„Ich wollte nicht irgendwann denken: Was wäre gewesen, wenn?“

Menschen / 17.04.2025 • 15:17 Uhr
„Ich wollte nicht irgendwann denken: Was wäre gewesen, wenn?“
Sabine Burtscher hat sich in Feldkirch einen kleinen Traum erfüllt.VN/Linher

Am Karfreitag lädt der Ostermarkt in Feldkirch zum Stöbern ein – mit dabei ist Sabine Burtscher, die in ihrer “Werkelstube” mit Gips, Garn und ganz viel Liebe arbeitet.

Feldkirch Wenn Sabine Burtscher am Karfreitag ihre handgemachten Dekoartikel und Bastelmaterialien am Ostermarkt in der Feldkircher Neustadt anbietet, dann tut sie das mit genauso viel Herz wie in ihrer kleinen „Werkelstube“ am Hirschgraben. Die 42-Jährige hat sich in der Nähe des Katzenturms ihren Traum erfüllt und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

VdT Sabine Burtscher, Werkelstube
Sabine Burtscher ist die Inhaberin der “Werkelstube” am Hirschgraben 1.

Von Kaffee, Klang und neuen Wurzeln

„Ohne Kaffee läuft bei mir am Morgen nichts“, erzählt Sabine lachend. „Das erste Einrichtungsstück, das ich für mein Geschäft gekauft habe, war die Kaffeemaschine“, sagt sie mit einem Zwinkern. Gemeinsam mit ihrem Partner und ihrer fünf Jahre alten Tochter lebt die gebürtige Montafonerin in Feldkirch. Aufgewachsen ist sie in Thüringen, wo sie die Musikhauptschule besuchte und sich in verschiedenen Vereinen engagierte. „Auch wenn ich das Ländliche sehr schätze, ist die Montfortstadt für mich mittlerweile mein Zuhause“, gibt sie zu verstehen.

VdT Sabine Burtscher, Werkelstube
Hinter einem verschnörkelten Tor am Hirschgraben 1 befindet sich die kleine Werkstatt.

Ein mutiger Schritt ins Kreative

Vor zwei Jahren hat sich Sabine mit ihrer „Werkelstube“ selbstständig gemacht – ein mutiger Schritt, gerade in Zeiten, in denen Sicherheit oft über allem steht. „Es war einfach Zeit. Ich wollte nicht länger nur davon träumen, sondern es in die Tat umsetzen.“ Die Idee reifte schon lange in ihr – nach ihrer Karenz und einem weiteren Jahr in der Sozialarbeit spürte sie, dass sie etwas Eigenes schaffen wollte. Etwas, das ganz zu ihr passt.

VdT Sabine Burtscher, Werkelstube
Vor ihrer Selbstständigkeit arbeitete Sabine beim ifs.

„Ich habe meinen Beruf als Sozialarbeiterin wirklich sehr gerne gemacht“, erzählt die Wahl-Feldkircherin. Dennoch wurde der Wunsch ein Geschäft zu führen und somit ihre eigenen Ideen zu verwirklichen immer größer. „Ich wollte mich nicht irgendwann fragen müssen: ‘Was wäre gewesen, wenn?’“, beschreibt Sabine ihre damaligen Gedankengänge.

VdT Sabine Burtscher
Besonders Lieferanten und Partner zu finden, gestaltete sich für die Bastelbegeisterte am Anfang schwierig. Auf einer Frankfurter Messe stieß sie auf “Bobbiny” – mittlerweile ihr Favorit. Privat

Ein Raum für Ideen – und Menschen

Sabines „Werkelstube“ ist ein Ort für kreatives Schaffen. Ein Mix aus Bastelbedarfsladen und Workshopraum. Hier bietet sie Kurse für Kinder und Erwachsene an, organisiert Geburtstage oder Teamevents und verkauft ausgesuchte Materialien für alle, die gerne selbst werkeln. Ob Gipsfiguren, bemalte Kerzen oder gehäkelte Kleinigkeiten – in der „Werkelstube“ dreht sich alles ums Selbermachen.

VdT Sabine Burtscher
Bei gutem Wetter finden die Workshops auch draußen statt. Privat

„Ich habe schon als Jugendliche gerne gebastelt und gewerkelt. Das war immer mein Ausgleich“, erzählt die 42-Jährige. Und genau das möchte sie mit anderen teilen. „Das schöne ist, dass ich mich nun kreativ ausleben kann und dennoch weiterhin mit Menschen zusammenarbeite“, freut sie sich.

VdT Sabine Burtscher, Werkelstube
Alle Dekostücke in der “Werkelstube” sind handgemacht.

Mit Herz, Gips und Freude

Sabine liebt es, mit verschiedenen Materialien zu experimentieren – besonders gerne mit Gips. Aber auch Häkeln, Stricken und neue Techniken faszinieren sie. „Ich bringe mir alles selbst bei. Wenn mich etwas interessiert, dann probiere ich es einfach aus.“ Ihre angebotenen Kurse sind oft individuell geplant, je nach Anlass und Kunde. „Es geht nicht um das perfekte Ergebnis, sondern um die Freude am Tun“, erzählt sie.

VdT Sabine Burtscher, Werkelstube
Die 42-Jährige nimmt auch Aufträge entgegen, wie diese Tischdeko für ein Feldkircher Lokal.

Natur und Abenteuer

So sehr die gebürtige Montafonerin ihre „Werkelstube“ liebt – mindestens genauso gerne ist Sabine Burtscher unterwegs. Am liebsten mit ihrer kleinen Familie, im Defender, auf der Suche nach besonderen Orten. „Campingurlaub ist für uns Freiheit pur. Einfach losfahren, die Natur spüren und gemeinsam neue Energie tanken“, erzählt sie strahlend. Besonders gerne reist sie zu Destinationen, bei denen eine Fahrt mit der Fähre dazugehört. „Da beginnt das Abenteuer schon auf dem Wasser.“

VdT Sabine Burtscher
Auch für Städtetrips ist die Abenteurerin gerne zu haben… Privat
VdT Sabine Burtscher
…so wie hier in Paris. Privat

Marktluft am Karfreitag

Zurück im Alltag wird es aber nicht weniger spannend – vor allem nicht rund um die Feiertage. Denn morgen ist Sabine mit ihrer „Werkelstube“ beim Ostermarkt dabei – zwischen liebevoll gefertigten Gipsstücken, kleinen Geschenken und ausgewähltem Bastelzubehör.

VdT Sabine Burtscher, Werkelstube
Für Feiertage kreiert die Wahl-Feldkircherin gerne themenbasierte Deko.

„Ich mag diese Marktstimmung. Man kommt mit Menschen ins Gespräch und zeigt, was man macht. Das ist manchmal eine schöne Abwechslung zum Alltag im Laden“, sagt sie abschließend.

Der Ostermarkt in Feldkirch lädt am 18. April zum Bummeln ein. Über 30 Aussteller präsentieren eine kunterbunte Vielfalt an Produkten – von Feinkost über Dekorationen bis hin zu Kunsthandwerk, Schmuck, Pflanzen und vielem mehr.

Zur Person

Sabine Burtscher

Inhaberin der “Werkelstube” in Feldkirch

Geboren am 17.10.1982 in Schruns

Familie eine Tochter

Ausbildung Sozialarbeiterin

Hobbies Basteln und Campen

Website www.diewerkelstube.at