“Auf uns kommt nun eine ganz schwierige Zeit zu”

EHC-Lustenau-Präsident Herbert Oberscheider spricht über Luftschlösser, sein Angebot an die Gemeinde und einen möglichen Gang in die 3. Liga.
Die Rheinhalle ist einsturzgefährdet und hat somit ein Ablaufdatum. Diese Hiobsbotschaft bekam EHC-Präsident Herbert Oberscheider schon vor drei Jahren von der Gemeinde Lustenau. Dieses Ablaufdatum wird im Oktober 2024 erreicht sein und stellt den ganzen Verein vor eine große Herausforderung. Doch der Präsident sieht dies auch als Chance, etwas Einzigartiges in Lustenau zu schaffen.
Welche Lösungsansätze gibt es aus Ihrer Sicht?
Zum einen steht eine Sanierung im Raum, was ich aber nicht gut finde. Das Fundament und die Stahlträger werden weiterhin ein Problem bleiben. Die zweite Möglichkeit ist, dass die Gemeinde eine neue Eishalle baut, was für mich super wäre. Die dritte Möglichkeit ist ein Investorenprojekt, das von mir ins Leben gerufen wurde.

Was stellen Sie sich unter diesem Projekt vor?
Wir wollen eine tolle Sache für die Region schaffen. Dahinter steht ein Investorenmodell. Im Moment arbeiten wir ehrenamtlich daran, eine Halle zu entwerfen, die für die ganze Bevölkerung von Nutzen sein kann. Dafür brauchen wir aber ein 20.000 m² großes Grundstück von der Gemeinde. Erst wenn wir dieses Grundstück haben, werden die nächsten Schritte eingeleitet. Der Anspruch dabei wird immer sein, positiv zu wirtschaften. Schaffen wir das nicht, scheitert das Projekt.

Was hat das Rheintal von dieser Eishalle?
Wir reden hier nicht von einer reinen Eishalle. Neben dem Eislaufbetrieb soll die Multifunktionshalle für Kultur, Tourismus und andere Sportarten genutzt werden. Ein so großes Projekt muss auf vielen verschiedenen Füßen stehen, der Eissport könnte das niemals allein finanzieren.
Orientieren Sie sich an anderen Hallen?
Wir haben in der langen Zeit, während in der Gemeinde nichts passiert ist, schon Vorarbeit geleistet. Wir haben uns Hallen in der Schweiz angeschaut und auch schon mit finnischen Architekten das Gespräch aufgenommen, die in unserem Projekt eine Zukunft sehen.

In welchem Zeitraum könnte das Projekt umgesetzt werden?
Das ist offen. Wie schon gesagt, die nächsten Schritte werden erst eingeleitet, wenn es einen Baugrund gibt. Eine schnelle Umsetzung wäre aber möglich durch das Dilemma, das nun herrscht. Trotzdem sind dafür sicher fünf bis sieben Jahre einzuplanen, alles andere ist unrealistisch.
Wie soll der Spielbetrieb in der Zwischenzeit aufrechterhalten werden?
Das ist das zweite Projekt, das auf uns zukommt. Wenn es sein muss, kann ich mir auch vorstellen, eine Liga tiefer zu gehen und – extrem gesagt – das Dach und die Wände abzureißen, um in der 3. Liga eine Lizenz zu bekommen. Denn ich möchte nicht mehrere Millionen in eine Übergangslösung stecken, anstatt in unser neues Projekt.
Läuft für Sie nun alles auf dieses Projekt hinaus?
Nein, ganz im Gegenteil. Vor uns steht jetzt eine große Herausforderung, die wir mit der Gemeinde zusammen bewältigen müssen. Ich habe volles Verständnis, dass andere Projekte in Lustenau Priorität gehabt haben, aber nun müssen wir es Hand in Hand angehen. Ich könnte von der Gemeinde fordern, dass sie uns eine neue Halle bauen soll. Das mache ich aber nicht, ganz im Gegenteil. Mein Projekt soll eine Hilfe sein.

Gibt es schon Investoren?
Nein, die gibt es noch nicht. Diese werden erst kommen, wenn es ein konkretes Konzept gibt. Nur weil ich im Moment ein Luftschloss im Kopf habe, wird mich niemand finanziell unterstützen. OP