Showdown in der Vorarlberger SPÖ

Rote Granden suchen heute Abend eine Einigung zum Parteivorsitz.
SChwarzach Die Vorarlberger SPÖ bekommt einen neuen Chef. So viel steht fest. Wer es wird, ist allerdings noch offen. Der Harder Bürgermeister und Noch-Obmann Martin Staudinger hatte sich Thomas Hopfner als Nachfolger gewünscht. Die Chancen für den Klubchef scheinen aber zu schwinden. Denn Staudinger machte die Rechnung ohne die größeren Parteiorganisationen. „Es wäre gut gewesen, wenn er sich im Vorfeld zumindest mit den Entscheidungsträgern besprochen hätte“, sagt etwa der Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch. Er will Mario Leiter an der Vorarlberger SPÖ-Spitze sehen. Der Bludenzer brachte sich als Alternative vor einigen Wochen in Stellung – mit deutlich besseren Erfolgsaussichten.
Aussprache
Heute, Montagabend, treffen sich die roten Granden des Landes nun zur Aussprache. Zumindest manche von ihnen kommen zusammen. Staudinger weiß nichts von dem Termin, wie er auf VN-Anfrage erklärt. Er habe am Montagabend aber ohnehin anderen beruflichen Verpflichtungen nachzugehen. Hopfner will mit Verweis auf die noch laufenden parteiinternen Gespräche keine Stellungnahme abgeben.
Es geht um viel
Mario Leiter berichtet den VN von einem offenen Prozess. „Thomas Hopfner und ich befinden uns in regem Austausch.“ Der Bludenzer Sozialdemokrat hofft auf einen gemeinsamen Nenner. Denn es gehe um viel, um starken Rückhalt für die künftige Spitze. Nur so könne die SPÖ gut in die kommende Landtagswahl gehen, die planmäßig 2024 abgehalten wird. „Wir stellen damit die Weichen in Richtung Regierungsbeteiligung.“

Das letzte Wort haben die 180 Delegierten beim SPÖ-Landesparteitag am 16. Oktober. Dass es dort zu einer Kampfabstimmung kommen könnte, glaubt Leiter nicht. „Wenn, dann ist es eine demokratische Wahl zwischen mehreren Kandidaten, die ihre Projekte für die Zukunft präsentieren.“ Besser wäre es ihm zufolge aber, sich im Vorfeld auf eine Person zu einigen. Das hofft auch der Dornbirner Stadtparteichef Markus Fässler. Er ist zuversichtlich, dass die Partei geeint in die kommende Periode gehen wird.
„Gmahte Wiesn“
Michael Ritsch ist ebenso guter Dinge. „Eigentlich müsste es eine gmahte Wiesn für Mario Leiter sein. Er könnte gefühlt auf 140 der 180 Stimmen kommen.“ Es gebe entsprechende Signale. Die größten Parteiorganisationen der SPÖ Vorarlberg stünden hinter dem Bludenzer. Andere Vertreter erzählen ebenso, dass die Wahl höchstwahrscheinlich auf Mario Leiter fallen wird. Thomas Hopfner sei ein guter Klubobmann und könne das auch bleiben. Die meisten erwarten sich heute Abend eine Entscheidung.
Staudinger hält wenig davon. Der Parteivorsitz solle nicht in einem Hinterzimmer ausgemacht werden, sondern demokratisch – am Parteitag.