So lief der Oberau Ninja Warrior

Erneut ein großer Erfolg eines Schulkonzepts, das nunmehr erstmals für ganz Feldkirch zum Tragen kam. Ziel ist es, einen Ländle-Warrior für alle Schulen zu veranstalten.
Feldkirch Es war wieder so weit: Die Oberau Warriors sorgten an der Mittelschule Oberau Gisingen für riesiges Interesse. Bei spannungsgeladener und lauter Musik erfolgte feierlich der Aufmarsch der Teilnehmer in der Sporthalle. Auf den Tribünen versammelten sich derweil die Mitschüler und so manche Eltern. Nicht wenige Schüler hatten sogar Plakate für ihre Favoriten gestaltet. „Unsere Finalisten haben fleißig geübt und sind sehr motiviert. Alle haben sich große Mühe gegeben. Aus diesem Grund feuern wir alle Schüler an, auch wenn sie aus anderen Klassen sind“, forderte Sportpädagoge Thomas Lercher, der mit seinem Kollegen David Bischof diese Veranstaltung initiiert und organisiert hatte, zu einem kollegialen Umgang auf.


Stärkung der Klassengemeinschaft
„Im Prinzip geht es beim Oberau Warrior darum, einen Parcours mit verschiedenartigen Hindernissen schnellstmöglich zu bewältigen. Zunächst findet ein Qualifying statt. Die 30 Schnellsten starten dann im großen Finale. Für diesen Parcours lassen wir uns jährlich neue Herausforderungen einfallen“, erläutert Bischof den Hintergrund dieses Events. „Dieses Finale ist nicht nur eine Sportveranstaltung, sondern eben auch eine Show mit Musik, Publikum, Licht, Interviews und Siegerehrungen.“

„Im Prinzip geht es darum, einen Parcours mit Hindernissen so schnell wie möglich zu bewältigen.“
David Bischof über den Oberau Ninja Warrior


Rund 120 Schüler hatten beim Qualifying mitgemacht. Schuldirektor Gerold Zangerle freute sich: „Es ist einfach großartig, wie alle mit Begeisterung dabei sind. Diese Veranstaltung dient der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls in den Klassen. Alle haben ein gemeinsames Ziel, nämlich möglichst gut beim Oberau Warrior abzuschneiden.“ Der Start erfolgte dann in umgekehrter Reihenfolge der Qualifikation. Derjenige Teilnehmer, der in seiner Gruppe die beste Zeit beim Durchlaufen des Parcours erreicht hatte, durfte auf dem sogenannten Leadersitz Platz nehmen, wo er von der Pädagogin Karin Amann interviewt wurde. So manch junge Athlet war allerdings dermaßen außer Atem, dass er die Fragen kaum beantworten konnte. Kein Wunder, denn der Parcours hatte es in sich. So mussten beispielsweise bei der Station „Hängebrücke“ zwei Langbänke, die mit Seilen an der Decke befestigt waren und deshalb schwankten, überquert werden. Ein weiteres Hindernis bildete der „Hangman“, eine quergelegte Holzstiege, die Griff für Griff bewältigt werden musste. Der Station „Sandwich“ eilt mittlerweile ihr Ruf schon voraus, bei dieser Station wurden zwei Weichböden, das sind dicke blaue Turnmatten, zusammengebunden. Die Aufgabe bestand darin, durch dieses Sandwich zu kriechen, was doch einigen Mut erforderte. Und nicht zuletzt „The Wall“ war für so manchen Sportler nicht zu erklimmen, was jedoch der Stimmung im Saal keinen Abbruch tat.



Abwechslungsreiches Programm
Nach eineinhalb Stunden intensivster sportlicher Anstrengung fand die Siegerehrung für die ersten und zweiten Klassen statt, bei der alle Teilnehmer einen Anerkennungspreis gewannen. Mädchen und Jungen wurden separat gewertet. Nach einer kurzen Pause starteten die Finalisten der dritten und vierten Klassen um den Titel des Oberau Warriors. Auch die Schüler dieser Klassen waren durch den abwechslungsreichen Parcours sehr gefordert. Das straffe sportliche Programm wurde zwischendurch durch eine Tanzeinlage der Schülerinnen der vierten Klasse und einem Flash Mob der Erstklässlerinnen aufgelockert. Um aufkommenden Hunger zu stillen, verkauften Schüler selbst gemachte Hot Dogs in den Pausen. „Die diesjährige Veranstaltung war super und unglaublich spannend, da der Sieger nur zwei Hundertstel Sekunden Vorsprung hatte“, zeigte sich David Bischof begeistert.





Der Erfolg der Veranstaltung konnte jedoch nur durch eine ausreichende Vorbereitung gewährleistet werden. „Wir haben viel Zeit investiert, allein für den Aufbau des Parcours haben wir über 30 Stunden gebraucht. Aber Thomas und ich sind beide mit Leidenschaft dabei, die Begeisterung der Schüler ist für uns die schönste Belohnung“, führte Bischof aus. Das Konzept dieser Schulveranstaltung machte im wahrsten Sinn des Wortes Schule, so fand an diesem Nachmittag erstmals der „Feldkirch Oberau Warrior“ statt, an dem sich einige Schulen aus dem Raum Feldkirch beteiligten. „Nächstes Jahr können wir vielleicht sogar einen ‚Vorarlberg Oberau Warrior‘ durchführen“, zeigten sich David Bischof und Thomas Lercher am Schluss innovativ für eine Erweiterung ihres erfolgreichen Konzepts. BI
Das sagten die Teilnehmer

Ich bin voll glücklich, denn ich habe bei den Mädchen den ersten Platz und in der Gesamtwertung den 4. Platz erreicht. Am Morgen war ich zwar etwas nervös, das hat sich aber dann gelegt. Mir ist – im Gegensatz zu vielen anderen – die Station Cliffhanger leichtgefallen. Wohl deshalb, weil ich gerne klettere. Jenny Lindner, 14 Jahre

Mir hat der Parcours voll Spaß gemacht. Ich bin nur einmal kurz ausgerutscht, sonst hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten. Und am meisten freut mich, dass ich gewonnen habe. Gabriel Nazik, 13 Jahre

Ich war schon sehr nervös. Vor der Hängebrücke hatte ich ein wenig Angst. Im Nachhinein ist es aber ein schönes Gefühl, dass ich den Parcours geschafft habe. Ich habe mein Bestes gegeben. Anika Grutsch, 13 Jahre

Ich war dieses Mal der Vorläufer. Die Hängebrücke fand ich relativ schwierig. Nächstes Jahr mache ich mit Sicherheit wieder mit – denn ich rechne mir gute Chancen auf einen Gewinn aus. Jorge Santana Febles, 14 Jahre

Ich fand den Parcours nicht schwierig. Trotzdem war ich nervös. Ich habe mein Bestes gegeben, weil ich gewinnen wollte. Dem Gewinner gratuliere ich trotzdem herzlich. Mahdi Ghohari, 15 Jahre