Dornbirns neuer Trainer im ersten Exklusivinterview

Sport / 17.12.2021 • 06:00 Uhr
Dornbirns neuer Trainer im ersten Exklusivinterview
GEPA

Muhammet Akagündüz über seine Beweggründe, von Rapid Wien nach Dornbirn zu wechseln und seine Pläne mit den Rothosen.

Dornbirn Gestern verabschiedete sich Muhammet Akagündüz nach zehn Jahren im Nachwuchs von Rapid Wien, am Montag reist der 43-Jährige erstmals als amtierender Cheftrainer der Rothosen nach Dornbirn, um die ersten Voraussetzungen für den Trainingsstart am 5. Jänner zu schaffen.

Herr Akagündüz, was war ausschlaggebend für Ihren Wechsel zum FC Dornbirn?
Ganz einfach: Nach zehn Jahren als Trainer im Nachwuchsfußball habe ich für mich gespürt, dass es an der Zeit ist, mich im Erwachsenenfußball zu probieren. Dass ich meinen nächsten Schritt nun in Dornbirn mache, freut mich natürlich sehr.

Sie sind in Vorarlberg nicht großartig bekannt, wie kam es überhaupt zum Kontakt mit dem FCD?
Der wurde über meinen Berater Max Hagmayr eingefädelt. Ich habe mich dann mit den Klubverantwortlichen getroffen und hatte vom Start weg ein positives Gefühl.

Für welche Philosophie steht der Trainer Akagündüz?
Ich habe gewisse Vorstellungen, wie meine Mannschaft auftreten soll, will, dass man meine Handschrift am Platz erkennt. Aber ich komme nicht als großer Heilsbringer nach Vorarlberg. Daher mein Motto: Zuerst die Arbeit, danach kann man urteilen.

Wo gilt es bei den Rothosen anzusetzen?
Ich habe mich in den letzten Tagen schon intensiv mit der Mannschaft beschäftigt und bin überzeugt, dass mehr in ihr steckt, als sie im Herbst gezeigt hat. Die Spieler sollen im neuen Jahr mit mehr Mut auftreten, viel Engagement an den Tag legen. So wollen wir den Klassenerhalt schaffen, wobei ich schon festhalten möchte, dass ich ein Trainer bin, der sich lieber nach oben orientiert als nach unten zu schauen.

Was wissen Sie über das Ländle?
Im Ländle war ich zugegebenermaßen noch nicht oft, wobei mein Fokus definitiv auf dem Verein liegen wird. Ich werde bis zum Ende der Saison 24 Stunden für die Mannschaft da sein und mich dazu voll im Klub engagieren. Es ist ausgemacht, dass ich meine Erfahrungen auf Ebenen wie Scouting oder Nachwuchs einbringen werde. Um die volle Konzentration für den FCD zu gewährleisten, kommt meine Familie nicht mit nach Vorarlberg, bleibt in Wien.

Hatten Sie keine Bedenken, von einem Klub wie Rapid Wien zu einem semi-professionell geführten Verein zu wechseln?
Überhaupt nicht. Ich habe mich natürlich über die Strukturen in Dornbirn informiert, aber Berührungsängste gab es da keine. Die hatte ich in meinem Leben eigentlich nie. Ich habe als Spieler in vielen Ländern gespielt und musste mich dabei auch auf viele Mitspieler aus allen Herren Ländern einstellen. Im Gegenteil, die Aufgabe in Dornbirn war und ist sehr reizvoll für mich. Klar ist mir aber auch, dass man am Ende immer an den Erfolgen gemessen wird, doch aus meiner Erfahrung weiß ich, dass Erfolge nur als Team machbar sind. Da will ich ab Jänner beim Trainingsstart ansetzen.

Wie emotional verlief der Abschied bei Rapid Wien?
Zehn Jahre wischt man nicht so einfach weg, aber die Vorfreude auf die Arbeit und die Chance bei den Rothosen überwiegt eindeutig.