Von den Kanaren zu den Balearen

470er-Mixedteam Vadlau/Mähr und 49er-Duo Bildstein/Hussl bei der Princesa Sofia gefordert.
Palma de Mallorca Nach drei Trainingsblöcken mit je drei Wochen auf Lanzarote haben Österreichs Segel-Asse einen fliegenden Wechsel von den Kanaren zu den Balearen vollzogen. Mit der
52. Trofeo Princesa Sofia vor Palma de Mallorca erfolgt die erste Standortbestimmung im vorolympischen Jahr. Über 1000 Boote mit knapp 1500 Athleten aus 67 Nationen haben für die Traditionsregatta gemeldet.
Neuer Coach für Vadlau/Mähr
Für Österreichs 470er-Paradeduo Lara Vadlau und Vorschoter Lukas Mähr ist die Regatta vor Palma der erste große Vergleich mit der internationalen Konkurrenz in diesem Jahr. Seit der letztjährigen Weltmeisterschaft Ende Oktober in Israel arbeiten die WM-Achten mit Trainer Gustavo Martínez Doreste, der Spanier war selbst erfolgreicher 470er-Segler, zusammen. „Er ist ein unglaublich genauer und akribischer Arbeiter, der nichts dem Zufall überlässt. Seine Genauigkeit für Details am Set-up ist grenzenlos. Durch seinen Input werden Dinge sichtbar, die zuvor für uns kaum erkennbar waren – und schlussendlich immer zu einer Verbesserung unserer Performance beitragen“, erklärt Lara Vadlau das Know-how des Spaniers. „Wir wollen gewinnen, er will gewinnen. Das ist die perfekte Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit“, betont die letzten Mittwoch 29 Jahre alt gewordene Kärntnerin.
Die Suche nach höchster Perfektion in allen Bereichen, speziell bei der Weltmeisterschaft Mitte August in Den Haag, ist ungebrochen und längst nicht beendet: „Der anstehende Vergleich dient in erster Linie dazu, weitere Erkenntnisse in Sachen Material zu finden. Wir sind nie am Ziel. Wir sind am Weg, uns bestmöglich für Den Haag vorzubereiten und dafür lassen wir kein Detail außer Acht und wollen jede Kleinigkeit zu unseren Gunsten nutzen. Daran arbeiten wir mit größter Energie und Motivation“, erläutert Mähr. Ziel der Kärntnerin und des 32-jährigen Bregenzers ist, nach Rang sieben bei der ersten gemeinsamen Teilnahme an der Princesa Sofia im Vorjahr, auch diesmal das Medalrace der besten zehn Boote nach zwölf Rennen zu erreichen.
Nach der Auftaktregatta im Weltcup Ende April in Hyères steht für das aktuell auf Rang vier in der 470er-Weltrangliste liegende OeSV-Duo bereits Mitte Mai die Europameisterschaft vor San Remo auf dem Programm.
Auf Olympiaboot gewechselt
Zumindest was die Materialabstimmung betrifft bereits einen Schritt weiter als ihre 470er-Kollegen ist das 49er-Duo Benjamin Bildstein und David Hussl. Der 31-jährige Wolfurter und sein um 38 Tage jüngerer Vorschoter aus Terfens in Tirol haben in den letzten Wochen auf Lanzarote ihre intensiven Materialtests erfolgreich abgeschlossen, sind nun auf das Olympiaboot gewechselt und starten optimistisch in die Regattasaison: „Der Prozess und Aufbau für die Wettkampfperiode ist zufriedenstellend abgelaufen. Wir haben unser Set-up beisammen. Es geht die nächsten Tage weiter darum, die wettkampfrelevanten Aspekte wie Starts, Manöver am Kurs, Laylines noch mehr zu verinnerlichen“, blickt Bildstein voraus. „In den letzten Tage haben wir noch intensiv versucht, die meteorologischen Erkenntnisse in unsere Strategie und Taktik einfließen zu lassen und sind somit bereit für den ersten großen Vergleich in dieser wichtigen Saison. Wir wollen unsere gute Performance aus den Trainings im Wettkampf bestätigen.“
Der Weg zum Erfolg führt laut Vorschoter Hussl über ein „ausgeklügeltes Energiemanagement. Daran haben wir intensiv gefeilt und haben uns, auch anhand der Erkenntnisse aus den letzten Jahren, einen Plan zurechtgelegt. Es geht für uns darum, in den Pausen einerseits die notwendige Erholung zu finden, aber gleichzeitig auch den Fokus und die Aktivierung zu halten, um dann wieder die volle Leistung abrufen zu können. Wir wollen diese Regatta mit guten Ergebnissen beginnen und uns dann von Tag zu Tag steigern. Wir freuen uns auf den ersten Vergleich mit der Konkurrenz und sind motiviert, unsere Ziele zu erreichen.“
Doch nicht nur auf dem Materialsektor, auch bei der direkten Betreuung gab es eine Neuerung beim Duo des YC Bregenz. Während sich der bisherige Coach Ivan Bulaja als ausgewiesener Datenanalytiker auf die Visualisierung der akribisch gemessenen Daten von Strömungs- und Windstärken konzentriert, hat der 56-jährige Brite Paul Brotherton die Betreuung auf dem Wasser übernommen. „Er verwendet eine Reihe von Telemetrie- und Messgeräten, analysiert die Leistung bis ins Detail und soll ein weiterer Mosaikstein für eine Leistungssteigerung sein“, erklärt Bildstein. „Wir gehören zur Weltspitze, wollen aber jetzt noch eine Schippe drauflegen und spätestens bei den Sommerspielen im August 2024 den Lohn für die harte Arbeit der Jahre ernten.“
„Wir wollen unsere gute Performance aus den Trainings im Wettkampf bestätigen.“
