Seit 20 Jahren Bürgermeister: Florian Kasseroler über seine Amtszeit

Im Interview spricht der Nenzinger Langzeit-Bürgermeister Florian Kasseroler über aktuelle Bauvorhaben und blickt auf 20 Jahre Amtszeit zurück.
Nenzing Florian Kasseroler ist schon seit nunmehr 20 Jahren im Bürgermeisteramt. Seitdem ist vieles passiert. Er erzählt von den Meilensteinen, die erreicht wurden, welche Projekte aktuell in Umsetzung sind und zieht ein Resümee als Bürgermeister.
Sie sind seit nunmehr 20 Jahren Bürgermeister von Nenzing. Worauf sind Sie besonders stolz?
Kasseroler Mich freut es, dass es uns gelungen ist, unsere Gemeinde, aufbauend auf der Arbeit meiner Vorgänger, zu einer weltoffenen, wirtschaftlich erfolgreichen und innovativen Gemeinde weiterzuentwickeln. Dass dies größtenteils in einem konstruktiven und wertschätzenden politischen Klima möglich war, zeigt sich im Rückblick als große Stärke.

Was waren wichtige Meilensteine, die für Nenzing geschafft wurden?
Kasseroler Zu Beginn meiner Bürgermeistertätigkeit bestand nach dem Hochwasser 2005 die große Herausforderung, möglichst rasch ein Höchstmaß an Sicherheit für die Siedlungsräume und die Gewerbegebiete zu gewährleisten. Die stetig steigende Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung erforderte zudem eine laufende Anpassung an den Bedarf, die mit der Eröffnung des Familienzentrums im kommenden Herbst ihren – vorläufigen – Höhepunkt findet. Die dringend erforderliche Sanierung und der Neubau des Sozialzentrums machte einen intensiven Planungsprozess notwendig, an dessen Ende ein landesweites Vorzeigeprojekt stand, das eine optimale Versorgung unserer pflegebedürftigen Mitbürger gewährleistet. Der Neubau der FC Nenzing Sportanlage und des Walgaubades zählen sicher auch zu jenen Projekten, über die ich mich ganz besonders freue.

Wie fällt generell Ihr Resümee über zwei Jahrzehnte Amtszeit aus?
Kasseroler Es war eine sehr bewegte und oft auch herausfordernde Zeit. Das Hochwasser 2005, der Amoklauf in der Nenzinger Au und die Corona-Quarantäne haben sich dabei besonders ins Gedächtnis gebrannt. Es überwiegen jedoch die Erinnerungen an unzählige schöne Begegnungen und die Arbeit mit Menschen, deren Unterstützung und Freundschaft ich erfahren durfte.
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Welche großen Projekte sind in Nenzing aktuell in Umsetzung?
Kasseroler Für die erste Etappe der Mittelschulsanierung, für das Familienzentrum an der Gaisstraße und das Nahwärmekraftwerk hat die Gemeindevertretung beträchtliche Mittel freigegeben und damit starke Impulse in den Bereichen Kinderbetreuung, Familien, Bildung und Energieautonomie gesetzt. Alle drei Projekte liegen sowohl zeitlich als auch kostenmäßig im Plan.

Wie hoch ist der Budgetentwurf für 2024 und welches sind die größten Ausgabeposten?
Kasseroler Die Finanzierungsrechnung sieht eine Mittelverwendung in Höhe von 46,9 Millionen Euro vor und schließt mit einem Überhang von 458.900 Euro. Die größten Investitionen fallen auf die Projekte Sanierung Mittelschule (6,5 Mill.), Familienzentrum Gaisstraße (4,5 Mill.) und das Nahwärme-Werk (4,5 Mill.). Zur Deckung der Ergebnisrechnung müssen Haushaltsrücklagen in Höhe von 1,5 Millionen Euro entnommen werden, womit sich der Stand der allgemeinen Rücklagen auf 2,26 Millionen Euro reduziert.

Wie empfinden Sie es als Langzeit-Bürgermeister: Wird dieses Amt zunehmend schwieriger?
Kasseroler Es muss einen Grund geben, warum es immer schwieriger wird, Kandidaten für dieses Amt zu finden. Wer einen ruhigen und sicheren Arbeitsplatz anstrebt, wird als Bürgermeister wahrscheinlich nicht glücklich werden. Die Arbeitszeiten sind alles andere als familienfreundlich, die Themen sind zunehmend rechtlich komplexer und die Ansprüche des Bürgers an den „Dienstleistungsbetrieb Gemeinde“ sind sehr hoch. Wenn dann womöglich noch rein politisch motivierte Querschüsse kommen, wird die Aufgabe schnell einmal zu einer „mission impossible“. EM