Radikalisierung der Formen

Motor / 12.04.2013 • 13:51 Uhr
Die neue A-Klasse ist mit ihrer sportlich-dynamischen Optik ein Blickfang. Fotos: vn/Gasser
Die neue A-Klasse ist mit ihrer sportlich-dynamischen Optik ein Blickfang. Fotos: vn/Gasser

Die Marke mit dem Stern verpasst sich mit radikaler Designänderung neues Image.

Mercedes. Von der alten A-Klasse ist praktisch nur mehr der Stern und der Name geblieben. Selten zuvor hat ein Premiumhersteller ein Modell derart radikal umgestaltet und damit auch neu positioniert. Die A-Klasse ist dynamisch, emotional und jung – ganz im Gegensatz zum Vorgänger. Das zeigen schon die neuen Abmessungen. Mit knapp 4,3 Metern Länge und 1,433 Metern Höhe duckt sich die A-Klasse regelrecht auf die Fahrbahn, während das Vorgängermodell 16 Zentimeter höher in die Luft stand. Das hat freilich auch positive Auswirkungen auf den Luftwiderstand, der mit einem Cw-Wert von 0,27 einen Bestwert im Segment darstellt. Flach ist die neue A-Klasse und schnittig im Design – ihr Auftritt ist markant: Vorne die sportlich-lange Front mit dem Zentralstern, hinten das muskulöse Heck mit Dachspoiler.

Premium durch und durch

Mercedes ist Premium. Davon überzeugen kann man sich im Innenraum. Die Wertanmutung setzt Maßstäbe. Das Raumangebot weniger. Die A-Klasse bietet Platz für fünf Personen, wobei es auf der Rückbank zu dritt eng wird. Dazu kommt ein Kofferraum mit 341 Litern Ladevolumen erweiterbar auf 1157 Liter. Im Vergleich dazu bietet der Golf 7 mit 380 Litern (bei umgeklappten Sitzen 1270 Liter) deutlich mehr Platz fürs Gepäck.

Sportlich und komfortabel

Exzellent ist das Fahrverhalten des Kompaktwagens mit dem Stern. Schwerpunkt (minus 24 mm) und Sitzposition (minus 174 mm) wurden zum Vorgänger deutlich gesenkt. Die Fahrwerksabstimmung ist sportlich ausgelegt und bietet dennoch Mercedes typischen Komfort. Leichtfüßig verlangt die A-Klasse nach Kurven und schluckt Bodenunebenheiten, als gäbe es sie gar nicht. Meisterhaft, wie Mercedes den Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort geschafft hat.

Das Motorenangebot ist reichhaltig. Die VN sind den A180 gefahren. Der Vierzylinder-Ottomotor stellt aus 1,6 Litern Hubraum 122 PS und 200 Nm Drehmoment bereit. Von 0 auf 100 sprintet der kompakte Schwabe derart motorisiert in 9,2 Sekunden, die Spitze liegt bei 202 km/h. Den Verbrauch gibt Mercedes mit 5,8 Litern an. Im Test waren es 6,2 Liter.

In Kombination mit einem angenehm zu schaltenden Sechsgang-Getriebe erweist sich der auf dem Papier kleine Motor als braver Antrieb, der keine Wünsche offen lässt. Unterstützt von der guten Schalldämmung ist der Benziner zudem sehr geräuscharm.

Mercedes hat mit der radikalen Umgestaltung der A-Klasse viel riskiert und voll ins Schwarze getroffen. Wer keinen Klassenprimus beim Raumangebot sucht, wird viel Freude haben mit dem Kompakt-Stern.

Niedriger Schwerpunkt, hohe Fahrdynamik.
Niedriger Schwerpunkt, hohe Fahrdynamik.
Premium-Qualität im Innenraum.
Premium-Qualität im Innenraum.
Positiv: attraktives Design, exzellentes Fahrwerk und ein sehr kultivierter Benzinmotor (6,2 Liter Verbrauch)
Positiv: attraktives Design, exzellentes Fahrwerk und ein sehr kultivierter Benzinmotor (6,2 Liter Verbrauch)
Negativ: Das Platzangebot im Fond ist knapp bemessen. Das Gepäckabteil zählt auch nicht zu den Größten.
Negativ: Das Platzangebot im Fond ist knapp bemessen. Das Gepäckabteil zählt auch nicht zu den Größten.

Fakten

» Motor/Antrieb: 1,6-Liter-Bezinmotor, 4 Zylinder, 122 PS Leistung, 200 Nm Drehmoment, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb

» Fahrleistung/Verbrauch: 0 auf 100 in 9,2 Sek, Spitze 202 km/h, Verbrauch 5,5 bis 5,8 l; Test: 6,2 l

» Preis: ab 21.950 Euro; Testwagen: 34.111 Euro

Mercedes A-Klasse. Ergänzende Informationen des Herstellers.