Altach und die Crux mit dem Mai

Sport / 17.05.2022 • 21:30 Uhr
Ein wenig Aberglaube ist dabei: Gegen Tirol spielt Altach zuhause im Auswärtsdress. <span class="copyright">gepa</span>
Ein wenig Aberglaube ist dabei: Gegen Tirol spielt Altach zuhause im Auswärtsdress. gepa

Vor 16 Jahren gelang Altach der Bundesliga-Aufstieg, jetzt geht es um den Klassenerhalt.

Altach Der 19. Mai 2006 ist fest verankert in der Altacher Klubgeschichte. Schaffte man doch ausgerechnet gegen den Vorarlberger Erzrivalen SC Austria Lustenau den erstmaligen Aufstieg in die Bundesliga. 20 Jahre und einen Tag später steht der Ligaerhalt auf dem Spiel. Und das ausgerechnet eine Woche nachdem das Team aus der Stickergemeinde die so sehr ersehnten Rückkehr in die oberste Liga feiern durfte. Im Rheindorf zu Altach hofft man nun am Freitag im Heimspiel gegen die WSG Tirol (19 Uhr) auf den zweiten Mai-Feiertag. Die Unterstützung durch die Fans ist der Elf von Cheftrainer Ludovic Magnin gewiss. Sind doch schon mehr als 5500 Karten abgesetzt, ein volles Haus und damit eine stimmgewaltige Atmosphäre in der Cashpoint Arena darf erwartet werden.

„Wir sind noch Schlusslicht und deshalb gut beraten, uns nur auf uns zu konzentrieren.”

Christoph Längle über das Spiel gegen Tirol
Rechnet mit einem vollen Stadion: SCRA-Geschäftsführer Christoph Längle. <span class="copyright">Steurer</span>
Rechnet mit einem vollen Stadion: SCRA-Geschäftsführer Christoph Längle. Steurer


Sportlich bedarf es einer „Explosion“ der Spieler auf dem Platz. Wird doch versucht, die Spieler vor dem Spiel von allen Einflüssen fern zu halten. Selbst der 200. Bundesliga-Einsatz von Emanuel Schreiner (33) wurde nur klubintern gewürdigt. Für das Spiel selbst hat der Verein sogar die anhaltende Klubfarbendiskussion mit den Fans (Schwarz-Weiß) in Kauf genommen. Denn angesichts der in dieser Saison besseren Performance in den Auswärtsspielen werden die Altacher gegen Tirol im Auswärtsdress (Gelb-Schwarz) antreten. „Ein wenig Aberglaube ist sicherlich dabei“, bestätigt SCRA-Geschäftsführer Christoph Längle diese Maßnahmen. Zugleich unterstrich er: „Wir als Klub werden alles unternehmen, um der Mannschaft eine optimale Voraussetzung zu gewährleisten. Das sind wir den Spielern und den Fans schuldig.“ Dazu passt auch die Ticketaktion für alle Dauerkartenbesitzer bzw. SCRA-Mitglieder. So gibt es seitens des Klubs bei Anfrage ein Gratisticket dazu.
Fix auch: Die Mannschaft wird sich am Freitag nach der Aktivierung in Altach in ein Tageshotel in Feldkirch zurückziehen, um noch einmal alle Kräfte zu sammeln. Mit dem Bus geht es dann Richtung Cashpoint Arena, wo sie bei der Ankunft von den Fans wohl schon erwartet und noch eine letzte Anfeuerung erfahren werden.

Rätselraten

Während Magnin nach aktuellem Stand bis auf Noah Bischof (19) und Sandi Krizman (32) auf den gesamten Kader – wieder mit Manuel Thurnwald (23) zurückgreifen kann, will Tirols-Trainer Thomas Silberberger nach eigenen Worten nicht alles riskieren. „Wir werden sicher auf zwei, drei Positionen rotieren. Ich muss die Kräfte meiner Schlüsselspieler einteilen, dieses Recht nehme ich mir heraus. Wir werden aber trotzdem in Altach eine Mannschaft haben, die A auf Sieg spielt und B dort auch gewinnen kann“, sagte der 48-Jährige und unterstrich: „Ich bin Angestellter der WSG Tirol, nicht Angestellter der österreichischen Bundesliga.“ Zumal die Silberberger-Schützlinge im Eurocpacup-Play-off am 23. Mai gegen den Zweiten der Qualifikationsgruppe Heimrecht haben.
Eine Situation, die man in Altach nur allzu gut aus eigener Erfahrung kennt. So schonte man im Pandemiejahr im letzten Saisonspiel gegen St. Pölten (0:2) wichtige Spieler für das Play-off-Spiel in Wien, wo man dann gegen die Austria mit 0:1 den Kürzeren zog.
In Altach spielen die Überlegungen bzw. Rückblicke keine Rolle in der Vorbereitung auf die Partie. Vielmehr steigt die Klubführung auf die Euphoriebremse. „Wir haben noch immer nichts erreicht. Wir sind aktuell Schlusslicht und deshalb sind wir gut beraten, einzig und allein auf uns selbst zu schauen. All das mag vielleicht ein wenig abgedroschen klingen. Aber noch sind wir nicht durch. Noch brauchen wir einen Sieg. Und noch müssen wir uns gegen einen Gegner beweisen“, versucht Längle das Hier und Jetzt zu bemühen. Wohlwissend, dass bei den Fans der Optimismus groß ist. „Das ist auch gut so, das soll sich am Freitag auf die Mannschaft auf dem Platz übertragen.“