Deshalb hilft im Showdown gegen die Ukraine nur ein Sieg

Österreichs Aufarbeitung am Tag nach danach trägt einen Namen: Marko Arnautovic.
Seefeld In Amsterdam litt mit der Mannschaft auf der Tribüne mit, am Montag (18 Uhr) im großen Showdown gegen die Ukraine soll, ja muss Marko Arnautovic zum Heilsbringer für das österreichische Team werden. Selbst in der öffentlichen Aufarbeitung der Niederlage gegen die Niederlande war zu hören, dass das Gezeigte durchaus gut gewesen sei, aber mit einem Einsatz des 32-Jährigen eben exzellent gewesen wäre. Spielerische Mängel stellte ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel in Abrede. „In Phasen, in denen wir sehr viel Ballbesitz haben, gehen wie vielleicht zu viel auf Ball halten anstatt ihn in die Tiefe zu spielen.“ Den historischen 3:1-Auftaktsieg gegen Nordmazedonien, den ersten Österreichs bei einer EM, habe jedenfalls niemand überbewertet. „Ich glaube nicht, dass irgendwer abgehoben hat. Wir waren erleichtert, dass der Start in die EM gelungen ist. Uns war aber schon auch klar, dass das unser Anspruch sein muss.“ Das Match gegen gegen die Niederlande aber hinterließ einige Fragezeichen – die VN geben die Antworten.
Kann Marko Arnautovic allein die Stürmermisere beenden?
Die Performance von Österreich wird nicht allein von Arnautovic abhängen, aber seine Präsenz wäre extrem wichtig. Er bindet oft zwei Gegenspieler, sodass sich für seine Mitspieler neue Räume auftun. Das macht einen Stürmer Arnautovic für das ÖFB-Team so wertvoll, deshalb ist er ein besonderer Typ. Unberechenbar für den Gegner, aber auch für die eigene Mannschaft.
UEFA EURO 2020
Ermittlung der vier besten Gruppendritten
1. Anzahl der Punkte aus allen Gruppenspielen
2. Tordifferenz aus allen Gruppenspielen
3. Anzahl der in allen Gruppenspielen erzielten Tore
4. Anzahl der Siege in allen Gruppenspielen
5 .Fair-Play-Wertung
6. Platzierung in der Gesamtrangliste der EM-Qualifikation.
Sind Österreichs Spieler im internationalen Vergleich zu langsam?
VN-Fußballexperte Dieter Alge hat es in seiner Analyse auf den Punkt gebracht. Es ist immer entscheidend, die Geschwindigkeit im richtigen Moment einzusetzen. Dem ÖFB-Team fehlt in diesen Momenten die Überzeugung. Zwischen Theorie im Training und Praxis auf dem Platz klafft ein zu großer Unterschied. Anders ist es kaum erklärbar, dass vier der letzten fünf Spiele ohne eigenen Treffer beendet wurden. Es braucht also nicht nur den Mut und die Spieler, die in die Tiefe gehen, sondern auch jene, die die Bälle in diesen Raum spielen.
Sind drei Innenverteidiger der Weisheit letzter Schluss?
Die Rücknahme von David Alaba ins Abwehrzentrum macht Sinn, auch wenn der 28-Jährige bei der EM derzeit unglücklich agiert. Gerade gegen die Niederlande neutralisierten sich die einzelnen Mannschaftsteile und dann war es die Klasse der einzelnen Spieler, die den Ausschlag gab. Dass mit Martin Hinteregger ausgerechnet ein Routinier in der Abwehr sichtlich nicht in Bestform agiert, erschwert die Sache. Der 28-Jährige verhält sich taktisch oft unklug und wirkt in seinen Aktionen schlampig. Es gelang zudem nicht, über die beiden Außen Druck auf den Gegner auszuüben.
Die Suche nach der idealen Angriffsformation?
Ob Kalajdzic/Baumgartner oder Gregoritsch/Baumgartner – die ideale Sturmpaarung wird noch gesucht. Jetzt wartet das „Finalspiel“ und da könnte Karim Onisiwo, zuletzt mit einem Kurzeinsatz, eine echte Alternative werden.
Deshalb ist auch die geistige Frische entscheidend
Gegen die Niederlande spielte die Causa Arnautovic sicherlich eine Rolle. In den wenigen Tagen in Seefeld müssen nun nicht nur die körperlichen Akkus aufgeladen werden, um bereit zu sein.
So erreicht die ÖFB-Elf das Achtelfinale
Mit einem Sieg ist Österreich als Gruppenzweiter fix im Achtelfinale. Ein Remis würde deshalb nicht zu Rang 2 reichen, weil die Ukraine ein Tor mehr erzielt hat als die ÖFB-Auswahl. Bei nur einem Punkt oder einer Niederlage müsste man auf eines der vier Tickets für die besten Gruppendritten hoffen – mit vier Punkten durch ein Remis hätte man gute Chancen. Die Spielorte wären: Als Gruppenzweiter trifft am 26. Juni in London auf den Sieger der Gruppe A, als Gruppendritter wartet am 28. Juni in Budapest der Sieger der Gruppe F oder am 29. Juni in Glasgow der Sieger der Gruppe E.






