Provisorisches Lager an der Grenze geräumt

Die Menschen wurden in einem Logistikzentrum in der Nähe untergebracht.
minsk Der Grenzschutz von Belarus hat das provisorische Lager von Migranten an der EU-Außengrenze zu Polen nach eigenen Angaben geräumt. Es würden keine Migranten mehr auf den Grünstreifen vorgelassen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Freitag. Dort hatten über Tage Tausende Menschen auf ihrem Weg in die EU trotz kühler Temperaturen ausgeharrt. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte dem UN-Flüchtlingshilfswerk bei der Versorgung der Menschen Unterstützung zu.
Die geschäftsführende deutsche Kanzlerin sprach per Video mit dem Hohen Flüchtlingskommissar Filippo Grandi sowie dem Generaldirektor der Internationalen Organisation für Migration (IOM), António Vitorino. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert unterstrich Merkel die wichtige Rolle der beiden Organisationen für die humanitäre Versorgung, den Schutz und auch die sichere Heimkehr der Migranten. Die Menschen, die zuvor direkt an der Grenze zu Polen kampiert hatten, sind mittlerweile in einem Logistikzentrum in der Nähe untergebracht. Sie klagen über Hunger und mangelnde Hygiene. Es gebe nicht ausreichend zu essen und kaum eine Möglichkeit, sich zu waschen, sagen sie. Einige sprechen offen über ihre Angst, deportiert zu werden, wie ein Reporter der dpa vor Ort berichtete. Sie hoffen, dass die EU – und besonders Deutschland – doch noch die Grenzen öffnet.
Im belarussisch-polnischen Grenzgebiet sitzen Tausende Migranten fest. Viele stammen aus dem Irak, aus Syrien oder Afghanistan. Europa beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, die Menschen in organisierter Form aus Krisenregionen dorthin gedrängt zu haben, um Druck zu machen und sich für Sanktionen der EU zu rächen. Die EU erkennt Lukaschenko wegen des Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten nicht mehr als Präsidenten an.