Vom Trucker zum Trainer

Als Instruktor im Fahrsicherheitszentrum macht Markus Gruber Fahrzeuglenker fit für die Straße.
RÖTHIS, FELDKIRCH Koch, Kellner, Zeitsoldat, Tiefkühlwaren-Lieferant, Lkw-Fahrer: Der 41-jährige Markus Gruber blickt jetzt schon auf eine abwechslungsreiche Berufslaufbahn zurück, die ihn in zahlreiche Länder geführt und ihm so einige Abenteuer beschert hat. Vor einem Jahr gab er das Nomadenleben auf. Seitdem gehört er zum Instruktoren-Team des Fahrsicherheitszentrums Vorarlberg (Driving Camp) in Röthis.

Seine Tätigkeit umfasst eine Vielzahl von Aufgaben, die darauf abzielen, Fahrzeuglenkern wichtige Sicherheitsfertigkeiten beizubringen und ihre Fahrfähigkeiten zu verbessern. Zum fahrtechnischen Training auf dem Übungsparcours zählen unter anderem das Ausloten der Fahrdynamik, Untersteuern, Übersteuern, Notbremsung. Gruber trainiert Moped-, Motorrad-, Pkw- und Lkw-Fahrer.



Viel fürs Leben gelernt
Seine Aufgaben als Instruktor erfüllt Gruber mit derselben Leidenschaft, die er bereits in seinen früheren beruflichen Verpflichtungen gezeigt hat. Seine Laufbahn begann mit einer vierjährigen Ausbildung zum Restaurantfachmann, in der er als Koch und Kellner ausgebildet wurde. Anschließend leistete er den Präsenzdienst beim Bundesheer. Danach verpflichtete er sich als Zeitsoldat. Zwischen 2000 und 2004 diente er als Soldat und Stützpunktkoch am Golan in Israel: „Dort habe ich viel gelernt, vor allem fürs Leben“, resümiert Gruber.

Seine nächste Station war ein Gastronomiebetrieb in der Schweiz, der ihn als Crew-Trainer engagierte. „Dann interessierte mich die Gastronomie nicht mehr, und ich kehrte nach Vorarlberg zurück“, erzählt Gruber. Einer Zeitungsannonce entnahm er, dass die Firma Bofrost Verkaufsfahrer suchte. „Von da an habe ich Tiefkühlwaren geliefert und damit Vorarlberger Hausfrauen beglückt“, sagt Gruber und lacht. Nach fünf Jahren hörte er auf. Er wollte sich endlich seinen Kindheitstraum erfüllen und Trucker werden. „Mit dem Lkw-Führerschein in der Hand, fing ich sofort bei einem Vorarlberger Frächter an.“ Anfangs im Nahverkehr, später im Fernverkehr. „Ich bin quer durch Europa gefahren, habe gut verdient und viel gesehen. Das war ein Leben!“, schwärmt er heute noch.
Trucker ernähren sich großteils von Fertiggerichten und Fastfood. Gruber, der gelernte Koch, hatte irgendwann „keine Lust mehr auf Pizzaschnitten und Bockwurst. Ich wollte frisch gekochte, nahrhafte Kost.“ So begann er, wenn er mit dem Truck unterwegs war, abends feine Speisen zuzubereiten. „Ich stand auf einem Parkplatz, kochte etwas Gutes und übertrug es live über ein Soziales Medium“, schildert Gruber. Auf seinem Trucker-Gourmetplan standen Speisen, die man mit wenigen Handgriffen zubereiten kann. „Für viele meiner Kollegen wurde Maky´s Truck Kitchen 500 – so nannte ich meine Kochschule – zum Standardabendprogramm.“

Berufliche Veränderung
Im März 2022 erlitt Gruber zwei Synkopen (Ohnmachtsanfälle): „Ich war nicht mehr fahrtauglich. Was hieß, ich musste mich beruflich verändern.“ Ein ehemaliger Lkw-Fahrlehrer brachte ihn auf die Idee, Instruktor zu werden. „Und so landete ich hier im Fahrsicherheitszentrum“, sagt Gruber. Seine Familie sei jedenfalls zufrieden, da er nun wesentlich mehr Zeit zu Hause in Feldkirch verbringt als zuvor.
Mit Ehefrau Nicole teilt er ein gemeinsames Hobby: Ausfahrten mit der Harley-Davidson. Mit Sohn Jakob (10) geht er wandern, „und ich klettere gerne mit ihm an Felsen herum.“ Im Übrigen, stellt Gruber klar, „daheim bin ich der Küchenchef. Meine Familie mag es, von mir bekocht zu werden.“ Liebe geht nun mal auch durch den Magen.

Zur Person
MARKUS GRUBER
GEBOREN 25. August 1982
WOHNORT Feldkirch
BERUFE Restaurantfachmann, Lkw-Fahrer, Instruktor im Fahrsicherheitszentrum Vorarlberg
FAMILIE verheiratet mit Nicole, Sohn Jakob (10)
KONTAKT info@drivingcamp-vorarlberg.at