Deshalb heißt es für die Skifans noch: Bitte warten

Entscheidung um die Parallel-Riesentorläufe am 12./13. November im Rahmen des Weltcups Lech-Zürs wurde auf Sonntag vertagt.
Zürs Über Nacht hatte der Himmel seine Schleusen geöffnet und für eine Naturschneedecke gesorgt, seit den späten Nachmittagsstunden am Freitag laufen in Zürs auch die Schneekanonen. Die Temperaturen im 1717 m hoch gelegenen Skiort am Arlberg sanken unter die Nullgradgrenze. Mit minus zwei Grad hatte das Thermometer genau die geforderte Temperatur angezeigt, um den Kunstschnee auch erzeugen zu können. „Um die Schneemenge mache ich mir keine Sorgen“, sagt deshalb OK-Präsident Patrick Ortlieb. Zumal die Schneeerzeugung über die Nacht voll am Laufen war, während bei ihm in Lech Quecksilbersäule schon wieder im Plusbereich war. „Es ist kälter, als es der Wetterbericht prognostiziert hat“, so der 55-Jährige. Während also die Präparierung der Strecke kein Problem darstellen sollte, so bleibt dennoch ein Fragezeichen hinter den Rennen. „Wir wollen ein faires, sicheres Event garantieren. Deshalb warten wir bezüglich der Wettervorhersagen mit einer Entscheidung noch bis Sonntag.“

Eine leicht positive Prognose wagt auch Rupert Steger, beim ÖSV als Bereichsleiter für Events zuständig. „Die aktuelle Wetterlage stimmt uns vorsichtig positiv, die endgültige Entscheidung werden wir am Sonntag-Nachmittag (Anm. d. Red.: 16 Uhr) fällen.“ Eines ist fix: Verschoben können die für 12./13. November geplanten Rennen aufgrund des engen Weltcupkalenders nicht. Allerdings könnte Lech-Zürs laut Ortlieb sofort als Ersatzort einspringen, sollte es im Rennkalender weitere Absagen geben. Das haben auch die beiden FIS-Verantwortlichen Markus Waldner (Herren) und Markus Maier (Damen) vernommen und notiert.

„Jetzt wird es Zeit zum Rennfahren. Das Kribbeln ist bei allen jedenfalls schon da.“
Magdalena Egger (21) über das Warten auf den Saisonstart
Lokalmatadorin hofft
Eine, die sich ganz besonders auf ein Rennen freut, ist Lokalmatadorin Magdalena Egger. Zumal die letzten beiden Trainingstage, so die 21-jährige Lecherin „richtig gut waren“. Jetzt, so Egger, freue sie sich, wenn der Startschuss einmal fällt. Denn: „Wir haben richtig viel und gut trainiert. Jetzt wird es Zeit zum rennfahren. Das Kribbeln ist jedenfalls da. Es wäre richtig, richtig cool, wenn es in Zürs funktionieren würde. Die Temperaturen schauen jetzt einmal gut aus. Ich weiß, dass sich alle richtig ins Zeug hauen, um ein Rennen durchzuführen. Leicht wird es dennoch nicht, denn es soll ja wieder wärmer werden. Aber das kann ich nicht beeinflussen. Ich bin jedenfalls so eingestellt, dass es funktioniert. Und dass es funktioniert würde ich allen von Herzen wünschen.“

Vorfreude ist groß
Das sagt Katharina Liensberger (25), Olympiasiegerin von Peking: “Ich freue mich schon sehr auf die Heimrennen in Lech/Zürs, und hoffe dass Frau Holle gut auf uns herabschaut, und die Schneesituation eine Durchführung zulässt. Es wäre wirklich schön, wenn wir mit einem Heimweltcuprennen die Saison eröffnen könnten. Außerdem bereite ich mich auch bereits auf die Rennen in Levi vor, und bin heute zusammen mit meiner Trainingsgruppe und vielen weiteren Weltcupathleten nach Finnland geflogen, um dort nächste Woche hoffentlich gute Trainingsbedingungen vorfinden zu können.”

Gut trainiert
Das sagt Johannes Strolz (30), Doppel-Olympiasieger von Peking: “Wir haben die letzten Tage in Sölden sehr gut trainiert. Im Hinblick auf Zürs natürlich auch Parallelriesentorlauf, was eine schöne Abwechslung ist und mir sehr viel Spaß macht. Wir werden nächste Woche nochmal Zeitläufe fahren und dann entscheiden, ob ich an den Start gehe. So oder so hoffen wir jetzt alle, dass die Rennen in Zürs stattfinden können. Für mich wäre es natürlich etwas Besonderes – in zehn Minuten von Zuhause auf dem Weltcuphang zu fahren, mit vielen Freunden und Vorarlberger Fans als Zuschauer. Das Wetter können wir nicht beeinflussen, aber ich weiß, dass das Team des Veranstalters alles geben wird, damit die Rennen stattfinden können und wünsche Ihnen alles Gute.”
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.
Vorjahressieger vor der Rückkehr
Im Vorjahr hatte Christian Hirschbühl in Zürs sein erstes Weltcuprennen gewonnen. Nach seinem im Jänner in Wengen erlittenen komplizierten Bruch im rechten Knöchel musste der vordere Schienbeinanteil im rechten Sprunggelenk mit Schrauben fixiert werden. Diese wurden im Sommer wieder operativ entfernt. Inzwischen steht der Lauteracher steht mittlerweile wieder voll im Training und hat als Titelverteidiger einen Start beim Heimweltcup in Lech-Zürs als großes Ziel im Auge. Nur allzu verständlich, dass der 32-Jährige auf die Durchführung eines Rennens am Arlberg hofft.