Peter Schröder

Kommentar

Peter Schröder

Rettungsversuch für die Welt

Politik / 29.03.2021 • 09:30 Uhr

Was haben Covid und Klimawandel gemeinsam? Antwort: Impf-Verweigerung und Umweltschutz-Vernachlässigung bringen massenhaft Menschen um. Denn an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sind weltweit bereits 2,8 Millionen Menschen gestorben; über die Höhe der Millionen-Zahl der Umwelttoten streiten Politiker und Wissenschaftler in aller Welt.

Bei der Bändigung der Pandemie gibt es immerhin Fortschritte. Nach der ungewöhnlich schnellen Entwicklung von Impfstoffen verringert sich die Todesrate bereits langsam in vielen Ländern. Aber die Seuche ist noch lange nicht besiegt: Verhindert wird es von zu vielen Impfverweigerern und Verschwörungstheoretikern. Und in den “armen” Ländern fehlt es an Geld für ausreichend Impfdosen. “Wir stehen mitten in einer moralischen Katastrophe”, klagt Tedros Ghebreyesus, der Chef der Weltgesundheitsorganisation. “Wir haben Länder, die noch auf den ersten Tropfen eines Impfstoffs warten.”

Nach der ungewöhnlich schnellen Entwicklung von Impfstoffen verringert sich die Todesrate bereits langsam in vielen Ländern.

Die nächste Katastrophe, die von Menschen verursachte Umweltschändung, ist schon da. Verpestete Luft lässt die Erderwärmung unaufhörlich steigen, Seen trocknen aus, Wasserflächen sind vergiftet, Pegel in Küstengebieten steigen und Ackerflächen verdorren. Millionen von Menschen hungern, sind bereits auf der Flucht und viele sterben. In den am härtesten betroffenen Gebieten in Afrika, Asien und Teilen Südamerikas ermittelte die WHO, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen bereits um 20 und mehr Jahre geringer ist als in den Industriestaaten.

Mit einem Kraftakt will US-Präsident Joseph Biden jetzt die Überlebenschancen von Abermillionen Menschen verbessern. Für den 22. und 23. April hat er die Staats- und Regierungschefs von 40 Ländern der Welt zu einer Klima-Gipfelkonferenz eingeladen. Vertreter von Industriestaaten, die für mehr als 90 Prozent der lebensgefährlichen Umweltverschmutzung verantwortlich sind, von Ländern, die besonders schwer unter den Folgen leiden, und von Regierungen, die bereits Erfolge bei der Rettung des Planeten vorweisen können. Zu den Konferenzteilnehmern gehören neben anderen die Präsidenten Chinas, Russlands, Japans und Brasiliens sowie Vertreter der EU, der Ölländer und “unterentwickelter” Staaten.

Pandemiebedingt wird eine weltweit übertragene Video-Konferenz vorbereitet. Die Völker der Welt werden dabei Augen- und Ohrenzeuge des epochalen Versuchs zur Lebensrettung der Menschheit. Dabei werden die Konferenzteilnehmer Farbe bekennen und Lösungen anbieten müssen. Und niemandem sollte gestattet werden, sich mit hohlen Phrasen davonzustehlen. Nach der Corona-Pandemie kann die Welt verlangen und sie hat ein Recht darauf, noch einmal davonzukommen.