Altachs fehlende Durchschlagskraft

Offensiv zu harmlos, half auch eine starke erste Hälfte gegen Admira Wacker nichts.
Maria Enzersdorf Am Ende stand wieder die Null. Allerdings nicht hinten, wie noch bei der Nullnummer im letzten Auswärtsspiel gegen die Austria, sondern wieder einmal vorne. Bereits drei Partien hat Altach kein Tor mehr erzielt, dafür sechs in den letzten zwei erhalten. „Defensiv sind wir zu wenig stabil und offensiv zu wenig durchschlagskräftig“, brachte es Jan Zwischenbrugger nach dem Match gegen die Admira auf den Punkt. Einmal mehr entpuppten sich die Südstädter als nicht zu biegender Angstgegner. In Zahlen liest sich das so: Von den letzten 12 Duellen gegen die Niederösterreicher konnten die Vorarlberger nur eines gewinnen. Dafür hat die Admira in den letzten 16 Spielen gegen Altach immer getroffen. Aber! Das 0:2 beendete auch eine positive Serie der Altacher. In den 10 Auswärtspartien gegen die Admira zuvor hatte man immer zumindest ein Tor erzielt – das war Altach gegen keinen anderen Bundesliga-Gegner gelungen.
„Wir haben alles investiert und gegeben. Auch wenn die Niederlage weh tut. Die Leistung war über 90 Minuten okay.“
Damir Canadi, Trainer SCR Altach

Altach erntet Früchte nicht
„Wir haben alles investiert und gegeben. Auch wenn die Niederlage weh tut. Die Leistung war über 90 Minuten okay“, bilanzierte Trainer Damir Canadi. In der ersten Hälfte war Altach die bessere Mannschaft. „Leider sind wir sehr naiv in Rückstand geraten.“ Nach einem leichtsinnigen Ballverlust des fehlerhaften Strauss fällte Ndiaye Mustapha an der Strafraumgrenze. Kerschbaum schoss den Freistoß zwar in die Mauer, doch Thomas Ebner schob den Abpraller ins Eck (8.). Dann übernahm aber Altach das Kommando. „Wir haben Probleme bekommen, weil sie uns gut zugestellt haben“, musste Andi Herzog eingestehen. „Wir haben gute Chancen rausgespielt, hätten den Ausgleich schießen müssen“, weiß Canadi. Doch: Nuhiu (19.) setzte einen Kopfball daneben, ein Schuss des starken Edokpolor (30.) wurde von Leitner entschärft und die größte Chance ließ Noah Bischof liegen. Ein furchtbarer Rückpass des ansonsten sehr guten Admira-Youngsters Kronberger geriet zur Idealvorlage für den Altach-Stürmer. Der 18-Jährige setzte den Ball aber nicht nur an Leitner, sondern auch am Tor vorbei (39.). Schade, denn Bischof hatte bei seinem erst zweiten Einsatz von Beginn einen starken Eindruck hinterlassen.
Harmlose Rheindörfler
Die zweite kalte Dusche folgte gleich nach Wiederanpfiff. Mustapha vollendete eine schöne Admira-Kombination über rechts (52.). „Dann wurde es natürlich schwer, denn dann mussten wir höher stehen und das hat dem Umschaltspiel der Admira in die Karten gespielt.“ Doch Casali entschärfte zahlreiche Hochkaräter. Nuhiu rackerte wieder einmal unermüdlich, vergab aber den Sitzer auf das 1:2 – denn er traf bei einem Kopfball im Fünfer (!) statt ins Tor nur Leitner (76.). Ansonsten kam von Altach in der zweiten Hälfte wenig: Thurnwalds Standards waren zu harmlos. Auch von der Bank kam von Kreativkräften wie Meilinger und Tartarotti kein entscheidender Impuls. Mit nur sieben erzielten Toren ist Altach nicht umsonst die harmloseste Mannschaft der Liga. Was für Canadi zuletzt an der mangelnden Effektivität lag. „Am Anfang der Saison waren wir mit wenigen Chancen sehr effektiv. Jetzt haben wir aus den letzten drei Spielen keine Tore gemacht, uns aber vielleicht die meisten Torchancen erarbeitet. Wir verwerten sie aber nicht.“ Immerhin hat man in der nächsten Partie nichts zu verlieren: Da gastiert Ligadominator Red Bull Salzburg in der Cashpoint-Arena. CK


