„Nehme ich auf meine Kappe“

Austrias Markus Mader geht mit seinem Team, aber auch mit sich selbst, hart ins Gericht.
Lustenau 60 Minuten reichten im Duell von Austria Lustenau mit der WSG Tirol, um nach gefühlt zwei Jahren wieder einmal Pfiffe und Buh-Rufe gegen die eigene Mannschaft im Reichshofstadion zu vernehmen. Doch zugegebenermaßen, die Verschmähungen einzelner Zuschauer Richtung Mannschaft waren sogar gerechtfertigt. 0:4 zurück nach 52 Minuten, die Gäste aus Tirol, die aufgrund des fixierten Klassenerhalts ohne großen Ballast aufspielten, konnten schalten und walten wie sie wollten. Von Seiten der Austria kam wenig bis nichts – und dies in einem Match, das bei einem Sieg einen Fixplatz unter den ersten beiden Teams der Qualifikationsgruppe bedeutet hätte.
Auch einen Tag nach der 2:4-Heimniederlage konnte sich Austrias Trainer Markus Mader keinen rechten Reim aus der Geschichte machen, „denn wenn man sich die erste Elf ansieht, kann man auf jeden Fall davon ausgehen, dass Qualität am Platz war. Doch die größte Qualität hilft nichts, wenn es an Herz fehlt“, richtet der 55-Jährige harte Worte an sein Team. Und nimmt sich im gleichen Atemzug auch selbst in die Kritik. „Diese Niederlage nehme ich auf meine Kappe. Weil ich die Mannschaft in dieser Zusammensetzung aufs Feld geschickt habe“, erklärt der Coach und fügt weiter an, „dass am Ende nicht die Spieler das Problem waren, die von Start weg gespielt haben. Sondern eben die Kicker die vorerst auf der Bank saßen. Denn die haben nach deren Einwechslung richtig gezeigt, wie sehr sie es wollten.“
Deutliche Worte in der Kabine
Wie wahr, nachdem Fabian Gmeiner, Stefano Surdanovic und Adriel nach Seitenwechsel auf dem Platz standen, zeigte die Mannschaft ein anderes Gesicht. Wobei man nicht vergessen darf, kurz nach Seitenwechsel doppelte die WSG nach und erhöhte auf 4:0. Dass es danach nicht zu einem richtigen Debakel kam, war laut Mader dem Willen der Truppe aus Durchgang zwei geschuldet. „In der Pause habe ich der Truppe zuerst deutlich vorgeworfen, dass sie es in nur einer Halbzeit vollbracht hat, heimische Fans gegen uns aufzubringen. Danach war der Auftrag klar: Einen Auftritt hinlegen, der der Austria würdig ist“.
Der mit Sicherheit gelang, was aber auf keinen Fall die ersten wohl schwächsten 60 Minuten in der Amtszeit von Mader entschuldigen. Denn in den letzten beiden Runden (Altach auswärts, Hartberg zu Hause) sollte sich solch eine schlechte Leistung nicht wiederholen, sonst platzt der Traum vom Play-off-Spiel schneller als man denkt.
„In der ersten Halbzeit hat einfach das Herz gefehlt. Das sah danach schon anders aus.“


Fußball
Admiral Bundesliga
Meistergruppe (Tabelle nach der Punktehalbierung)
1. FC Salzburg* 30 22 7 1 63:19 + 44 45
2. SK Sturm Graz 30 19 6 5 53:26 + 27 39
3. LASK Linz 30 13 12 5 51:35 + 16 32
4. FK Austria Wien+ 30 11 9 10 53:48 + 5 23
5. SK Rapid Wien* 30 11 6 13 46:43 + 3 22
6. SK Austria Klagenfurt 30 10 5 15 41:59 – 18 20
Legende: +=drei Punkte Abzug wg. Verstößen gegen Lizenzauflagen
8. Spieltag
SK Rapid Wien – LASK Linz 1:1 (1:0)
Torfolge: 2. 1:0 Burgstaller, 86. 1:1 Goiginger
SK Austria Klagenfurt – Austria Wien 1:1 (0:0)
Torfolge: 79. 0:1 Jukic, 90+2. 1:1 Jaritz
RB Salzburg – SK Sturm Graz 2:1 (0:1)
Torfolge: 42. 0:1 Stankovic, 49. 1:1 Dedic, 88. 2:1 Konate
Admiral Bundesliga
Qualifikationsgruppe (Tabelle nach der Punktehalbierung)
1. Wolfsberger AC* 30 10 6 14 47:50 - 3 25
2. SC Austria Lustenau* 30 10 9 11 44:52 - 8 25
3. WSG Tirol 30 10 7 13 43:40 - 7 23
4. TSV Hartberg 30 8 6 16 36:51 – 15 21
5. SCR Altach* 30 6 8 16 27:51 – 24 17
6. SV Ried 30 4 11 15 26:46 – 20 14
Legende: *=Vorreihung bei Punktegleichheit (wegen Abrundung nach Grunddurchgang)
8. Spieltag
SV Ried – SCR Altach 0:1 (0:0)
Austria Lustenau – WSG Tirol 2:4 (0:2)
TSV Hartberg – Wolfsberger AC 0:2 (0:1)
Torfolge: 38. 0:1 Malone, 53. 0:2 Boakye
9. Spieltag (Samstag, 27. Mai, 17 Uhr)
Cashpoint SCR Altach – SC Austria Lustenau
Wolfsberger AC – WSG Tirol
TSV Hartberg – SV Ried