Coronavirus: Trend in die richtige Richtung

Politik / 30.03.2020 • 06:00 Uhr
Coronavirus: Trend in die richtige Richtung
Bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit werden Tests durchgeführt werden. Berechnungen von SORA zeigen, dass es bei der Zahl der Erkrankten in die richtige Richtung geht, aber weiterhin Durchhaltevermögen erforderlich ist. APA

Kleiner Hoffnungsschimmer: Zuwachsrate in Vorarlberg stark gesunken.

Wien Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat für den Kampf gegen die Covid-19-Pandemie ein erstes Etappenziel ausgegeben: Die Zuwachsrate bestätigter Fälle soll eingebremst werden und Österreich bis Ostern „in den mittleren einstelligen Wachstumsbereich kommen“. Die schlechte Nachricht: Davon sind wir noch entfernt. Die gute Nachricht: Es geht in die richtige Richtung.

Bei der amtlichen Statistik über die Zahl der bestätigten Fälle gibt es ein paar Vorbehalte: Weil die Meldungen zum Teil zeitverzögert erfolgen, hinkt sie der Wirklichkeit hinterher. Im Übrigen kann es von Tag zu Tag zu erheblichen Schwankungen kommen. Einmal ist die Zuwachsrate extrem groß, einmal relativ klein.

Das Wiener Sozialforschungsinstitut SORA hat eine Methode entwickelt, um diese Schwankungen zu glätten: Bei jedem Tag werden die drei vorangegangenen insofern mitberücksichtigt, als ein Mittelwert daraus berechnet wird.

Wendet man diese Methode an, kommt ein erfreuliches Ergebnis heraus: Österreichweit ist die Zuwachsrate seit Mitte März von mehr als 20 auf weniger als 20 Prozent zurückgegangen – und in Vorarlberg von über 30 Prozent auf weniger als zwölf Prozent bis zum vergangenem Freitag (siehe Grafik). Am Wochenende ist dieser Wert mit knapp zehn Prozent nun einstellig geworden.

Für Euphorie besteht jedoch noch lange kein Anlass. Gerade in Vorarlberg ist die Zahl der Fälle sehr hoch. Das bedeutet, dass bei der Zuwachsrate immer auch zu beachten ist, was damit verbunden ist: Rund 15 Prozent Zuwachs entsprachen vor zwei Wochen gerade einmal sieben Neuinfektionen. Zuletzt handelte es sich um das Zehnfache davon. Im Übrigen gibt es immer mehr Intensivpatienten.

Das verdeutlicht laut SORA-Chef Christoph Hofinger, wie wichtig es ist, den Kampf gegen die Ausbreitung des Virus fortzusetzen: „Österreichweit gab es am 17. März in der Früh um 18 Prozent mehr positiv Getestete als am Tag davor.“ Das seien 173 neue Fälle gewesen. Bliebe die Zuwachsrate bei täglich 18 Prozent, würde es Folgendes bedeuten: „Am Ostersonntag würden wir mit 15.000 Fällen mehr aufwachen als am Karsamstag.“

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