Vorarlberger Frauenfußball, doch ihre rasante Entwicklung könnte früher oder später auch Klubs wie FC Bayern oder Barcelona – für beide schwärmt Natter – auf den Plan rufen.
Alles rund um das Spitzenspiel in St. Pölten gibt es hier.
Zum Saisonabschluss bleibt ihr am Samstag die Zugfahrt erspart. Denn mit ihrem Team bestreitet sie am Sonntag den Herbstabschluss in St. Pölten, und danach geht es direkt zum Nationalteam, wo die Vorbereitung auf das Qualifikationsspiel gegen Island (4. Dezember in Salou/Spanien) ansteht.

„Ein Privileg, um den Herbsttitel zu spielen“
Mit dem Topspiel zwischen Altach/Vorderland und St. Pölten endet die Herbstsaison in der Frauen-Bundesliga. Die Niederösterreicherinnen, die mittwochs in der Champions League nach starker Leistung bei Lyon nur 0:2 verloren, haben Heimrecht. Doch Altach ist eines der wenigen heimischen Teams, die dem Serienmeister eine Niederlage beifügen konnten. Zumal Altachs Bilanz 2023 imponierend ist: 22 Spiele, 19 Siege, ein Remis und nur zwei Niederlagen – bei einem Torverhältnis von 107:17. Oder wie es Chefcoach Bernhard Summer sieht: „Für uns ist es ein Privileg, um den Herbsttitel zu spielen.“