Öffentliche Freiflächen im Fokus

OP / 01.06.2021 • 16:02 Uhr
Während die „Grüne Mitte“ beim Projekt in Kalkofen beschlossene Sache ist, wurde die Entscheidung ...Egle
Während die „Grüne Mitte“ beim Projekt in Kalkofen beschlossene Sache ist, wurde die Entscheidung …Egle

Projekte Kalkofen, Litta und Garnmarkt in Begutachtung.

Freiflächen An den drei angeführten Standorten Kalkofen-Wieden, Garnmarkt-Nord und Anger-Litta läuft derzeit bereits, oder erfolgt in Kürze, der Baustart zu diversen Wohnprojekten. Alle mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Hintergründen und Zeitschienen. Allen gemein ist, dass jeweils ein großzügiger öffentlicher Raum entstehen wird, der auch einer entsprechenden Nutzung zugeführt werden soll. Wie und in welcher Form, war Gegenstand der Diskussion auf der jüngsten Gemeindevertretungssitzung.

Grüne Mitte

Bereits seit Langem vereinbart ist die Errichtung und Nutzung einer öffentlichen Freiflächennutzung im Bereich Kalkofen-Wieden. Hier wird unter dem Motto „Grüne Mitte“ nach Plänen der beiden Büros Gruber-Haumer (Landschaftsarchitektur) sowie Besch und Partner (Verkehrsplanung) eine Neukonzeption und Nutzbarmachung des gesamten Areals umgesetzt. Neben einer Entschleunigung des Verkehrs mit einer Torlösung, entsprechender Bepflanzung und Tempolimit geht es auch um Themen wie Spiel- und Wasserbereiche, Begrünung oder um die Implementierung einer öffentlichen WC-Anlage. Die Parkplatzsituation wurde bereits mit einer großzügigen Tiefgarage angegangen. Bürgermeister Christian Loacker und der Obmann des Bau- und Raumplanungsausschusses Mathias Rieder betonen in diesem Zusammenhang den sparsamen Umgang mit vorhandenem Boden, aber auch die nötige Errichtung von Wohnraum. Mit einer öffentlichen Freifläche soll den Menschen ein Mehr an Lebensqualität geboten, ein Schritt gegen die Auswirkungen des Klimawandels gemacht und so eine Investition in die Zukunft erreicht werden. Für die Umsetzung sind rund 1,7 Millionen Euro budgetiert, wovon die Hälfte in die Sanierung der kaputten Straße fließen muss. Eine Förderung des Landes kann noch in Abzug gebracht werden. Bei dieser Abstimmung herrschte zwar grundsätzliche Einigkeit, die beiden Mandatare der Neos votierten aus Kostengründen allerdings gegen den Entscheid.

Während im Kalkofen also alles klar ist, musste der Beschluss zum Garnmarkt aufgrund von kurzfristigen Änderungen aufgeschoben werden. Die Flächenumwidmung wurde zwar endgültig erledigt, das Thema Freifläche soll allerdings erst bei der Sitzung im Juli behandelt werden.

Best-Practice-Projekt vertagt

Deutlich mehr Uneinigkeit herrschte beim Projekt Anger-Litta. Dort beabsichtigt ein privater Bauträger die Errichtung von rund 60 Wohnungen, wobei der Baustart erst 2023 oder 2024 vorgesehen ist. Hier ist in Zusammenarbeit mit dem Land ein sogenanntes Best-Practice-Projekt geplant, wobei einige Aspekte wie eine Unterflurmülllösung oder eine deutlich entschleunigte Wohnstraße, bis hin zu einem gemeinsamen öffentlichen Parkplatz, der das zersplitterte Parken verhindern soll, bereits fix eingeplant sind. Dieser rund 1,5 Millionen Euro teure Beschluss wurde vorerst mit allen Stimmen, außer jener der Götzner ÖVP, vertagt. Zu groß waren aus Sicht der anderen Fraktionen die Unsicherheit und die finanziellen Dimensionen des Projekts, das unter den derzeitigen Voraussetzungen zudem nicht förderungswürdig wäre. Ein weiterer Knackpunkt war, dass nicht die Kommune, sondern der private Bauträger für die Umsetzung zumindest teilweise aufkommen soll. Das Argument von Bürgermeister Loacker, dass dieser immerhin rund 1000 Quadratmeter Fläche der Gemeinde zur Umsetzung schenkt, fand letztlich aber keinen Anklang.

Die Diskussionen rund um die Zukunft und Gestaltung öffentlicher Freiflächen in Götzis wird damit folglich im Juli ihre Fortsetzung finden. CEG

... für Garnmarkt-Nord vertagt.
… für Garnmarkt-Nord vertagt.