Erinnerung an Ursprung, Verankerung in der Zukunft

Motor / 17.07.2015 • 14:59 Uhr
Modern(er) gemacht und trotzdem ganz der – neue – Alte geblieben ist der Fiat 500. Fotos: werk
Modern(er) gemacht und trotzdem ganz der – neue – Alte geblieben ist der Fiat 500. Fotos: werk

Fiat pflegte die Retro-Ikone Cinquecento, der 500er ist neu und dennoch ganz der Alte.

Fiat. (VN-bkh) Die Italiener beherrschen die Kunst der Inszenierung wie kaum eine andere Nationalität. Und ebenso die der Verpackung, sprich des Designs. Unter diesen Gesichtspunkten vollzog sich die Lancierung der Überarbeitung der Retro-Ikone Cinquecento, des 500ers. Nicht nur fand diese am 4. Juli, dem Geburtstag des Ahnvaters von 1957 (und des Neuen von 2007), statt, sondern auch am ursprünglichen Geburtsort, in Turin, an der ehemaligen Produktionsstätte Lingotto. Die stückweise am Leben erhaltene Anlage samt eigener Teststrecke auf dem Dach und Auf- sowie schneckenförmiger Abfahrt im Inneren des Gebäudes dienten zum Teil als Kulisse für die Präsentation des face- und technikgelifteten 500ers.

Ersteres ist außen an Details wie Kühlergrill und Leuchten, innen an einer Neugestaltung des Instrumentenbords identifizierbar. Beides soll an den Ursprung erinnern und gleichzeitig den Turiner Zwerg in der Zukunft der kommenden Jahre verankern. Zweiteres betrifft einerseits die heutzutage unverzichtbaren Faktoren Infotainment und Konnektivität, samt dem gesamten Konvolut an Navigation und Smartphone-Integration plus Internet-Vernetzung, andererseits vor allem die Antriebe beziehungsweise deren Konsum- und Emissionsverhalten. Das sind vorerst, zum Neustart, die drei Benziner-Motorisierungen – 1,2 und 0,9 -l –, die nun allesamt auf aktueller EU-6-Norm-Ebene agieren. Ergänzt werden wird das Motorisierungsprogramm demnächst (Ende 2015/Anfang 2016) durch eine Eco-Version des 1,2-l-Benziners und eine Emissionsgesetz-konforme Ausgabe des 1,3-l-Diesels mit 95 PS.

Abmessungen unverändert

Nicht angetastet wurden die Dimensionen des modernen Klassikers, sei es in der verlöteten, sei es in der aufmachbaren Version, dem 500 C. Und demgemäß fährt sich der City-Zwerg auch wie gewohnt. Ebenso ist das Leistungsangebot nach wie vor eher auf Cruisen als auf sportliches Wedeln ausgelegt. Wer das will, dem stehen ja verschiedene Abstufungen der Tuning- und Veredelungsabteilung Abarth zur Verfügung.

Fürs applausträchtige Flanieren und Promenieren kann man aber auch in den Standard-Varianten sorgen. Fiat offeriert neue Individualisierungsoptionen, wozu etwas gehört, das sich „Second Skin“ (zweite Haut) nennt. Nach dem Motto „Öfter einmal neue Kleider“ kann man zum Angebot etlicher Karosserie- und Innenraumfarbkombinationen auswechselbare Dekor-Sets addieren.

Retuschen anstelle von Neuinterpretationen.
Retuschen anstelle von Neuinterpretationen.
Innen: Brückenschlag zwischen Retro und Moderne.
Innen: Brückenschlag zwischen Retro und Moderne.

Fakten

Fiat 500

Motoren/Antriebe: 1,2-l-Vierzylinder mit 69 PS, 0,9-l Turbo-Zweizylinder mit 85 und 105 PS (allesamt Benziner)/Frontantrieb.
Abmessungen: L/B/H 3571/1627/1488 mm, Radstand 2300 mm, Kofferraum 182–550 l.
Marktstart: 18. Juli
Preis: ab 12.650 Euro