Burgundische Gastlichkeit und päpstliche Extravaganz

Spezial / 07.12.2016 • 20:04 Uhr
Vosne-Romanée 2014, Pascal Marchand, FrankreichPascal Marchand ist ein Frankokanadier, der seit den 1980er-Jahren im Burgund lebt. Er war Teil jener jungen Winzer, die mit biologischem und biodynamischem Weinbau begonnen haben und heute zu den renommiertesten Weinbauern im Burgund zählen. Der Pinot Noir von Pascal Marchand hat eine brillante Farbe, dezente Aromen nach Kirsche, Marzipan und Zartbitterschokolade, ein feines Tanningerüst, einen finessenreichen Körper, einen gut integrierten Alkohol und einen anhaltenden Abgang. Der Pinot Noir ist am Beginn seiner Trinkreife, seine dezente Aromatik macht ihn zu einem guten Speisenbegleiter für Gerichte der gehobenen Küche. Gesehen bei: Weinart online

Vosne-Romanée 2014,
Pascal Marchand, Frankreich

Pascal Marchand ist ein Frankokanadier, der seit den 1980er-Jahren im Burgund lebt. Er war Teil jener jungen Winzer, die mit biologischem und biodynamischem Weinbau begonnen haben und heute zu den renommiertesten Weinbauern im Burgund zählen. Der Pinot Noir von Pascal Marchand hat eine brillante Farbe, dezente Aromen nach Kirsche, Marzipan und Zartbitterschokolade, ein feines Tanningerüst, einen finessenreichen Körper, einen gut integrierten Alkohol und einen anhaltenden Abgang. Der Pinot Noir ist am Beginn seiner Trinkreife, seine dezente Aromatik macht ihn zu einem guten Speisenbegleiter für Gerichte der gehobenen Küche.
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Pinot Noir: Drei Weinbauregionen, drei Stilistiken.

Schwarzach. Pinot Noir ist vermutlich eine der ersten Rebsorten, die vom Menschen kultiviert worden ist und die sich als Edelrebsorte in unzähligen Spielarten verbreitet hat. Der Grammatik nach ist Pinot Noir männlich, wild, unbändig, in seiner Art aber feminin, kapriziös, schwierig im Weingarten und im Keller. Pinot Noir ist in allen kühlen Weinbaugebieten der Welt zu finden. Die Rebsorte hat ihren Ursprung im Burgund, wo sie schon im 1. Jahrhundert v. Chr. von Plinius beschrieben wird. Später wird sie in den Chroniken der burgundischen Gastlichkeit erwähnt, die bis in das Jahr 1375 zurückreichen.

Weinbau-Dekret

Die als „Noirien“ bezeichnete Rebsorte erlangt im mittelalterlichen Burgund durch den Einfluss der Klöster große Bedeutung. Bekannt wird sie durch den für seine Extravaganz berühmten päpstlichen Hof in Avignon, wo große Burgunder getrunken werden, und durch Herzog Philipp den Kühnen, der sich des Weines seiner Region annimmt und ein Dekret erlässt, in dem er qualitativ hochwertigen Weinbau fordert. Pinot Noir fühlt sich in allen „cool climate areas“ wohl. In Europa zählen neben den berühmten Gebieten in Frankreich (Burgund, Champagne und Elsass), Deutschland, Österreich, Norditalien und die Schweiz dazu. Während es in der Alten Weinwelt in vielen kühlen Weinbauregionen schwierig ist, die gewünschte Fruchtigkeit zu erreichen, entstehen in der Neuen Welt opulente Weine, wenn für die Rebsorte keine optimalen Anbaubedingungen vorherrschen. Begünstigte Gebiete sind in Kalifornien Carneros und Sonoma, die kühlen Anbauzonen in Chile, die Südhalbinsel von Neuseeland, Margaret River, Adelaide Hills, Yarra Valley und Tasmanien in Australien.

Kein eindeutiger Stil

Pinot Noir ist eine Rebsorte, der man keinen eindeutigen Stil zuordnen kann. Je nach Terroir und Ausbautechnik präsentiert sie sich unterschiedlich. Junge Pinots duften und schmecken nach Himbeeren, Erdbeeren und etwas Pflaumenmarmelade. Reife Burgunder entfernen sich von der einfachen Fruchtaromatik. Ihr Bukett reicht vom Veilchen bis zum Wild, vom Gemüse bis zur Trüffel. Drei ausgewählte Beispiele aus dem Burgund, aus Tasmanien und aus Österreich zeigen, wie unterschiedlich und vielfältig sich Pinot Noir zeigen kann.

Für Weinliebhaber ist das Burgund der Maßstab für Pinot Noir. Von einfachen roten Burgundern bis zum teuersten Wein der Welt zeigt sich das große Qualitätsspektrum dieser Region. Tasmanien ist die kälteste Region in Australien und besonders hügelig. Das Klima gleicht dem der Champagne und bildet die Grundvoraussetzung für die Erzeugung hochwertiger Pinot Noirs. Österreichs Bandbreite an Pinot Noirs zeigt sich bei Verkostungen – von einfach fruchtigen Pinots über stark tanninbetonten bis hin zu spielerischen, eleganten Weinen. Mit dem „Pinot Noir limited Edition 2012“ von Anton Bauer wird erstmalig in der Geschichte des amerikanischen Fachmagazins „Wine Enthusiast“ ein österreichischer Wein mit 96 Punkten ausgezeichnet.

Pinot Noir Bicheno Single Site 2012, Dalrymple, TasmanienDer Besitzer von Dalrymple, Peter Cadwell, ein tasmanischer Schafzüchter, widmet sich nach Aufenthalten in Kalifornien und Frankreich dem heimischen Wein. In Bicheno, einem kleinen Fischerdorf an der Nordostküste von Tasmanien, das von rauen Küstenwinden geprägt ist, erzeugt Peter Cadwell hochwertige Pinot Noirs. Der Pinot Noir Bicheno Single Site ist durchscheinend, mit zarten Brombeer- und Weichselnoten, mit salzigen Aromen und Anklängen von Steinpilzen und Nelken. Er hat sehr feine Tannine, einen ausgewogenen Körper, dezente Frucht- und Röstaromen und einen anhaltenden Abgang. Der Wein ist ein perfekter Vertreter der Neuen Welt. Gesehen bei: Wein & Co, 33,50 Euro

Pinot Noir Bicheno Single Site 2012,
Dalrymple, Tasmanien

Der Besitzer von Dalrymple, Peter Cadwell, ein tasmanischer Schafzüchter, widmet sich nach Aufenthalten in Kalifornien und Frankreich dem heimischen Wein. In Bicheno, einem kleinen Fischerdorf an der Nordostküste von Tasmanien, das von rauen Küstenwinden geprägt ist, erzeugt Peter Cadwell hochwertige Pinot Noirs. Der Pinot Noir Bicheno Single Site ist durchscheinend, mit zarten Brombeer- und Weichselnoten, mit salzigen Aromen und Anklängen von Steinpilzen und Nelken. Er hat sehr feine Tannine, einen ausgewogenen Körper, dezente Frucht- und Röstaromen und einen anhaltenden Abgang. Der Wein ist ein perfekter Vertreter der Neuen Welt. Gesehen bei: Wein & Co, 33,50 Euro

Pinot Noir limited Edition 2013,Anton Bauer, FeuersbrunnAnton Bauer bewirtschaftet in vierter Generation das 29 Hektar große Weingut seiner Familie. In Weinkreisen ist er für seinen Hang zum Unkonventionellen bekannt. Seine Weine widerspiegeln das Terroir der Region mit einem Touch von Internationalität. Im Glas präsentiert sich der Pinot Noir mit einem hellen Rubinrot, mit der für Österreich typischen Fruchtigkeit, mit Himbeere, Kirsche, Johannisbeere, gepaart mit Marzipan, Kräuteraromen und Würze. Am Gaumen zeigt er seine Brillanz mit seidigen Tanninen, einem dichten, eleganten Körper, mit pfeffrigen Noten und einem langen Abgang, ein Wein, der jedes Festmahl begleiten kann und noch ein jahrelanges Reifepotenzial vor sich hat. Gesehen bei: Anton Bauer, ab Hof 24,90 Euro

Pinot Noir limited Edition 2013,
Anton Bauer, Feuersbrunn

Anton Bauer bewirtschaftet in vierter Generation das 29 Hektar große Weingut seiner Familie. In Weinkreisen ist er für seinen Hang zum Unkonventionellen bekannt. Seine Weine widerspiegeln das Terroir der Region mit einem Touch von Internationalität. Im Glas präsentiert sich der Pinot Noir mit einem hellen Rubinrot, mit der für Österreich typischen Fruchtigkeit, mit Himbeere, Kirsche, Johannisbeere, gepaart mit Marzipan, Kräuteraromen und Würze. Am Gaumen zeigt er seine Brillanz mit seidigen Tanninen, einem dichten, eleganten Körper, mit pfeffrigen Noten und einem langen Abgang, ein Wein, der jedes Festmahl begleiten kann und noch ein jahrelanges Reifepotenzial vor sich hat.
Gesehen bei: Anton Bauer, ab Hof 24,90 Euro

Ursula Schnell ist Weinakademikerin und Sommelière an Schulen.
An der HLW Rankweil unterrichtet sie Küche, Service und Ernährungslehre.