Putztücher, Energydrinks und Süßigkeiten: Das sind die Wahlgschenke der Parteien

Der eine wirbt mit Turnschuhen, der andere mit Kaffee – und die Landesparteien unterstützen die Ortsgruppen dabei mit sechsstelligen Beträgen.
Schwarzach Wahlkampf kann auch süß sein, zumindest für jene, die die richtigen Wahlgeschenke ergattern. Von Marmelade bis Honig ist alles dabei. Doch Wahlwerbung ist – abseits von leckeren Köstlichkeiten- mitunter auch praktisch. Wichtig scheint stets: Eine Portion Humor gehört dazu.

Der Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) verteilt etwa kleine weiße Sneaker und sein Herausforderer Roland Frühstück möchte gemäß seinem Namen mit Kaffeekapseln überzeugen. Auch der Lustenauer ÖVP-Kandidat Patrick Wiedl lässt sich von seinem Namen inspirieren und verschenkt „Powidl“-Marmelade, um die Leute „prowiedl“ zu stimmen. Die FPÖ will mit einem Energydrink Schwung in den Laden bringen.

Die Sozialdemokraten verteilen Seed Balls – eine Samenbombe – für ein blühendes Schlins. Und Günther Zechner von der SPÖ in Hohenems sorgt mit eigenem Kristallsalz für Geschmack.

Einen kleinen Nachtisch liefern die Neos mit personalisierten Mannerschnitten. Noch süßer wird’s mit dem Bregenzer Honig der Grünen. Für Sauberkeit sorgt ein Wischtuch aus Restgarnen, das die Grünen in Höchst produzieren ließen. In Hohenems wurde selbst gebastelt: dort gibt es kleine Windräder.

Klassische Wahlgeschenke sind übrigens auch noch zu finden: Feuerzeuge bieten SPÖ und FPÖ, wie die Parteien berichten. Multifunktionale Schlüsselanhänger vom Flaschenöffner (FPÖ) bis zum Einkaufswagenchip (Neos) sind außerdem mit dabei. Taschen und Minischokoladen verschenken die Neos. Jasskarten haben die Roten, Grünen und die ÖVP im Programm.

Bei all der Wahlwerbung greifen die Landesparteien den Gemeindegruppen gerne unter die Arme. Sie bieten sowohl organisatorische und strategische als auch finanzielle Unterstützung, wie ein VN-Rundruf ergibt. Die Landesparteien von Grünen, SPÖ und Neos planen rund 100.000 Euro dafür ein. „Aus diesem kleinen Topf müssen sich natürlich die neu antretenden Listen komplett finanzieren, die noch nicht in einer Gemeindevertretung sind und dadurch auch Null Euro Budget haben“, sagt etwa Neos-Landesgeschäftsführer Simon Muchitsch. Die Grünen Gemeindegruppen können auf ein Unterstützungspaket zurückgreifen, berichtet Gina Weibel von der Landesgeschäftsstelle. Das umfasst etwa die Gestaltung von Drucksorten oder Social Media sowie weitere Beratungsleistungen.

Auch die ÖVP leistet organisatorische Hilfe. Geld gibt es ebenso. Die Ausgaben werden auf 120.000 bis 180.000 Euro geschätzt, sagt Dietmar Wetz in der Parteizentrale. Abrechnungen seien noch offen, ebenso sei unklar, was die möglichen Stichwahlen bringen würden. Die FPÖ machte zu den Wahlkampfkosten folgende Angabe: „Es wird am Ende sicher ein sechsstelliger Betrag sein, mit dem wir unsere Parteien in den Städten und Gemeinden unterstützen“, erklärt Landesgeschäftsführer Dominik Hagen.


