Kontrollen zu Tirol gefordert

SPÖ-Chef Staudinger will Einreisen aus Tirol überwachen. Vorarlberger Parteien pochen auf umfassende Wirtschaftshilfen.
Wien Immer mehr Menschen in Österreich infizieren sich mit dem Coronavirus. Vor allem Tirol gilt als Hotspot. Die Vorarlberger SPÖ schlägt deshalb vor, alle einreisenden Personen aus dem benachbarten Bundesland einem Gesundheits-Check zu unterziehen. „Jeder, der mit dem Auto oder dem Zug einreist, soll kontrolliert werden“, fordert SPÖ-Chef Martin Staudinger. Österreichweit pocht er auf eine bessere Ausstattung des Supermarktpersonals. Dieses solle Atemmasken und Latexhandschuhe bekommen. Die Bezahlung im Geschäft müsse statt bar in der Regel künftig per Bankomat erfolgen.
Für die Wirtschaft fordert der SPÖ-Chef mehr Hilfe als von der Bundesregierung vorgesehen. So sollen Betriebe mit bis zu 25 Mitarbeiter eine volle Entschädigung erhalten. Im Gegenzug müssten alle Unternehmen, die staatliche Unterstützung erhalten, zu einer Arbeitsplatzgarantie verpflichtet werden. Die Entgeltfortzahlung von Müttern und Vätern, die nun zur Kinderbetreuung daheim bleiben müssen, solle der Staat zur Gänze und nicht nur zu einem Drittel tragen.
Der Vorarlberger FPÖ-Chef Christof Bitschi tritt ebenso für ein Hilfspaket ein. Die Liquidität der Vorarlberger Klein- und Mittelbetriebe müsse gestärkt werden, unter anderem durch finanzielle Direkthilfe für stark betroffene Ein-Personen- und Kleinbetriebe. Außerdem fordert Bitschi, die Sozialversicherungsbeiträge zu senken. Es brauche Steuererleichterungen und klare Regeln zur Entgeltfortzahlung. Kleinbetrieben müsse der Verdienstentgang voll ersetzt werden.
Die Vorarlberger Grünen rufen unterdessen auf, vor allem bei lokalen und regionalen Unternehmen zu bestellen und nicht zu großen Onlineriesen wie Amazon zu gehen. „Es ist wichtig, die heimische Wirtschaft zu unterstützen“, sagt Grünen-Klubchef Daniel Zadra. Christoph Hiebl, Landessprecher der Grünen Wirtschaft, appelliert an alle, die helfen können: „Viele Betriebe, die bisher keine Erfahrung mit Onlinehandel und Zustellservice haben, suchen jetzt dringend alternative Vertriebskanäle und brauchen professionelle Unterstützung in der Umsetzung.“