Vom Trucker zum Trainer

Menschen / 29.10.2023 • 19:00 Uhr
Die Harley-Davidson verschafft Markus Gruber ein Gefühl der Freiheit. <span class="copyright">gruber</span>
Die Harley-Davidson verschafft Markus Gruber ein Gefühl der Freiheit. gruber

Als Instruktor im Fahrsicherheitszentrum macht Markus Gruber Fahrzeuglenker fit für die Straße.

RÖTHIS, FELDKIRCH Koch, Kellner, Zeitsoldat, Tiefkühlwaren-Lieferant, Lkw-Fahrer: Der 41-jährige Markus Gruber blickt jetzt schon auf eine abwechslungsreiche Berufslaufbahn zurück, die ihn in zahlreiche Länder geführt und ihm so einige Abenteuer beschert hat. Vor einem Jahr gab er das Nomadenleben auf. Seitdem gehört er zum Instruktoren-Team des Fahrsicherheitszentrums Vorarlberg (Driving Camp) in Röthis.

Der Instruktor lädt zu einer Übungsfahrt auf dem Parcours des Driving Camps ein. <span class="copyright">HRJ</span>
Der Instruktor lädt zu einer Übungsfahrt auf dem Parcours des Driving Camps ein. HRJ

Seine Tätigkeit umfasst eine Vielzahl von Aufgaben, die darauf abzielen, Fahrzeuglenkern wichtige Sicherheitsfertigkeiten beizubringen und ihre Fahrfähigkeiten zu verbessern. Zum fahrtechnischen Training auf dem Übungsparcours zählen unter anderem das Ausloten der Fahrdynamik, Untersteuern, Übersteuern, Notbremsung. Gruber trainiert Moped-, Motorrad-, Pkw- und Lkw-Fahrer.

Markus Gruber fährt zur Anlage, die mit einer Dynamikstrecke, Berg- und Gefällstrecke, Kreisbahn und einer Gefahrenpiste ausgestattet ist. <span class="copyright">HRJ</span>
Markus Gruber fährt zur Anlage, die mit einer Dynamikstrecke, Berg- und Gefällstrecke, Kreisbahn und einer Gefahrenpiste ausgestattet ist. HRJ
Markus Gruber vermittelt Fahrzeuglenkern Sicherheit am Steuer – in jeder Situation. <span class="copyright">HRJ</span>
Markus Gruber vermittelt Fahrzeuglenkern Sicherheit am Steuer – in jeder Situation. HRJ
Auch Büroarbeit zählt zu den Tätigkeiten eines Instruktors des Fahrsicherheitszentrums. <span class="copyright">HRJ</span>
Auch Büroarbeit zählt zu den Tätigkeiten eines Instruktors des Fahrsicherheitszentrums. HRJ

Viel fürs Leben gelernt

Seine Aufgaben als Instruktor erfüllt Gruber mit derselben Leidenschaft, die er bereits in seinen früheren beruflichen Verpflichtungen gezeigt hat. Seine Laufbahn begann mit einer vierjährigen Ausbildung zum Restaurantfachmann, in der er als Koch und Kellner ausgebildet wurde. Anschließend leistete er den Präsenzdienst beim Bundesheer. Danach verpflichtete er sich als Zeitsoldat. Zwischen 2000 und 2004 diente er als Soldat und Stützpunktkoch am Golan in Israel: „Dort habe ich viel gelernt, vor allem fürs Leben“, resümiert Gruber.

Markus Gruber gehört seit einem Jahr dem Instruktoren-Team des Fahrsicherheitszentrums Vorarlberg an. <span class="copyright">HRJ</span>
Markus Gruber gehört seit einem Jahr dem Instruktoren-Team des Fahrsicherheitszentrums Vorarlberg an. HRJ

Seine nächste Station war ein Gastronomiebetrieb in der Schweiz, der ihn als Crew-Trainer engagierte. „Dann interessierte mich die Gastronomie nicht mehr, und ich kehrte nach Vorarlberg zurück“, erzählt Gruber. Einer Zeitungsannonce entnahm er, dass die Firma Bofrost Verkaufsfahrer suchte. „Von da an habe ich Tiefkühlwaren geliefert und damit Vorarlberger Hausfrauen beglückt“, sagt Gruber und lacht. Nach fünf Jahren hörte er auf. Er wollte sich endlich seinen Kindheitstraum erfüllen und Trucker werden. „Mit dem Lkw-Führerschein in der Hand, fing ich sofort bei einem Vorarlberger Frächter an.“ Anfangs im Nahverkehr, später im Fernverkehr. „Ich bin quer durch Europa gefahren, habe gut verdient und viel gesehen. Das war ein Leben!“, schwärmt er heute noch.

Trucker ernähren sich großteils von Fertiggerichten und Fastfood. Gruber, der gelernte Koch, hatte irgendwann „keine Lust mehr auf Pizzaschnitten und Bockwurst. Ich wollte frisch gekochte, nahrhafte Kost.“ So begann er, wenn er mit dem Truck unterwegs war, abends feine Speisen zuzubereiten. „Ich stand auf einem Parkplatz, kochte etwas Gutes und übertrug es live über ein Soziales Medium“, schildert Gruber. Auf seinem Trucker-Gourmetplan standen Speisen, die man mit wenigen Handgriffen zubereiten kann. „Für viele meiner Kollegen wurde Maky´s Truck Kitchen 500 – so nannte ich meine Kochschule – zum Standardabendprogramm.“

Markus Gruber hatte sich einst seinen Kindheitstraum erfüllt und wurde Trucker. <span class="copyright">gruber</span>
Markus Gruber hatte sich einst seinen Kindheitstraum erfüllt und wurde Trucker. gruber

Berufliche Veränderung

Im März 2022 erlitt Gruber zwei Synkopen (Ohnmachtsanfälle): „Ich war nicht mehr fahrtauglich. Was hieß, ich musste mich beruflich verändern.“ Ein ehemaliger Lkw-Fahrlehrer brachte ihn auf die Idee, Instruktor zu werden. „Und so landete ich hier im Fahrsicherheitszentrum“, sagt Gruber. Seine Familie sei jedenfalls zufrieden, da er nun wesentlich mehr Zeit zu Hause in Feldkirch verbringt als zuvor.

Mit Ehefrau Nicole teilt er ein gemeinsames Hobby: Ausfahrten mit der Harley-Davidson. Mit Sohn Jakob (10) geht er wandern, „und ich klettere gerne mit ihm an Felsen herum.“ Im Übrigen, stellt Gruber klar, „daheim bin ich der Küchenchef. Meine Familie mag es, von mir bekocht zu werden.“ Liebe geht nun mal auch durch den Magen.

Vorarlberger des Tages Markus Gruber. <span class="copyright">hrj</span>
Vorarlberger des Tages Markus Gruber. hrj

Zur Person

MARKUS GRUBER

GEBOREN 25. August 1982

WOHNORT Feldkirch

BERUFE Restaurantfachmann, Lkw-Fahrer, Instruktor im Fahrsicherheitszentrum Vorarlberg

FAMILIE verheiratet mit Nicole, Sohn Jakob (10)

KONTAKT info@drivingcamp-vorarlberg.at