Frühes Joppi-Tor entscheidet Derby für FC Dornbirn

Sport / 01.11.2020 • 14:30 Uhr
Frühes Joppi-Tor entscheidet Derby für FC Dornbirn
Austrias Tormann flog und flog, hatte aber keine Chance bei dem Traum-Freistosstor von Franco Joppi in der vierten Spielminute. gepa

Rothosen entführen dank eines Traumtores von Fanco Joppi drei Punkte aus Lustenau.

Lustenau Hiobsbotschaft kurz vor Startpfiff des sechsten Ländle-Derbys zwischen Austria Lustenau und FC Dornbirn. Die Grün-Weißen vermeldeten insgesamt acht Coronafälle, fünf Spieler sowie Co-Trainer Tamas Tiefenbach und Tormanntrainer Mathias Nesler waren betroffen. Der Klub versuchte noch per Antrag an die Bundesliga, das Match zu verschieben, doch aus Wien kam klar das Dementi, die Partie müsse über die Bühne gehen.

Erster Schuss entscheidet das Derby

FCD-Trainer Markus Mader jubelt mit dem Goldtroschützen Franco Joppi.<span class="copyright">gep</span><span class="copyright">a</span>
FCD-Trainer Markus Mader jubelt mit dem Goldtroschützen Franco Joppi.gepa

Die Partie startete mit einem Knaller. Ausgelöst von Dornbirns Routinier Franco Joppi. Der 31-jährige Mittelfeldspieler versenkte einen Freistoß aus rund 20 Metern im Kreuzeck zur 1:0-Führung für die Rothosen. Austria-Tormann Domenik Schierl hatte nicht den Hauch einer Chance. “Den Ball habe ich richtig gut getroffen. Die Führung hat uns natürlich in die Karten gespielt, gab uns Kraft für den Rest der Partie,” erklärte der Goldtorschütze nach dem Schlusspfiff. Eine Chronologie der Partie, die ganz klar den Gästen aus der Messestadt in die Füße spielte. Die Elf von FCD-Trainer Markus Mader machte fortan was sie am besten kann. Defensiv enorm gut stehen und geduldig auf Konter lauern. Zudem legten Goalie Bundschuh und Co. viel Willen, Laufbereitschaft und Kampfgeist an den Tag. Was es den Hausherren richtig schwer machte, sich große Torchancen herauszuspielen.

“Den Ball habe ich richtig gut getroffen. Besser geht es nicht, wenn du mit solch einem Treffer das Derby entscheidest”.

Franco Jopp, Spieler FC Dornbirn


Nachdem sich die Elf von Austria-Coach Alexander Kiene vom Schock des Gegentores erholte, hatte auch schon Haris Tabakovic (10.) die Möglichkeit zum Ausgleich. Doch beim Kopfball des Schweizers war Bundschuh zur Stelle. Und der Schlussmann der Rothosen war auch Retter in höchster Not, als die Austria zur wohl größten Ausgleichchance in Durchgang eins kam (22.). Startelf-Debütant Nael Jaby bediente mit Traumpass Rechtsaußen Nicolai Bösch, der den Ball direkt in die Mitte auf Alexander Ranacher weiterleitete. Doch dieser scheiterte am bestens postierten Bundschuh.
Die Gäste verzeichneten nur noch einmal wirklich Gefahr, doch Lukas Fridrikas (21.) zögerte an der Strafraumgrenze zu lange, sein Schuss fiel darauf zu schwach aus. Der 22-jährige Angreifer aus Dornbirn stand auch kurz vor Pausenpfiff im Mittelpunkt, als ihn Austria-Verteidiger Matthias Maak per starken und regelrechten Tackling zu Fall brachte. Danach bekam der 22-Jährige von Maak noch ein paar Worte zu hören – für die Theatralik seines Fallers. Was zu einer Rudelbildung und viel Emotionen führte. Derby pur eben. Mit einer 1:0-Führung der Gäste ging es dann in die Kabinen.

Unser Plan ist aufgegangen. Mit viel Kampfgeist haben wir gegen die Austria dagegen gehalten. Eigentlich hätten wir das Spiel schon früher entscheiden müssen, aber am Ende haben wir uns den Sieg auch so verdient”.

Markus Mader, Trainer FC Dornbirn

Konterchance en masse

Die Austria kam extrem motiviert aus der Kabine. Und wäre für die offensiven Bemühungen fast bestraft worden. Nur dem Unvermögen der Dornbirner Angreifer war es zu verdanken, dass Grün-Weiß noch im Spiel war. Fridrikas (53.), Lukas Katnik (55.) und Eghzon Shabani (66.) ließen jeweils nach wunderbar vorgetragenen Kontern ihre Chancen, die Partie schon vorzeitig auf Eis zu legen, leichtfertig liegen. Die Austria wollte fortan unbedingt den Ausgleich erzielen, biss sich aber immer wieder die Zähne an der neugestalteten Fünferkette aus. “Unser Plan ist aufgegangen. Mit viel Kampfgeist haben wir gegen die Austria dagegen gehalten. Eigentlich hätten wir das Spiel schon früher entscheiden müssen, aber am Ende haben wir uns den Sieg auch so verdient,” frohlockte FCD-Trainer Markus Mader über seinen ersten Derbysieg im dritten Anlauf.

“Aufgrund der Coronafälle in unserem Team hätte ich mir viel mehr Entgegenkommen der Bundesliga gewünscht. In meinen Augen geht es gar nicht, dass die Partie überhaupt angepfiffen wurde. Das ist fahrlässig.

Alexander Kiene, Trainer Austria Lustenau

Letzte Offensive brachte nichts ein

Erst als Kiene Stürmer Blankson Anoff brachte, kamen wieder Schwung und Tormöglichkeiten in das Spiel der Heimischen. Der 19-Jährige war es auch, der es nach einer schönen Einzelleistung per Weitschuss versuchte (72.), doch der Ball streifte nur die Querlatte. Die dickste Chance auf den Ausgleich hatte dann Verteidiger Maak (80.). Nach einem Corner von Jaby klatschte der Ball nach Kopfball wieder von der Querlatte zurück. Dass dann kurz vor Ende Fridrikas und Shabani (84.) nochmals die Doppelchance auf das 2:0 vergaben, änderte am Spielausgang nichts mehr.
Austrias Trainer Kiene war nach Spielende mit dem Kopf nicht mehr lange beim Match. zu sehr ärgerte ihn die Durchführung des Spiels: “Aufgrund der Coronafälle in unserem Team hätte ich mir viel mehr Entgegenkommen der Bundesliga gewünscht. In meinen Augen geht es gar nicht, dass die Partie überhaupt angepfiffen wurde. Das ist fahrlässig. Sportlich kann ich meinem Team keinen Vorwurf, aufgrund der Umstände, machen. Es war sicher ein punkt drinn, aber der Azusgang des Spiels steht für mich aktuell im Hintergrund.”

Fussball, 2. Liga

8. Spieltag

Austria Lustenau – FC Mohren Dornbirn 1:0 (1:0)

Planet Pure Stadion, 500 Zuschauer, SR Pfister

Tor: 4. 0:1 Joppi

Gelbe Karten: 28. Bösch (Austria/Foulspiel), 40. Kircher (FCD/Foulspiel), 42. Maak (Austria/Kritik), 53. Freitag (Austria/Foulspiel), 56. Friedrich (FCD/Foulspiel), 90. Gmeiner (Austria/Foulspiel), 90+3 Wallace (Austria/Foulspiel)

Austria Lustenau (4-2-3-1): Schierl; Bösch (57. Anoff), Maak, Cissokho, Gmeiner; Baiye, Freitag (78. Marte) ; Ranacher (85. Feyrer), Jaby, Wallace; Tabakovic

Fc Dornbrin (4-2-3-1): Bundschuh; Friedrich, Malin, Jokic, Prirsch; Domig, Joppi; Zimmerschied (61. Shabani), Fridrikas, A. Kircher; Katnik (72. Mujic)