Gegen die traditionellen Rollenbilder

02.10.2023 • 16:35 Uhr
Landesrätin Katharina Wiesflecker und Gleichstellungsexpertin Tanja Kopf. <span class="copyright">VLK/ C. Hefel</span>
Landesrätin Katharina Wiesflecker und Gleichstellungsexpertin Tanja Kopf. VLK/ C. Hefel

Das Land startet mit der neuen Kampagne “Das Geschlecht spielt keine Rolle”.

Bregenz Aus dem Gleichstellungs-Bericht sowie -Indikator ist jedes Mal dasselbe herauszulesen: Frauen verdienen weniger als Männer. “Bei den Einkommen und Pensionen sowie der Verteilung der Sorgearbeit verändert sich nichts”, sagt Landesrätin Katharina Wiesflecker. “Obwohl Frauen hohe Bildungsabschlüsse haben, erreichen sie nicht die Gehälter der Männer.” Das mittlere Einkommen einer Frau würde 23.000 Euro Brutto jährlich betragen, bei Männern sei es das doppelte. Die hohe Teilzeitquote von 82 Prozent, die Frauen mit Kindern unter 15 Jahren betrifft, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Dies wirkt sich auch auf die Pensionen aus. “Familien- und Sorgearbeit bleibt Frauensache. Das ist in Österreich ausgeprägt, aber besonders in Vorarlberg. Traditionelle Rollenbilder bleiben verhaftet”, so Landesrätin Wiesflecker.

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Aus diesem Grund startet das Land Vorarlberg eine neue Kampagne mit dem Namen “Das Geschlecht spielt keine Rolle”. Das Projekt zielt darauf ab, das Bewusstsein für diese Problematik zu erhöhen und zur Sensibilisierung beizutragen. Dabei werden bewusst Klischees verwendet, um zu demonstrieren, dass das Geschlecht keine Rolle spielt. “Den Beruf unabhängig vom Geschlecht zu gestalten, ist man schon seit Jahrzehnten dran. Wir wissen, dass solche gesellschaftlichen Veränderungen lange dauern”, betont auch Gleichstellungsexpertin Tanja Kopf. Dabei seien die Lebenswege von Frauen und Männern unbewusst von kulturellen Normen geprägt. “Diese Kampagne soll dagegen wirken, irritieren und neugierig machen sowie dazu führen, dass man innerhalb der Familie und Gesellschaft in Diskurs geht”, sagt Kopf.

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Finanziert wird das Projekt “Das Geschlecht spielt keine Rolle” vom Land und teils vom europäischen Sozialfonds, der in der laufenden Förderperiode den Schwerpunkt „Vereinbarkeit und Gleichstellung für Frauen und Männer“ hat. Mit dem Geld sollen verschiedene Großbogenplakate und Tafeln aufgestellt werden. “Man konzentriert sich dabei nur auf den Text und verzichtet auf Bilder, weil unsere unbewussten Bilder vorhanden sind, müssen wir sie nicht verstärken. Dies gewährleistet, dass neue Bilder entstehen”, schildert die Gleichstellungsexpertin. Dabei wird der Fokus auf die Überschrift auf den Plakaten gelegt, die Berufe oder Tätigkeiten, die allgemein bekannt sind, hervorhebt. Das wird wieder mit der Frage “Mann oder Frau” umrandet. “Fußballprofi, Mann oder Frau”, erklärt Tanja Kopf nochmals. Auch in Form von „Storytellings“ werden Vorbilder und deren Geschichten erzählt. „Die Kampagne zielt darauf ab, das Bewusstsein zu schärfen und Menschen dazu zu inspirieren, über alternative Rollenbilder nachzudenken und aktiv an einer gerechteren Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern mitzuwirken.”

So wird die Gleichstellungskampagne aussehen. <span class="copyright">Land Vorarlberg</span>
So wird die Gleichstellungskampagne aussehen. Land Vorarlberg