Gisingen wieder zusammenrücken

Pfarrer Peter Willi über das abgeschlossene Großprojekt Pfarr.Punkt.
Pfarre Erst kürzlich wurde das neue Pfarrheim in Gisingen auf den Namen Pfarr.Punkt getauft und feierlich eröffnet. Die Endphase der Pfarrheimsanierung war herausfordernd. Lieferschwierigkeiten bei einzelnen Produkten sowie die Teuerungswelle haben auch dieses Projekt nicht verschont. Nun spricht Pfarrer Peter Willi über den dennoch erfolgreichen Abschluss und ein Gebäude, das Gisingen wieder zusammenrücken soll.
Wie kam es zur Entscheidung der finalen Umsetzung des Gebäudes?
Willi Am Anfang stand eine große Frage im Raum: „Was machen?“ Es gab vier Optionen. Im Oktober 2019 hat der Pfarrkirchenrat den Entwurf einstimmig beschlossen. Es sollte eine Sanierung und Erweiterung des bestehenden Pfarrheimes sein. Als im März 2020 die Pandemie ausbrach, kamen dann aber Teuerungen hinzu. Wir sind aber mit einem „blauen Auge“ davongekommen. Wir hatten eine wunderbare Zusammenarbeit mit dem Pfarrkirchenrat, Architekt Christian Lenz, Bauleiter Elmar Gmeiner sowie dem Bauamt und der Finanzkammer der Diözese.
Sie haben von der Teuerungswelle gesprochen: Wie teuer war das Projekt am Ende und wie wurde es finanziert?
Willi Insgesamt beliefen sich die Kosten für unseren neuen „Pfarr.Punkt“ auf rund 2,5 Millionen Euro. Gut die Hälfte haben wir mit der Vergabe eines Baurechts auf einem 3000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Tannen- und Marienstraße an Swietelsky finanziert. Wir stellen den Grund für 99 Jahre (mit dem Baurechtzins) zur Verfügung und sie bebauen es mit zwei Wohnimmobilien.
Was war Ihnen persönlich wichtig, was das neue Heim haben soll?
Willi Ich durfte nach drei Jahren seelsorglicher Tätigkeit bereits viele Eindrücke sammeln und sehen, welche Bedürfnisse wir zu der Zeit abgedeckt hatten. Es war dann vorallem wichtig, dass wir eine größere Räumlichkeit zur Verfügung haben. Es sind auch einige optische Wünsche eingeflossen. Mir war es persönlich wichtig, dass das Gebäude warm und einladend wirkt. Mit der Erdwärmeheizung und der Photovoltaikanlage setzen wir nun auch auf erneuerbare Energien.
Nach der Eröffnung wurden noch kleinere Arbeiten gemacht. Was ist aktuell noch offen?
Willi Wir haben echt viel positives Feedback über die Architektur des Gebäudes erhalten. Kürzlich haben wir vom Obmann der Agrargemeinschaft Altenstadt ein schönes Kreuz bekommen, das sofort den perfekten Platz im Raum Josef erhalten hat. Im Fidelissaal unten sind auch neue Bebilderungen: Alte Aufnahmen von Gisingen, dazu hat Fotograf Josef Güfel alte Postkarten digitalisiert und hochskaliert. Was demnächst noch umgesetzt wird, ist die elektrische Schiebetür beim Eingang, die mit dem Lift verbunden ist. Außerhalb der Öffnungszeiten kann man somit das WC verwenden und die anderen Räume bleiben abgeschlossen.
Werden der Sebastiansaal und der Fidelissaal bereits gebucht?
Willi Das Anmieten der Räumlichkeiten ist für den Erhalt des Gebäudes ein wichtiger Bestandteil. Wir hatten hier schon Kirchenchorproben, eine Foto- und Videodokumentation über das Haus, Familienfeiern, Bildungsveranstaltungen, Hauseigentümer-Versammlungen und einige Weihnachtsfeiern von Vereinen sind geplant. Weitere Höhepunkte werden bestimmt das Weihnachtsmusical von „kisi“ am 9. Dezember um 18 Uhr, die Weihnachtsfeier der Stadt Feldkirch für Alleinstehende am 24. Dezember von 17 bis 20 Uhr (Anmeldung bei der Stadt oder beim Pfarramt möglich) sowie der Vortrag „Wertschätzung, Kränkung und ihre Auswirkung im Leben“ am 17. Jänner um 19.30 Uhr mit Reinhard Haller.
Und wie sieht es mit Weihnachtsfeier der Pfarre aus?
Willi (lacht) Unsere Weihnachtsfeier findet erst nächstes Jahr statt. Wir veranstalten immer unser traditionelles Schnitzelfest nach dem Roratesgottestdienst am Sebastiantag Ende Jänner.
Wie kam es zum neuen Namen?
Willi Das bisherige Pfarrheim ist wie ein neuer Bau, obwohl viel Bausubstanz erhalten geblieben ist. Zu einem „neuen“ Haus gehört ein neuer Name. Nach längerer Überlegung, welchen Namen wir dem bisherigen und zugleich renovierten und um den Sebastiansaal erweiterten Gebäude geben könnten, kam Franziska Simma, unsere Designerin und Grafikerin, auf den Namen Pfarr.Punkt. Wir konnten uns damit rasch anfreunden.
„Mitanand. Füranand.“ – steht überall geschrieben – was steckt für euch hinter diesem „Slogan“?
Willi „Mitanand. Füranand“ ist vom Motto zum Leitfaden für das ganze Haus geworden. Das Gebäude und die Menschen darin sollen das Miteinander und Füreinander fördern – in einer Zeit, in der doch Einsamkeit und Individualismus zu nehmen. TAY
