Jetzt Raubkatze statt Haifischmaul

Motor / 04.10.2013 • 13:51 Uhr
Peugeot 308: Drei Zentimeter kürzer, fünf Zentimeter niedriger, 140 Kilo leichter als der Vorgänger. Fotos: werk
Peugeot 308: Drei Zentimeter kürzer, fünf Zentimeter niedriger, 140 Kilo leichter als der Vorgänger. Fotos: werk

Leichter, geradliniger, kompakter: Peugeot hat ein Konzept für den Weg aus der (Design-)Krise.

Peugeot. Ein Erfolgserlebnis für die Löwenmarke ist überfällig. Ausgerechnet in der Golf-Klasse, dort wo der Konkurrenzkampf am heftigsten tobt, soll die Übung gelingen. Der neue 308 ist ein „Schicksalsauto“ für den französischen, unweit der Grenze zu Deutschland und der Schweiz situierten Traditionshersteller.

Peugeot geht strategisch neu geordnet an diese schwierige Aufgabe heran. Die Vernunft der Ingenieure hat wieder mehr zu bedeuten als die bei Peugeot seit Längerem nicht übermäßig erfolgreiche Raffinesse der Designer. Vernunft bedeutet im Fall 308 trotz Vorwärtsstrategie: ein wenig kleiner statt ein wenig größer, aber dafür flacher, dynamischer. Mit einem gewissen Maß an Sportlichkeit, das dann auch noch durch eine neue „unfranzösische“ Straffheit des Fahrwerks überrascht. Und dann das neue Gesicht. Statt Hai-Großmaul dezente Zurückhaltung. Der Kühlergrill tritt jetzt chromgeziert ins Rampenlicht. Er signalisiert Premium, jene Klasse, in der Peugeot sein möchte, in Zukunft mehr denn je. Die Scheinwerfer wurden kleiner, dafür charakterstärker, serienmäßig mit 62 LEDs bestückt. Sie sollen dem 308 den Blick einer Raubkatze verleihen. Selbstbewusst steht Peugeots Anti-Golf da. In der Ruhe liegt die Kraft.

Gepaart mit der nun auch bei Peugeot an oberster Stelle stehenden Leichtigkeit des Seins. Gewicht sparen ist auch für die Franzosen das beste Rezept zur Verringerung des Verbrauchs und der CO2-Emissionen. Stattliche 140 Kilo haben die Ingenieure deshalb allein bei der neuen 308-Plattform eingespart. Das wirkt sich nicht nur auf den Verbrauch vorteilhaft aus. Der neue Kompakt-Peugeot (im Lauf des nächsten Jahres auch der Kombi-Version) ist auch schneller auf den Beinen, fährt sich sportlicher. Es macht richtig Spaß, das Kurbeln am kleinen Sport-lenkrad.

Auszeichnete Sitzposition, handliches Leder-Volant, ein wenig tiefer gesetzt und darüber, voll im Blickfeld und nicht irgendwo, der Armaturenträger. Tacho, Digital-Display und Tourenzähler über der Lenkung und, wenn man das Lenkrad passend justiert, nichts dazwischen. Gute Sache für den Mann (die Frau) am Steuer. Peugeot hat dieses „patentierte“, vom Rennsport herrührende System i-Cockpit genannt, schon beim kleinen 208 vorgeführt und dafür einigen Beifall geerntet. Gewöhnungsbedürftig ist es allemal.

Gründlich aufgeräumt

Die elegante, schwungvolle Armaturenlandschaft präsentiert sich gründlicher aufgeräumt als jede andere. Minimalismus ist angesagt: Peugeot verzichtet auf alles Überflüssige. Die meisten Funktionen lassen sich über den 9,7 Zoll großen, zum Lenker hin geneigten Touchscreen steuern. Auch hier ist Lernarbeit unabdinglich. Die Zeiger von Tacho und Drehzahlmesser bewegen sich gegenläufig. Ganz ohne Design-Gag geht’s eben doch nicht.

Zum Marktstart am 17. Oktober tritt der neue 308 mit drei Benzinern (82 bis 155 PS) und zwei Dieseln (92 bzw. 115 PS) an. Im Frühjahr folgen neben einer neuen Sechsstufen-Automatik ein 1,2-Liter-Dreizylinder mit 110 bzw. 130 PS sowie zwei stärkere Diesel (120 bzw. 150 PS).

Peugeots i-Cockpit: Anleihen aus dem Rennsport.
Peugeots i-Cockpit: Anleihen aus dem
Rennsport.
Großzügig: Das Heck birgt stattliche 460 Liter Kofferraum.
Großzügig: Das Heck birgt stattliche 460 Liter Kofferraum.

Fakten

Peugeot 308

Motoren: vorerst drei Benziner (82 bis 155 PS), zwei Diesel (92 bzw. 115 PS)
Preise: ab 16.900 Euro (Benziner) bzw. 19.500 Euro (Diesel)
Markteinführung: 17. Oktober