Krisenstab Energie: Es wird kühler in der Gemeindestube

Beim Energie-Krisenstab einigten sich Land und Gemeindeverband auf freiwillige Energiesparmaßnahmen.
Bregenz Die Auftaktsitzung des Krisenstabs Energie des Landes Vorarlbergs bringt schon den ersten Empfehlungskatalog mit sich.
So einigten sich das Land Vorarlberg und der Gemeindeverband als Vertreter der 96 Vorarlberger Gemeinden auf einen Empfehlungskatalog zum Energiesparen. Das Kernelement, dass auch dem Bürger auffallen dürfte, sind dabei kühlere Gemeindestuben. Das Land will mit guten Beispiel vorausgehen und wird diesen Winter die öffentlichen Gebäude nur auf 19 Grad Celsius heizen.
Es wird natürlich auch Ausnahmen geben, betont Landeshauptmann Markus Wallner: “Überall wo Kinder, ältere Menschen und Kranke sind, geht das natürlich nicht”, erklärt er die Ausnahmen für Schulen, Kinderbetreuung, Pflegeeinrichtungen und Spitälern. Ansonsten werden sich jedoch gerade die Verwaltungsgebäude von Bund bis Gemeinden an die 19 Grad orientieren, erwartet Wallner. “Die Raumwärme zu reduzieren, bringt auf jeden Fall etwas”, ist der Landeshauptmann überzeugt. Es wird jedoch auch nach je nach Bedarf Ausnahmen geben, die Umsetzung ist auf Gemeindeebene grundsätzlich immer noch freiwillig.

Beruhigend sei der Blick auf die Gasspeicher. Die angekauften Kapazitäten sind zu 98 Prozent gefüllt, erklärt Wallner. “Dies entspricht ein Viertel unseres Jahresbedarfs”, betont er. Auch Verträge darüber hinaus sind unterzeichnet. Was noch fehlt ist die Vereinbarung mit Deutschland, dass diese problemlos vom Speicher in Oberösterreich nach Vorarlberg gelangen können. “Da muss zum Telefon gegriffen werden, damit das endlich unterschrieben wird”, erwartet Wallner von Energieministerin Leonore Gewessler nun eine rasch hergestellte Rechtssicherheit. Für den kommenden Dienstag ist auch die Präsentation einer neuen Energiesparkampagne angesetzt, die das Land in Kooperation mit dem Gemeindeverbund, dem Energieinstitut, den illwerken vkw und den Medien umsetzen will.
Der Krisenstab Energie wird künftig, sofern es die Situation nicht anders verlangt, nur mehr digital zusammentreten. Zum Auftakt umfasste er 15 Stellen. Neben dem Landeshauptmann und den Landesräten Christian Gantner, Marco Tittler und Daniel Zadra sind die Arbeiterkammer, Energieinstitut, Gemeindeverband, illwerke vkw, Wirtschaftskammer und die zuständigen Abteilungen des Landes im Krisenstab vertreten.
Windenergie
Abseits des Krisenstabs zeigte Wallner wenig Verständnis für die Novelle zur Windenergie. “Das wird den Vorarlberger Verhältnissen überhaupt nicht gerecht”, klagt Wallner. Gerade für Kleinwasserkraftwerke wird es schwieriger statt einfacher. Und in Vorarlberg liege das größte Potential nicht im Wind, sondern im Wasser. “Im selben Atemzug will man die Gemeinde nicht mehr fragen, wenn man ein Windrad aufstellt”, hat er wenig Verständnis. Entsprechend ist es für das Land nicht vertretbar, dass das neue Pumpspeicherwerk allein fünf Jahre für die UVP und einen Betriebsstart nicht vor 2037 einplanen muss. Hier brauche es eine Diskussion, welche Projekte wo in Österreich die sinnvolle Basis der Energiewende sein können.