So beurteilen die Vorarlberger Profiklubs den Fußballstillstand bis 1. Mai

Sport / 19.03.2020 • 15:30 Uhr
So beurteilen die Vorarlberger Profiklubs den Fußballstillstand bis 1. Mai
Die Plätze im Altacher Schnabelholz sind derzeit verwaist. ADAM

Kurzarbeit ein Thema. Fußball-Bundesliga rüstet sich für eine schwierige Zeit.

Schwarzach Im Kampf um die Fortsetzung der Meisterschaft hat sich die österreichische Fußball-Bundesliga mehr Zeit verschafft. In einer Videokonferenz wurde beschlossen, die Spiele wegen der Coronavirus-Pandemie vorerst bis Anfang Mai auszusetzen und damit ein weiteres Monat zu pausieren. Durch die Verschiebung der EM auf 2021 besteht nun die Möglichkeit, bis Ende Juni Liga-Partien auszutragen. Theoretisch wäre mit ausschließlich englischen Wochen sogar ein Neustart Ende Mai möglich – und zwar dann, wenn die Länderspiel-Termine Anfang Juni ins Wasser fallen und die Liga das Europacup-Play-off, für das man drei Spieltage benötigt, streicht. Diese Option wurde mit den Clubvertretern besprochen.

Mehrere Varianten im Hinterkopf

„Wir haben alle Spielplanmöglichkeiten herausgearbeitet, es sind aber mehrere Punkte noch nicht fix“, meinte BL-Vorstand Chritian Ebenbauer auch mit Hinweis auf das noch auszutragende, für 1. Mai geplant gewesene Cupfinale zwischen Salzburg und Austria Lustenau sowie das ausständige Achtelfinal-Rückspiel des LASK im EL-Achtelfinale gegen ManUnited. Um die Meisterschaft finalisieren zu können, sind auch durchwegs Geisterspiele eine Option. Sollte es trotz größter Bemühungen zu einem Abbruch kommen, wäre die weitere Vorgehensweise offen. Beschlüsse zur Wertung einer abgebrochenen Meisterschaft müssten auf jeden Fall in der Hauptversammlung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gefasst werden.
Die Meister- sowie die Auf- und Abstiegsfrage zwischen den beiden höchsten Spielklassen kann die Bundesliga bei einem Abbruch selbst entscheiden, mit Blick auf die unteren Ligen wird eine einheitliche Regelung mit ÖFB und Landesverbänden angestrebt. Bei der Vergabe der Europacupplätze müssten Vorgaben der UEFA abgewartet werden. Die VN haben sich umgehört, wie die heimischen Klubs die Sachlage beurteilen.

„Ich freue mich über Rückmeldungen von vielen Fans, denen der Fußball fehlt.“

Christoph Längle, Geschäftsführer Cashpoint SCR Altach


Christoph Längle (SCR Altach) Auch für die Fußballclubs geht es darum, den wirtschaftlichen Schaden einzugrenzen. Ich freue mich über die vielen Rückmeldungen der letzten Tage, wo die Menschen sagen, wie sehr ihnen der Fußball fehlt. Es zeigt, welche Kraft dieser Sport hat. Aber natürlich geht es jetzt vor allem um die Gesundheit aller. Für den SCR Altach als Unternehmen ist es die Pflicht, dieses auch aufrecht zu halten. Zumal wir in der Liga zu jenen Klubs gehören, die finanziell kerngesund sind. Um Schaden abzuwenden braucht es aber Solidarität, vom Geschäftsführer ebenso wie von den Spielern. Um sich der Aufgabe zu stellen, braucht es neben dem Fußball auch die Gewerkschaft und die Behörden. Das Kurzarbeitsmodell bietet gute Möglichkeiten, wobei natürlich für jeden Angestellten, also auch die Spieler, eine Modellberechnung zu erstellen ist. Am Ende bedarf es natürlich der Zustimmung jedes Einzelnen. Fakt ist, die Coronakrise wird Auswirkungen haben – für alle Klubs, bis hin zu den derzeit immensen Transfersummen. Mit Martin Kobras habe ich bereits ein erstes Gespräch geführt. Sein Signal finde ich bemerkenswert. ,Ich bin im Boot‘ hat er mir versprochen. Was das schließlich in absoluten Zahlen heißt, lässt sich jetzt noch nicht abschätzen. Ich glaube schon, dass der Fußball aufzeigen darf. In der Wertschöpfungskette ist er ja ein wichtiger Bestandteil.

Bernd Bösch (SC Austria Lustenau) Es waren insgesamt sehr konstruktie Gespräche, in denen wir alle gut über die etwaigen zukünftigen Maßnahmen informiert wurden. Wir hoffen alle, dass die Bundesliga ab 1. Mai wieder spielt. Zwischenzeitlich ist man von Ligaseite dran, drei eventuelle Szenarien zu prüfen: Erstens könnte man die Saison fertig spielen. Ebenfalls im Gespräch ist mit einem neuen, verkürzten Modus in die Saison wieder einzusteigen. Die letzte Möglichkeit wäre der Abbruch der Saison, was aber niemand willIch gehe auch davon aus, dass das Cupfinale gespielt wird. Der genaue Zeitpunkt steht allerdings noch in den Sternen. Entscheidend ist dafür der weitere Verlauf der Pandemie.


Peter Handle (FC Dornbirn) Es gibt zumindest die Chance im Mai und Juni den Spielbetrieb fortzusetzen. Für mich hat die Gesundheit aber Vorrang und steht an oberster Stelle. Der Gesundheit ist alles unterzuordnen. Es braucht aber auch eine 14-tägige Vorbereitungsphase nach einer so langen Pause. Geisterspiele kommen für uns sicher nicht in Frage. Wir haben noch sechs Heimspiele zu absolvieren. Wenn es die Gesundheit zulässt, sind wir dafür, dass die Meisterschaft mit Zuschauern zu Ende gespielt wird. Es ist aber eine ganz schwierige Situation für unseren Klub. VN-cha-mkr-tk