Start für Stadionneubau gestaltet sich weiter zäh

Sport / 23.09.2021 • 05:15 Uhr
Start für Stadionneubau gestaltet sich weiter zäh
So soll die neue Heimstätte der Lustenauer Austria aussehen: Eine moderne Holzkonstruktion mit einem Fassungsvermögen von 5500 Zuschauern.

Für das Reichshofstadion neu soll es baldigst die Baueingabe geben. Ein paar Hürden gibt es noch.

Lustenau Selbst das blamable Ausscheiden im ÖFB-Cup gegen einen Underdog kann die ansonsten erfreuliche sportliche Bilanz der Lustenauer Austria nicht schmälern. Das Team um Trainer Markus Mader zieht derzeit einsam seine Kreise an der Tabellenspitze der 2. Liga. Das Wort Meistertitel will verständlicherweise noch niemand in den Mund nehmen, doch ganz ausgeschlossen scheint der große Coup nicht mehr.

„Wir stehen kurz vor der Baueingabe und wollen demnächst das Projekt detailliert vorstellen.“

Kurt Fischer, Bürgermeister Lustenau

Wallner hält sich bedeckt

Aber was dann? Kann die Austria dann etwa nicht aufsteigen, weil sie keine Bundesligalizenz erhält? Und zwar aus dem Grund, weil der Klub nicht über ein bundesligataugliches Stadion verfügt? Die kategorische Verneinung dieses düsteren Szenarios gelingt noch nicht. Noch gibt es nämlich keinen verbindlichen Terminplan vom Verfahrensstart bis zum Bauende. Und vor allem: Es gibt immer noch keine verbindlich zugesagte Finanzierung. Vor allem nicht vom Land. Vor dem Hintergrund der angespannten Finanzsituation hält sich der Landeshauptmann derzeit bedeckt. Obwohl Markus Wallner unlängst die derzeit riesige Fußballbegeisterung im Reichshofstadion persönlich miterlebte, ist ihm eine fixe Zusage für eine terminlich fixierte 50-Prozent-Finanzierung des 18-Millionen-Euro-Projekts noch nicht über die Lippen gekommen.

Bürgermeister entschlossen

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir beim Stadion die zwei wesentlichen Voraussetzungen für eine Bundesligalizenz bis kommenden März schaffen werden: die Baueingabe sowie die Finanzierungszusage. Das ist es, was die Bundesliga von uns verlangt. Und bis zur Lizenzentscheidung sollten wir beides erreicht haben“, lässt sich Austria-Vorstandssprecher Bernd Bösch (61) nicht aus der Ruhe bringen. Endlich kann der Verein das Projekt auch sportlich befeuern. Dies, verbunden mit dem großen Zuschauerzuspruch, erzeugt endlich jenen Druck, der lange gefehlt hat.
Entschlossen zeigt sich auch Bürgermeister Kurt Fischer (58). „Die Baueingabe steht unmittelbar bevor. Wir brauchen noch eine Bauabstandsnachsicht von einem Anrainer, und dann wird die Eingabe erfolgen.“ Fischer verliert sich in Visionen, wenn er über das Stadion spricht. „Dieses Projekt wird nicht nur eine Fußballstätte, es wird der Mittelpunkt einer Neugestaltung des Siedlungsraumes am Rhein. Dazu gehört das Großvorhaben Rhesi ebenso wie die neue Fahrradbrücke.” Am Rhein sollen neue Begegnungszonen entstehen. „Man sieht ja gerade jetzt im Reichshofstadion, wie gerne dort die Leute zusammenkommen.“ Für das Stadion rechnet Fischer mit dem Abschluss des Verfahrens 2022 und Baubeginn 2023.

Modell für das neue Stadion von Austria Lustenau.<span class="copyright">bader</span>
Modell für das neue Stadion von Austria Lustenau.bader

Eile ist geboten

Der Bürgermeister muss jedoch schnell handeln und das Land für die Investition gewinnen. Er glaubt, gute Argumente dafür zu haben. „Das Reichshofstadion ist ein Gemeindestadion. Die Investition tätigt das Land für Lustenau. Und diesbezüglich sollten wir endlich auch einmal etwas bekommen. So wie andere Kommunen“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Das Projekt Reichshofstadion neu mit einer Kapazität von 5500 Zuschauern soll laut Bürgermeister schon in allernächster Zeit mit Architekt Bernardo Bader in allen Details vorgestellt werden. Das Vorhaben ist so gut wie fertig geplant. Es wurde auch bereits eine Million Euro investiert.