Ein unerschütterlicher Optimist

Menschen / 13.07.2021 • 18:20 Uhr
Vor dem Käshüsli am Wanderparkplatz mit den Mitarbeiterinnen Erika Erhart, Renate Stugger und Irmgard Zech, Pirmin Jenny im Vordergrund.
Vor dem Käshüsli am Wanderparkplatz mit den Mitarbeiterinnen Erika Erhart, Renate Stugger und Irmgard Zech, Pirmin Jenny im Vordergrund.

Pirmin Jenny ist seit 25 Jahren Geschäftsführer der Maruler Biosennerei.

Raggal Pirmin Jenny ist jemand, der nicht mit seinem Schicksal hadert, sondern sich den Herausforderungen des Lebens stellt. Dabei erwies sich ein Autounfall mit gerade einmal 25 Jahren als schwerer Schicksalsschlag, denn seither ist er querschnittgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Dennoch empfindet er Mitgefühl mit anderen Menschen, die ebenfalls mit Beeinträchtigungen leben müssen: „Es gibt so viele Leute, die ebenfalls mit Einschränkungen leben müssen, wie etwa mit einem Burnout oder einer anderen psychischen Erkrankung. Mit denen möchte ich nicht tauschen, denn auch sie sind im eigenen Körper und vor allem im eigenen Kopf gefangen.“

Harmonisches Familienleben

Der Unfall und die daraus resultierenden Folgen bildeten einen markanten Einschnitt in der Lebensgestaltung des humorvollen Marulers. Er strahlt trotz allem Optimismus und Fröhlichkeit aus. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er in Elke eine zuverlässige und unterstützende Ehefrau gefunden hat: „Ich habe Elke erst nach dem Unfall kennengelernt und war sofort von ihr begeistert. Natürlich habe ich meinen ganzen Charme spielen lassen, um sie für mich zu gewinnen.“ Der Charme zeigte Wirkung, mittlerweile hat das Paar drei Kinder. „Das Familienleben bedeutet mir sehr viel. Es bietet zudem eine ausgezeichnete Bewältigungsstrategie“, betont er. Die Familie bewohnt ein liebevoll restauriertes Holzhaus am Ortseingang von Marul. Auch beruflich bedeutete der schwerwiegende Unfall eine große Umstellung. Pirmin Jenny war nach einer Maschinenschlosserlehre als Telekranfahrer und Monteur tätig. Diese Berufe waren nicht mehr möglich: „Mich hat Hermann Manahl, der damalige Ortsvorsteher, gefragt, ob ich mir vorstellen könne, die Geschäftsleitung der Biosennerei ehrenamtlich zu übernehmen. Diese Funktion habe ich nun schon seit 25 Jahren inne. Ich bin sehr froh, dass ich eine Beschäftigung habe, die mich auch erfüllt.“ Es ist ein umfangreiches Aufgabengebiet, das Pirmin Jenny mit viel Umsicht bewältigt: „Ich mache die ganze Buchhaltung, die Lohn- und Milchgeldabrechnung, schicke sämtliche Meldungen ans Finanzamt, die AMA und so weiter. Außerdem manage ich die gesamte Logistik für den Warenversand.“ Organisieren liegt ihm, im Laufe der Jahre habe er viel dazugelernt.

Umfangreiche Angebotspalette

Die Sennerei Marul wurde 1954 gegründet, vor 25 Jahren wurde sie zu einer Biosennerei umgewandelt: „Es ist die kleinste Sennerei in Vorarlberg, aber sie läuft sehr gut. Wir können den Bauern einen anständigen Milchpreis zahlen.“ So ist ein Käseversand innerhalb von Österreich und nach Deutschland dazugekommen. Angeboten wird vor allem Biobergkäse in unterschiedlichsten Reifestufen. In der Sennerei sind reine Rohmilchbutter sowie selber produziertes Butterschmalz und diverse Aufstriche erhältlich. Die Produktpalette erweitert sich permanent. Außerdem werden an Feiertagen ganz besondere Spezialitäten angeboten: Butterlämmer zu Ostern, Weihnachtsengel aus Butter zu Weihnachten und zum Muttertag Butterherzen. Auch Elke beteiligt sich rege: „Ich mache die Aufstriche aus Butter und Topfen, gehe auf den Markt und bin beim Verpacken dabei.“ BI

Biosennerei Marul von innen.
Biosennerei Marul von innen.
Produkte der Biosennerei Marul.
Produkte der Biosennerei Marul.
Elke und Pirmin Jenny bilden ein Team, das sich gegenseitig unterstützt.BI
Elke und Pirmin Jenny bilden ein Team, das sich gegenseitig unterstützt.BI

Zur Person

PIRMIN JENNY

Geboren 28. Juni 1964

Familie verheiratet mit Elke, drei Kinder (25, 24 und 20 Jahre)

Wohnort Marul

Beruf Geschäftsführer der Maruler Biosennerei

Hobbys Musik (spielt Horn), Kirchenchor, Feuerwehr und Shoppen