Hamas könnte erstmals Männer freilassen

Kaum noch weibliche Geiseln und Kinder in den Fängen der Hamas. Trotzdem soll die Waffenruhe weitergehen.
Jerusalem, Washington Für eine weitere Verlängerung der Waffenruhe mit Israel erwägt die radikalislamische Palästinenser-Gruppe Hamas nach eigenen Angaben nun auch die Freilassung männlicher Geiseln. Seine Organisation strebe eine neue Vereinbarung für eine Ausweitung der Feuerpause an, bei der sie nicht nur Frauen und Kinder im Austausch gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen freilasse, sagte Hamas-Vertreter Khalil Al-Hayya dem arabischen TV-Sender Al-Jazeera.
Israel bekräftigte am Dienstag, dass die Waffenruhe auf unbestimmte Zeit verlängert werden könne, solange die Hamas weiterhin mindestens zehn Geiseln pro Tag freilasse. Da die Hamas jedoch nur noch wenige Frauen und Kinder gefangen hält, könnte die Waffenruhe über den Mittwoch hinaus nur verlängert werden, wenn sie erstmals auch israelische Männer freilässt. Die am Montag um zwei Tage ausgedehnte Waffenruhe schien auch den fünften Tag zu halten. Katar teilte mit, sich um eine weitere Verlängerung zu bemühen.
Auch Israel signalisierte die Bereitschaft, den Gefangenenaustausch auszuweiten. Die Regierung fügte am Montagabend ihrer Liste mit palästinensischen Häftlingen, die für eine Freilassung aus israelischen Gefängnissen infrage kommen, die Namen 50 weiblicher Gefangener hinzu. Israel bekräftigte auch, nach der Waffenruhe den Kampf gegen die Terrormiliz Hamas fortzusetzen. „Unmittelbar nach Abschluss der Geiselbefreiung werden die Kriegshandlungen wieder aufgenommen“, sagte Gideon Saar, Minister im israelischen Kriegskabinett. „Wir haben die feste Absicht, die Ziele des Kriegs umzusetzen, um die Hamas in Gaza zu stürzen.“ Auch die Hamas hat angekündigt, nach der Waffenruhe wieder gegen Israel zu kämpfen.
Unterdessen kam es am Dienstag zu einem Schusswechsel im nördlichen Gazastreifen. Nach Angaben der israelischen Armee wurden israelische Soldaten beschossen. Diese hätten zurückgeschossen. Zudem seien drei Sprengsätze neben Soldaten an zwei Standorten explodiert. Die Hamas bestätigte eine Konfrontation. Laut Israel wurden mehrere Soldaten leicht verletzt. Sie hätten sich an den vereinbarten Standorten aufgehalten.