Kantersieg! Wie Altach in zwölf Minuten gegen Wacker Innsbruck vier Tore schoss

Cashpoint SCR Altach zeigte beim klaren 4:0-Erfolg im Westderby bei Wacker Innsbruck zwei Gesichter.
Innsbruck Ein Stau am Südring bei Innsbruck ließ die Altacher erst verspätet ins Stadion kommen. Doch selbst die zehnminütige Verschiebung des Anspieltermins ließ anfangs keine richtige Spannung bei den Spielern aus dem Ländle aufkommen. Wacker wurde von Trainer Thomas Grumser gegenüber dem Mattersburg-Spiel auf drei Positionen umgebaut. Dass er zudem gleich vier Spielern von den Amateuren von Beginn an sein Vertrauen geschenkt hat, beweist sein Vertrauen in das Können der Jungen. Dementsprechend verlief die erste Halbzeit. Altach war praktisch gar nicht vertreten, es spielten nur die Tiroler. Alexander Gründler, Manuel Maranda und Co. wirbelten durch die SCRA-Reihen. Zu allem Überfluss schied Kapitän Philipp Netzer schon nach elf Minuten aus. Die Nachwirkungen des Schlages vom Rapid-Spiel ließen keine Drehungen mehr zu, der 33-Jährige übergab die Kapitänsbinde an Benedikt Zech.
Kobras hielt sein Team im Spiel
Stefan Nutz kam ins Spiel, Jan Zwischenbrugger rückte in die Viererkette zurück. Am Spielcharakter änderte sich aber rein gar nichts. Die Tiroler blieben wacher, flinker und in Spielaufbau schneller. Bei der Elf von Trainer Alex Pastoor funktionierte nichts. Die Bälle versprangen, die Pässe waren zu lang oder zu kurz – Fußball sieht anders aus. Nur einer hielt dagegen, Torhüter Martin Kobras. Der 32-Jährige stand wie ein Fels in der Brandung und vereitelte die Einschussmöglichkeiten der Hausherren. So nach 24 Minuten, als er in extremis gegen Matthäus Taferner den Ball über die Latte drehte, oder kurz vor der Halbzeit, als er gegen Alexander Gründler richtig stand.
Eine völlig neue Mannschaft
Das 0:0 zur Pause schmeichelte den Altachern, weil Innsbruck in allen Belangen die bessere Mannschaft war. Dennoch vertraute Pastoor derselben Elf, die nach der Pause auch tatsächlich ein völlig verändertes Gesicht zeigte. Das war auch der Umstellung auf ein 4-2-3-1-System geschuldet. „Der Trainer hat genau das angesprochen, was ihm nicht gefallen hat“, sagte Benedikt Zech. Die Räume wurde nun enger gemacht, der Spielfluss der Tiroler schon im Ansatz unterbunden. So holten sich die Rheindörfler Minute für Minute mehr Kontrolle über das Spiel. Plötzlich stachen die Außenspieler Christian Gebauer und Marco Meilinger, zudem ließen Manfred Fischer und Co. das Leder im Mittelfeld schneller zirkulieren, und schon stellten sich die ersten Möglichkeiten ein. Bei der ersten war Wacker-Goalie Christopher Knett (60.) noch auf dem Posten, als er einen Zwischenbrugger-Kopfball über die Latte drehte. Es folgten die magischen zwölf Minuten vom Tivoli. Beginnend mit dem Kopfball von Stefan Nutz, der nach einer Meilinger-Ecke am kurzen Eck stehend den Ball praktisch an der Torlinie per Kopf ins Netz bugsierte (63.). Ein Treffer, der den letzten Knoten löste und den Spielfluss noch mehr beschleunigte. Altach ließ nun Gegner und Ball laufen und schoss die nötigen Tore. Erst war es Gebauer, der nach Meilinger-Vorarbeit das Leder über die Linie bugsierte (68.). Dann nahm sich Samuel Oum-Gouet völlig freistehend ein Herz und überraschte mit seinem Schuss Schlussmann Knett (71.). Schließlich sorgte Torjäger Mergim Berisha mit dem 4:0 für einen klaren Sieg, der nur dank einer enormen Leistungssteigerung möglich war.
„Die erste Halbzeit war, als ob wir noch im Bus gesessen
Benedikt Zech, Verteidiger Cashpoint SCR Altach
wären.“
Mit dem ersten Sieg über Wacker in der Saison liegt man nun schon neun Punkte vor dem Tabellenschlusslicht. Für Pastoor bedeutet das aber keine Ruhe. „Alles sind Endspiele“, so der Coach, der ob der vielen Fehler in Halbzeit eins in der Pause doch deutlich wurde.






