„Mode und Kunst gehen Hand in Hand“

Menschen / 02.05.2023 • 17:56 Uhr
Marlene Raymakers hat sich für ihre Projektarbeit „Second Skin“ vom Tierreich inspirieren lassen.
Marlene Raymakers hat sich für ihre Projektarbeit „Second Skin“ vom Tierreich inspirieren lassen.

Marlene Raymakers (23) wurde für ihr Bio-Plastik-Projekt mit dem Young-Art-Award ausgezeichnet.

Dornbirn, Berlin Marlene Raymakers kann sich noch gut an den Tag erinnern, an dem sie zum ersten Mal eine Modenschau besucht hat. „Das war bei einem Tag der offenen Tür an der HTL in Dornbirn, zu dem ich meine Schwester begleitet habe. Ich war sofort fasziniert und wusste, dass ich diese Schule besuchen möchte, um irgendwann meine eigene Mode zu machen.“

Gesagt, getan. Ihre Leidenschaft für die Mode habe sie nicht nur in der Schule, sondern auch im Rahmen verschiedener Praktika ausleben können. In die Modewelt hineingeschnuppert hat sie unter anderem bei Manuel Marte in Lochau und bei der bekannten Modedesignerin Eva Poleschinksi in Wien. „Dort habe ich die Handwerkskunst noch besser kennengelernt“, schwärmt die 23-Jährige.

Fokus auf Nachhaltigkeit

Heute studiert die kreative Dornbirnerin Modedesign an der HTW in Berlin und hat es in ihren jungen Jahren schon weit gebracht. Gerade erst wurde sie für ihre Bio-Plastik-Projektarbeit „Second Skin“ (dt. zweite Haut) mit dem Young-Art-Award der Hohenemser ART.space gallery-T-69 ausgezeichnet. Ihren Fokus legt sie bei ihren Kreationen auf die Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. „Ich arbeite gern mit alten Materialien, weil wir in einer Wegwerfgesellschaft leben. Meistens zieht man ein T-Shirt nur eine Saison an, wenn überhaupt. Aber es passiert momentan glücklicherweise ein Umdenken in der Gesellschaft“, erklärt sie. Für ihr Projekt hat sich die Designerin vom Tierreich inspirieren lassen. „Ich musste sofort an Reptilien sowie die Metamorphose eines Schmetterlings denken und wie er den Durchbruch in eine neue Lebensphase meistert.“ Mit dem Material Bio-Plastik habe sie ihre Vorstellungen einer zweiten Haut für den Menschen dargestellt. „In dem Projekt ging es um das Thema Erneuerung und wie man das Alte abstreift.“

Ihre Mode beschreibt sie auch als Kunst. „Die Kreationen sind weniger für den Alltag geeignet. Meiner Meinung nach kann man Kleidungsstücke aber genauso gut wie ein Gemälde betrachten.“ Kunst und Mode gehen laut Marlene Raymakers Hand in Hand. „Beides bedeutet für mich, etwas zu erschaffen.“ Ihren Stil beschreibt sie als modern, feminin, experimentell und futuristisch. „Ich habe in meinen Designs klare Elemente, die sich durch einen besonderen Schnitt auszeichnen und dadurch interessant werden.“ In Zukunft möchte die Wahl-Berlinerin ihren Fokus auch auf alltagstaugliche Kreationen legen und ihr eigenes Modelabel gründen. „Damit meine Mode auch unter die Leute kommt.“

„Mein richtiger Name“

Einen Künstlernamen muss sich die Vorarlbergerin übrigens nicht mehr überlegen. „Raymakers ist mein richtiger Nachname, er stammt von meinem Opa, der Holländer ist“, sagt sie mit einem Schmunzeln. „Da hatte ich richtig Glück.“ VN-TAS

„Ich arbeite gern mit alten Materialien, wir leben in einer Wegwerfgesellschaft.“

Klare Elemente und interessante Schnitte zeichnen die Designs der Vorarlbergerin aus. Maren Nordtorp Larsen
Klare Elemente und interessante Schnitte zeichnen die Designs der Vorarlbergerin aus. Maren Nordtorp Larsen
Ihren Fokus legt die Dornbirnerin auf das Thema Nachhaltigkeit.
Ihren Fokus legt die Dornbirnerin auf das Thema Nachhaltigkeit.
Ihre Mode beschreibt sie als feminin, futuristisch und experimentell. Leander Rambichler
Ihre Mode beschreibt sie als feminin, futuristisch und experimentell. Leander Rambichler

Zur Person

Marlene
Raymakers

Modedesignerin

Geboren 20. August 1999, Dornbirn

Wohnort Berlin

Ausbildung HTL Dornbirn, derzeit Modedesign-Studium an der HTW in Berlin

Hobbys mit Freunden treffen, Flohmärkte, Museen

Die Projektarbeit „Second Skin“ von Marlene Raymakers ist bis 20. Mai in der ART.space gallery-T-69 in Hohenems zu sehen.