“Favorit? Gibt es im Derby keinen”

Austria Lustenau fährt mit viel Vorfreude zum großen Derby nach Altach.
Lustenau Ganz konnte man in der Mannschaft von Austria Lustenau die Berichterstattung im Vorfeld des großen Ländle-Derby gegen den SCR Altach nicht ausblenden. Zu groß ist das Interesse von Vorarlbergs Fußballfans, speziell in der fußballverrückten Stickergemeinde. So wurde Austrias Cheftrainer schon vorige Woche immer wieder von Leuten während seiner Freizeit spontan auf das Derby angesprochen. „Bei einem kleinen Radausflug an der Ach wurde mir und der Mannschaft entweder Mut zugesprochen, dass wir das Match schon gewinnen werden. Oder ich wurde darauf hingewiesen, dass wir in Altach eh keine Chance haben. Das hat sich in der vergangenen Woche nicht groß geändert“, erzählt der 54-Jährige schmunzelnd. Mader versteht den Hype um das Revierduell, hat er ja selbst als Zuschauer vielen Derbys in Vorarlberg beigewohnt.
“Mir ist es schon bewusst, was dieses Spiel bedeutet, aber am Ende des Tages ist es nur ein Fußballmatch wie jedes andere auch.”
Markus Mader, Trainer Austria Lustenau

Dass er nun selbst auf der Trainerbank bei dem wohl größten Fußballspiel im Ländle der letzten 20 Jahre auf der Trainerbank sitzt, lässt den Bregenzer nicht ganz kalt. „Mir ist es schon bewusst, was dieses Spiel bedeutet, aber am Ende des Tages ist es nur ein Fußballmatch wie jedes andere auch. Auf das wir uns genauso akribisch vorbereiten, wie wir es immer tun. Zumindest ist dies mein Ansatz und wir tun gut daran, es auch weiterhin so zu halten“, erklärt der Cheftrainer der Grün-Weißen.
Debüt im Derby
Austrias Identifikationsfigur Pius Grabher bläst dabei ins gleiche Horn, wobei auch ihm klar ist, welchen Stellenwert die Partie vor allem für die Fans der Austria hat. „Ich kann absolut mitfühlen, bin als Kind ja auch selbst auf der Tribüne bei so manchem Derby gestanden. Dennoch sind wir als Team gut beraten, den Ball flach zu halten und uns auf die Dinge konzentrieren, die wir beeinflussen können – nämlich die am Platz“, so Grabher, der sein Pflichtspieldebüt für die Austria am 17. April 2012 gab. Gegner damals im Reichshofstadion: SCR Altach, Endstand 4:1 für die Austria. Gutes Omen? „Ich erinnere mich mal sehr gerne daran zurück“, kann sich Grabher dabei kein Schmunzeln verkneifen. Der 29-Jährige fährt heute mit viel Vorfreude ins Rheindorf, „weil es mir taugt, dass die Hütte voll sein wird. Es wird sicher emotional werden.“
“Ich erinnere mich sehr gerne an mein Debüt für Austria Lustenau. War ein Sieg gegen Altach.”
Pius Grabher, Austria Lustenau
Sportlich sieht er seine Mannschaft imstande, für die nächste Überraschung in der Bundesliga zu sorgen. „Weil wir uns als Team seit letzter Saison richtig festigen konnten. Das zeigen ja auch die Spielverläufe in der laufenden Saison. In uns steckt eine Mentalität, die uns nie aufgeben lässt“, so der 1,70 Meter große Mittelfeldmotor der Austria. Dass man ihn in seiner Heimat Lustenau in den letzten Wochen oft auf das Derby angesprochen hat, war für ihn ganz normal. Druck hat es in seinen Augen keinen erzeugt: „Nicht wirklich, denn wir sind ja letzte Saison fast ein ganzes Jahr darauf angesprochen worden, ob wir es endlich schaffen aufzusteigen – und nicht am Ende wieder Austria-typisch versagen. Da können wir die eine Partie in Altach, bei aller Wichtigkeit, jetzt schon gut einordnen.“
Druck bei Altach
Sportlich gesehen weiß man bei der Austria, was sie in Altach erwartet. „Der Gegner hat zuletzt eine deutliche Entwicklung gezeigt. Man sieht, für was das Altacher Spiel steht. Für kontinuierlichen Aufbau von hinten, für forciertes Spiel über die Seiten und für Bälle auf ihren Zielspieler Adthe Nuhiu“, analysiert Austrias Cheftrainer Mader. Man selbst will „endlich auch einmal eine richtig gute erste Halbzeit hinlegen. Das war bis jetzt auffallend anders, da wollen wir heute den Hebel ansetzen.“ Welche Start-
elf Mader ins Rennen schickt, ist noch offen, „alle sind fit, jeder will unbedingt spielen“. Thema sicher: Agiert Stefano Surdanovic wie bei Rapid Wien wieder aus dem defensiven Zentrum oder bekommt Cem Türkmen seinen Platz dort zurück und rückt Surdanovic auf die Position hinter Stürmer Anthony Schmid. Auszugehen ist eher von Zweiterem. Die Ausgangssituation ist für Mader klar: „Favoriten gibt es keinen im Derby. Aber der Druck liegt bei Altach. Sie waren jetzt lange die Nummer eins im Land. Wollen sie es bleiben, müssen sie uns besiegen.“