Nach dem Brand: Wird das Alamannendorf wieder aus der Asche entstehen?

VN / 21.04.2026 • 12:58 Uhr
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Vvn/gs (3)Brandolf Höss vor den verkohlten Trümmern des altehrwürdigen Langhauses im Freilichtmuseum in Mäder.

Exakt 30 Jahre nach der Gründung zerstörte eine Feuersbrunst das Langhaus in Mäder. Obmann Brandolf Höss (53) erzählt, wie es nun weitergehen wird.

Mäder Noch immer trägt der Wind den Brandgeruch im idyllischen Winkel Ulimahd in Mäder. Dort zerstörte ein verheerender Brand in der Nacht auf den vergangenen Samstag das Herzstück des Museums, das prächtige Langhaus. Und das, während dort ein Wildnispädagogik-Lehrgang stattfand.

Nach dem Brand: Wird das Alamannendorf wieder aus der Asche entstehen?
vlachEin Feuer verwandelte das Prunkstück des Dorfes in Schutt und Asche.

Als Brandursache wird eine umgefallene Kerze im Gebäude aus Lehm und Holz vermutet. “Doch so genau weiß das eigentlich niemand”, sagt Höss beim Lokalaugenschein mit den VN. Nur so viel: “Die beiden Personen, die im Langhaus übernachteten, haben angesichts der unglaublich raschen Ausbreitung des Feuers großartig reagiert und sind sofort ins Freie gesprungen. Löschversuche wären vergeblich gewesen, auch mit dem an der Außenwand angebrachten Feuerlöscher. Denn man sah innerhalb von Sekunden im Nebel einfach gar nichts mehr.”

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Der Alamannenkreis Mäder wollte dieser Tage hier sein 30-jähriges Vereinsjubiläum feiern. Im April 1996 war der Grundstein des seither allseits geliebten Freilichtmuseums gelegt worden.

“Das größte Geschenk”

Und jetzt das. Aber: “Natürlich sind wir mental sehr mitgenommen über das Geschehene. Aber das größte Geschenk für mich ist, dass keine der anwesenden Personen ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen worden sind und sich alle in Sicherheit bringen konnten”, stellt der Alamannen-Obmann klar. Da das Langhaus ausschließlich aus Beständen der Natur errichtet worden war und ohne jede künstlichen Materialien wie Plastik oder Ähnliches, wurden überdies keine giftigen Stoffe freigesetzt.

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Zeichen des Mitgefühls. Jemand hat einen Gedenkkranz ans Gebälk der Brandruine befestigt.

Und Brandolf Höss und die Mitglieder seines Vereins wären keine überzeugten Alamannen, würden nach dem Inferno nun Schock und Pessimismus triumphieren. Vielmehr erwacht ein deutlicher Optimismus in diesem Kreis der Pfleger uralten Vorarlberger Brauchtums.

Das bedeutet Wiederaufbau. Ein fester und fixer Plan, gerade auch bewilligt von der Gemeinde. Höss hofft neben allgemeiner Spendenbereitwilligkeit vor allem auf das Wohlwollen der Versicherung. Damit zumindest das Gerüst und Dach des Langhauses finanziert werden können. Allein die Kosten dafür werden mit etwa 100.000 Euro beziffert.

Der “Thing”

Am kommenden Wochenende trifft sich der Alamannenkreis hier vor Ort zum traditionellen “Thing” (Versammlung), der nur von einem Thema beherrscht wird. “Sobald die Polizei die Brandruine freigegeben hat, werden wir mit Motorsägen anrücken und an den Abbruch gehen”, so Höss.

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Der Alamannen-Obmann inspiziert Weidengeflecht, das für den Wiederaufbau verwendet werden könnte.

Einiges sei ja noch brauchbar für den anschließenden Wiederaufbau. Etwa das Weidengeflecht. Befreundete Alamannenvereine aus dem Ausland haben bereits ihre Mithilfe angekündigt. Wenn Gerüst und Dach stehen, werden die Lehmwände errichtet. Alles soll wieder so wie einst erstrahlen. Die Alamannen haben in den nächsten Monaten (oder Jahren) also viel vor. Für jene, die ihnen finanziell beistehen wollen, haben sie ein Spendenkonto errichtet: An Alamannische Brauchtums- und Kulturgemeinschaft AT 95 2060 4009 0000 0886 mit BZ: Langhaus Wiederaufbau.