Gedichtinterpretation statt Mietvertrag

Politik / 12.08.2022 • 18:10 Uhr
NEOS Landtagsabgeordneter Johannes Gasser und JUNOS Vorsitzende Fabienne Lackner. <span class="copyright">VN/veits</span>
NEOS Landtagsabgeordneter Johannes Gasser und JUNOS Vorsitzende Fabienne Lackner. VN/veits

Die Hälfte der Jugendlichen fühlt sich nicht genügend auf die Zukunft vorbereitet. Die NEOS wollen entgegenwirken.

von Isabella Veits

Dornbirn Österreichs Lehrplan bereite die neue Generation nicht angemessen auf die Zukunft vor. Vor allem im Wirtschafts- und Finanzwesen gibt es enormen Nachholbedarf, warnen NEOS-Landtagsabgeordneter und Jugendsprecher Johannes Gasser und JUNOS-Vorsitzende Fabienne Lackner.

Nach dem “YEP Jugendbericht” 2022 fühlt sich rund die Hälfte der Jugendlichen nicht genügend auf die Zukunft vorbereitet. Vor allem das fehlende Wissen im Wirtschafts- und Finanzwesen, die Unsicherheit der beruflichen Zukunft sowie die Angst vor dem selbstständigen Leben bereiten den Jugendlichen Sorge. Um diese Bedenken zu minimieren, fordern die NEOS gezielte Änderungen und mehr Flexibilität im Lehrplan in drei Schritten. Erstens, die Verabschiedung des fünfzigminütigen Frontalunterrichts, zweitens mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Lehrpersonen und drittens intensive Finanzbildung in Schulen sowie im Lehramtsstudium. “Es müssen mehr ,Life skills’ vermittelt werden”, so Lackner.

Finanzbildung

Im Schulalltag soll die Finanzbildung in Form eines fächerübergreifenden Projekts integriert werden. Themen sollen von verschiedenen Ansichtspunkten behandelt werden, deshalb müsse man den bestehenden Bildungskanon aufbrechen und weg von den minutengenauen Unterrichtseinheiten kommen. Zusätzlich sollen zehn Prozent der Jahresunterrichtszeit für individuelle Projekte der Schule zur Verfügung stehen, wie es bereits in anderen Ländern wie Estland der Fall ist. Die Finanzbildung sei ein wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit. Oft ist das Elternhaus dafür zuständig, den Kindern in Wirtschafts- und Finanzfragen weiterzuhelfen, was nicht überall gleich gut funktioniert. Diese Aufgabe müsse nun endlich die Schule übernehmen.

Vorarlberg bei Pilotprojekt nicht dabei

Durch eine vom Bund entworfene Finanzbildungsstrategie sollen den Jugendlichen alltägliche Fähigkeiten beigebracht werden. Der Umgang mit Geld, das Abschließen von Verträgen oder die Funktionsweise von Steuern sind Teil des Pilotprojekts. Ab 2023 startet es in einigen Schulen in ganz Österreich, ausgenommen Vorarlberg. Warum keine Schule im Ländle am wichtigen Projekt teilnimmt, kann sich Gasser nicht erklären. Die Landesregierung lehnte Anträge für Finanzbildung im Land mit der Begründung, dass man auf den Bund warte, ab. “Nun ist aber die nationale Initiative überall, außer in Vorarlberg, vertreten. Wir warten immer noch”, sagt Gasser. Die NEOS sehen es nun als ihre Aufgabe, Druck auf die Landesregierung zu machen, um der jungen Generation Bildungsangebote im Finanzwesen und somit Sicherheit in der Zukunft zu bieten.