Gemeinwohl im Fokus

„Bedingungslose Hilfe für alle“ ist für Janine Gozzi von klein auf selbstverständlich.
LUSTENAU Janine Gozzi studierte Volkswirtschaft, Gesundheitswissenschaften und BWL, startete ihr Rot-Kreuz-Engagement in Wien, dann im Ländle und war im Land erst Fachbereichsleiterin für Gesundheitsökonomie und Qualitätssicherung, dann Geschäftsführerin des Landesgesundheitsfonds und ist seit 2021 Teil des Trios an der Spitze des Roten Kreuzes Vorarlberg. Die RK-Philosophie begleitet sie schon ihr Leben lang. „Mein Vater engagierte sich von Jugend an für bedingungslose Hilfestellung für jedermann, das habe ich von klein auf als Selbstverständlichkeit erlebt“, erzählt Janine. „Als Kind war ich als Medium bei Übungen dabei, als junge Frau mit der Absolvierung der entsprechenden Ausbildung und als berufstätige Frau mitten im Geschehen. So konnte ich in den Gesundheitsbereich hineinwachsen, die Komplexität kennenlernen.“ Ihr Volkswirtschaftsstudium vermittelte ihr das Grundverständnis für eine funktionierende Gesellschaft, das BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing & Sales unterstützte ihr Verständnis dafür, dass auch in einem Gesundheitsunternehmen Wirtschaftlichkeit eine große Bedeutung hat.
Patient im Mittelpunkt
Das Studium der Gesundheitswissenschaften ließ Janine vor allem die Bedeutung von Gesundheitsförderung und Prävention erkennen. „Schließlich konnte ich beim Roten Kreuz – erst beim Bundesverband in Wien, dann im Landesverband in Vorarlberg – meine ersten zehn ,gesunden‘ Jahre verbringen. Im Landhaus konnte ich als Fachbereichsleiterin für Gesundheitsökonomie und Qualitätssicherung und später als GF des Landesgesundheitsfonds tiefe Einblicke in die Strukturen und den wirtschaftlichen Part des Gesundheitswesens erlangen bzw. Lösungen erarbeiten und Entscheidungen mittragen.“ Seit 1. Jänner 2021 ist Janine beim Roten Kreuz Vorarlberg engagiert. „Mit meinen Geschäftsführerkollegen Gerhard Kräutler und Wolfgang Hartmann trage ich Verantwortung für die Entwicklung dieser Hilfsorganisation. Beim lösungsorientierten Arbeiten stehen weniger die Strukturen als vielmehr die Bedürfnisse der Patienten im Fokus.“ Auch in der Gemeindepolitik war sie tätig: „Das hat mich einerseits bestärkt, mich fürs Gemeinwohl einzusetzen, aber auch gelehrt, dass Politik vielschichtig ist und auch genauso funktioniert – ein komplexer Motor, der aus vielen Teilen besteht und nur in seiner Gesamtheit rundläuft und jedes Teilchen wichtig ist.“
Definition von Glück
Neben all dem Einsatz ist der Ehefrau und Mutter von zwei Jungs das oberste Ziel, so viel Zeit wie möglich für die Familie zu haben. „Beruflich gesehen, steht die Sicherung und Weiterentwicklung des Roten Kreuzes Vorarlberg auf meiner Agenda. Die Forcierung unseres Jugendrotkreuzes, der Ausbau des Bildungsangebots, die Lösung der Platznot unseres Blutspendedienstes mit einem Neubau sowie die Weiterentwicklung unseres Gesundheitsbereiches – selbstverständlich soll all unser Tun transparent und an eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit gekoppelt sein.“ Glück ist für Janine, was sie im Heute erleben darf. „Ein Familienverband, der zusammenhält, der aufbaut und in dem Verantwortung füreinander übernommen wird. Und beruflich bin ich mit meinem Engagement für das Rote Kreuz hier im Land angekommen.“ VD
„Die Gemeindepolitik hat mich bestärkt, mich fürs Gemeinwohl einzusetzen.“



Zur Person
Alter 39 Jahre
Beruf(ung) GF Rotes Kreuz Vorarlberg
Familie verheiratet, 2 Jungs
Ausbildung Volkswirtschaft, Gesundheitswissenschaften, BWL/Marketing & Sales, Rotes Kreuz
Hobbys Skifahren, Wandern, Lesen
Lebensmotto „Ich bin ein glücklicher Mensch im Hier und Jetzt.“