Grenzüberschreitende Vision für Kultur und Wissen

Politik / 06.02.2026 • 13:06 Uhr
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Fix: Bregenz und Lindau werden Interessensbekundung für eine mögliche Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt einzureichen.Stadt bregenz

Bregenz und Lindau bekunden Interesse an einer Kulturhauptstadt-Bewerbung und vertiefen Zusammenarbeit im Bildungsbereich.

Lindau In einer gemeinsamen Sitzung am Donnerstag in der Inselhalle haben sich Bregenz und Lindau darauf verständigt, eine Interessensbekundung für eine mögliche Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt einzureichen. Damit knüpfen beide Städte bewusst an die Auszeichnung mit dem Europäischen Kulturpreis im Jahr 2021 an und formulieren eine langfristige kulturelle Perspektive. Die Interessensbekundung bezieht sich auf Bewerbungsjahre ab 2035 und ist als strategische Option zu verstehen. Eine konkrete Ausarbeitung oder verbindliche Festlegung ist damit noch nicht verbunden. Vielmehr soll dieser Ansatz zu einem späteren Zeitpunkt weiter konkretisiert und vertiefend geprüft werden.

Parallel dazu wurde die Beauftragung einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie für einen Wissenschaftsverbund in der Vierländerregion Bodensee beschlossen. Ziel dieses Projekts ist die Weiterentwicklung von Bregenz und Lindau als Wissens- und Innovationsstandorte und die nachhaltige Stärkung ihrer Rolle innerhalb der Region. Dabei steht die Errichtung eines eigenständigen Hochschulstandorts ausdrücklich nicht im Fokus. Vielmehr soll geprüft werden, ob ein thematisch passendes, praxisorientiertes Bildungs- und Forschungsangebot entwickelt werden kann. Dieses soll auf den bestehenden Kompetenzen der Hochschulen in der Vierländerregion Bodensee aufbauen, regionale Zukunftsthemen aufgreifen und bestehende Studienangebote sinnvoll ergänzen, ohne mit bestehenden Strukturen zu konkurrieren oder diese zu verdrängen.

Der positive Beschluss zu beiden Vorhaben unterstreicht die Qualität und Tragfähigkeit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Bregenz und Lindau. Bürgermeister Michael Ritsch betonte das große Potenzial dieser Partnerschaft und hob den intensiven fachlichen Austausch hervor, der in den vergangenen Jahren gewachsen sei. Gemeinsam könnten zukunftsorientierte Impulse gesetzt und nachhaltige Mehrwerte für beide Städte sowie für die gesamte Bodenseeregion geschaffen werden.

Auch Lindaus Oberbürgermeisterin Claudia Alfons sieht in dem Beschluss ein starkes Signal über den Tag hinaus. Mit der gemeinsamen Interessensbekundung werde eine Tür für die Zukunft geöffnet und der Glaube an eine langfristige Zusammenarbeit über mehrere Legislaturperioden hinweg bekräftigt. Dieser Schritt ist Ausdruck eines gemeinsamen europäischen Verständnisses und der Überzeugung, dass Bregenz und Lindau auch langfristig als Kulturstädte bestehen können. Ein gemeinsames Ziel über Grenzen hinweg könne identitätsstiftend wirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Geplant ist, diesen Weg gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zu gehen und ein verbindendes kulturelles Erlebnis zu entwickeln.

Bregenz und Lindau arbeiten bereits seit vielen Jahren eng und grenzüberschreitend zusammen. Ziel dieser Kooperation ist es, kulturelle Teilhabe zu stärken, Identität zu fördern und Kultur als zentralen Bestandteil von Bildung für alle Generationen weiterzuentwickeln. Mit der Städtekooperation LIBRE wird diese Zusammenarbeit seit 2023 weiter vertieft. Im Mittelpunkt stehen dabei die Themen Kultur, Mobilität und Bau, Klimaschutz und Stadtentwicklung sowie Stadtmarketing und Wirtschaft.