Rossi war der Schwerarbeiter

Sport / 23.05.2023 • 22:54 Uhr
Eine Achse, die im Powerplay funktionierte: Marco Rossi, David Reinbacher, Peter Schneider und Dominic Zwerger.gepa
Eine Achse, die im Powerplay funktionierte: Marco Rossi, David Reinbacher, Peter Schneider und Dominic Zwerger.gepa

Die sechs Vorarlberger im österreichischen WM-Team verkauften sich anständig.

Schwarzach Sechs Vorarlberger halfen bei der Eishockey-A-WM in Tampere mit, Österreich zum zweiten Mal in Serie den Klassenerhalt zu sichern. So waren die Ländle-Cracks, mit der Vorarlberger Brille betrachtet, unterwegs:

David Madlener Der Torhüter überzeugte bei seinem einzigen WM-Einsatz, dem 1:3 gegen die Finnen. Er wehrte 36 der 39 Schüsse ab, das bedeutet eine Fangquote von 92,31 Prozent. An ihm lag es nicht, dass Österreich in der Torhüterwertung (86,43 Prozent) nur vor Frankreich lag. Der 31-jährige Pioneers-Goalie begnügte sich mit seiner Rolle als Nummer drei und ist als Stimmungsmacher für die Mannschaft auch abseits vom Eis wertvoll.

Kilian Zündel Im (zu) offensiv ausgerichteten Nationalteamblock mit Salzburger Meisterspielern war der 22-jährige Dornbirner oft die letzte Instanz in der Verteidigung. Im Verbund mit Thomas Raffl (in der Plus-Minus-Statistik bei Minus zehn), Benjamin Nissner (-11) und Lucas Thaler (-9), sowie Abwehrpartner Dominique Heinrich (-10) fiel der Ambri-Legionär (-9) durch kluges Stellungsspiel und große Einsatzfreude auf.

Manuel Ganahl Am Ende war für den Co-Kapitän alles gut. Nach einigen durchwachsenen Einsätzen gelang dem Montafoner im Penaltyschießen beim WM-Entscheidungsspiel gegen Ungarn das Siegestor. Die Strafe im Startspiel, die den Franzosen das entscheidende Tor zum Sieg ermöglichte, bezeichnet er selbst als „unnötig“. Dem 32-Jährigen klebte bei einigen guten Möglichkeiten das Pech am Schläger, Ganahl musste sich aber im Turnierverlauf auch an wechselnde Sturmpartner anpassen.

David Reinbacher Der nächste erfrischende Auftritt des 18-jährigen Verteidigertalents. Der Lustenauer fehlte wegen einer Bänderverletzung zwar in drei Spielen, lieferte aber unter den Augen zahlreicher NHL-Scouts tadellose Leistungen ab. Als einziger ÖEHV-Spieler ging er in der Plus-Minus-Statistik mit Plus eins vom Eis. Teamchef Roger Bader forcierte die Draft-Hoffnung auch in heiklen Situationen wie in der Overtime gegen Ungarn. Mit einer durchschnittlichen Eiszeit von 15:57 Minuten pro Spiel wurde er in der Verteidigung nur von Heinrich übertroffen. Und mit sieben Torschüssen – wie Bernd Wolf – zeigte er auch Stärken in der Offensive.

Marco Rossi Mit 129:30 Minuten Eiszeit war er der Schwerarbeiter in der rot-weiß-roten Auswahl. Der Rankweiler Profi in Diensten der Minnesota Wild verbuchte ein Tor und fünf Vorlagen, war der beste ÖEHV-Scorer, seine 20 Torschüsse bedeuteten ebenfalls die Topwertung. Der 21-Jährige organisierte an der blauen Linie das Überzahlspiel, war maßgeblich beteiligt, dass Österreich im Powerplay in der Turnierwertung auf Platz eins steht. Der Rankweiler wurde zweimal als bester Spieler Österreichs ausgezeichnet und gehörte mit Peter Schneider und Raffl zu den Top-drei-Auserwählten des Teams.

Dominic Zwerger Verkaufte sich mit einem Tor und einer Vorlage unter Wert. Der 26-jährige Stürmer in Diensten von Ambri war stets bemüht, kriierte Chancen, konnte aber seine technischen Fähigkeiten und Passqualitäten nicht wie gewohnt einbringen. Der „Vorarlberg-Gretzky“, wie der Dornbirner in den Schweizer Medien genannt wird, kam zu elf Torschüssen, beendete das WM-Turnier wie Rossi mit einer Minus-zwei-Bilanz.

Kilian Zündel (l.), oft die letzte Instanz in der Abwehr.
Kilian Zündel (l.), oft die letzte Instanz in der Abwehr.
David Madlener gefiel im Spiel gegen die Finnen.
David Madlener gefiel im Spiel gegen die Finnen.